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Landexamen.
Landkarten.
, durch allgemeine Bestimmungen und Verfügungen, wie dies bei Gymnasien ganz gutgeht, ungemeine Schwierigkeiten hat und keinen genügenden Erfolg verspricht. Da tratnun früher das Landexamen mit seiner eigenthümlichen Wirkung ergänzend als Regu-lator ein, sofern es nicht nur den einzelnen Schulen und Lehrern ein festes Ziel be-stimmt und deutlich vorzeichnete, sondern anch Einheit der Methode und des Betriebsin den verschiedenartigen Anstalten erzeugte. Es bestimmte das, was in jedem einzelnenJahre jede Schülerclasse erreichen mußte, nicht in vagen, allgemeinen Ausdrücken, son-dern in concreter Unmittelbarkeit, und eben diese deutliche Erkenntnis des Zieles Wal-es, was das stramme, feste, bestimmte Lehren und Lernen in unseren Schulen erzeugte,wodurch dieselben so bedeutende Resultate erzielt haben. Natürlich wirkt nun aber einesolche Einrichtung um so nachhaltiger und tiefer, je weiter ihr Einfluß sich rückwärtserstreckt, je mehr Schülerabtheilungen sie umfaßt, je mehr einzelne Schulen durch dieAusdehnung des Kreises der Teilnehmer in den Bereich ihrer Wirkung gezogen werden.Dies letztere insbesondere ist nicht unwichtig: fast von Jahr zu Jahr verringert sichdie Zahl der Schulen, welche Kandidaten zum Landexamen liefern. Früher gab esWohl keine Schule im Lande, welche in einer Zeit von wenigen Jahren nicht mindestenseinen Petenten oder einen Exspectanten prima vivo vorznbereiten hatte, wenn diese dannauch im letzten Jahre noch einer der namhafteren Schulen übergeben wurden. Mitder Einführung der einmaligen Prüfung hat insbesondere anch die bezüglich der Me-thode Einheit schaffende Wirkung derselben nachgelassen. Aus diesen Gründen glaubeich, daß die mehrmalige Prüfung nicht bloß wegen der größeren Sicherheit des Resul-tates im Interesse der Behörde und der Concurrcnten gelegen war, sondern auch ansich einen vortrefflichen Einfluß auf unsere lateinische Schulen hatte, und ich fürchte, dieReduction möchte für diese und ihren seitherigen Ruhm von geradezu verhängnisvoller Wir-kung gewesen sein. Die Beobachtungen wenigstens, die wir in den letzten Jahren überdie lateinischen Schulen gemacht haben, sind nicht geeignet gewesen, diese Besorgniszu heben."
Landkarten. Unter den: Worte Landkarten versteht man strenge genommenAbbildungen der Erdoberfläche in starker Maßverjüngnng; wenn man aber den Begriffweiter ausdehnt, so lassen sich auch Abbildungen des ganzen Erdkörpers einbeziehen,nicht bloß Projectionen auf Flächen, sondern auch Nachahmungen in Kugelform (Globen),und endlich sogar jene Hülfsmittel, welche zur Versinnlichnng der kosmischen Ver-hältnisse der Erde dienen, z. B. Ringkugeln, Tellurien, Himmelskugeln,Sternkarten. Ferner ist das Landkartenzeichnen eine vorgeschriebene Uebungin Schulen, daher auch jene Unterrichtsmittel hier in Betracht zu kommen haben, welchezur stufenweisen Ausbildung dieser Fähigkeit ersonnen Worden sind. Die eigentlichenSchullandkarten theilen sich je nach dem Zwecke, dem Gegenstände der Darstellung,der Art der Ausführung und den Lehrstufen in verschiedene Elassen, als da sind:Wandkarten zum allgemeinen und Schülerkarten (wenn sie eine zusammenhängendeSammlung bilden — Schulatlanten) zum individuellen Gebrauche; Flachkarten undReliefkarten, zwischen beiden die hypsometrischen Karten; physikalische, geognostische,ethnographische, historische, statistische, industrielle re. Karten; Karten ohne Schrift, mitAbbreviaturen oder mit Vollschrift; Karten in Verbindung mit Abbildungen, und mitdem Texte der Lehrbücher; Karten zur Vorschule, zur Vaterlandskunde, für Elementar-classen, -Mittelschulen und höheren Unterricht n. s. f. Die großartige Ausbildung,welche das Kartenwesen und infolge davon auch der geographische Unterrichtsapparatder Schule im Lause eines halben Jahrhunderts erfahren^ hat, hält gleichen Schrittmit dem Emporkommen der Erdkunde als selbständiger Wissenschaft, und die Geschichtedesselben steht sonach mit der Geschichte der Erdbeschreibung als eines Schulgegenstan-des und der mannigfachen Ausbildung der Methodik in dem innigsten Zusammenhänge.Der chronologische Verfolg crgiebt die successiven Fortschritte, und die Aufführung dervorzüglichsten Repräsentanten jeder Gattung der obengenannten Abtheilungen der geo-