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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Kunst.

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Krcisschlilillspector, s. Schulregiment.

Kl'iisi, s. Pestalozzi.

Knstcrstcllc, s. Besoldung (S. 592 f.).

Ällllst. Von der sinnst ist hier nur als von einem Erziehungsmittel nnv zwarim allgemeinen zu handeln. EL bleiben also einerseits ausgeschlossen rein theoretischeErörterungen über das Wesen der Kunst, und können diese nur in ihren Resultatenals Lehrsätze ans der Aesthetik eine Stelle finden, andererseits ins einzelne gehendemethodische Regeln für die Behandlung der verschiedenen Künste im Unterricht, und kannin dieser Beziehung aus die Artt. Deutsche Sprache, klassische Schnllectüre, Clavierspiel,Gesang, Bilderbücher, Zeichnen n. a. hingcwiescn werden. Und auch in Bezug ansunsere in solcher Weise begränzte Aufgabe werden wir großentheils nur eine Nachlesezu dem Art.Aesthetische Bildung" zu geben haben, indem im wesentlichen derselbeGegenstand, welcher dort vorzugsweise vom Standpuncte des znerstrebendcn Erziehnngs-resnltatcs betrachtet wurde, hier eben vom Standpuncte des Erziehungsmittels zu be-leuchten ist.

Hier ist min vor allein hervorzuhebeu, daß die Kunst ein Erziehungsmittel in jenemengsten und zugleich niedrigsten Sinne nicht ist, in welchem unter Mittel eine Sacheverstanden wird, die, an sich werthlos, nur Werth hat in Bezug ans eine andere, dendurch jenes Mittel zu erreichenden Zweck, und welche nach Erreichung dieses Zweckesals völlig werthlos anfgegeben werden kann, wie etwa nach Vollendung des Gusses derGlocke die Form zerschlagen wird. Wie die Erziehung zwar immer hinarbeitet ans einkünftiges Ziel, diesem aber doch die Gegenwart des Zöglings nicht aufopsern darf,sondern darnach zu trachten hat, daß, was die Zukunft von dem Zöglinge fordert, er-reicht werde durch Erfüllung der Forderungen, welche auf der jedesmaligen Lebensstufedes Zöglings naturgemäß- an dessen Erziehung ergehen: so muß die Erziehung auchmöglichst sparsam sein im Gebrauche jener an sich werthlosen Mittel; vielmehr müßendie Mittel, welche sic anwendet, in sich einen bleibenden Werth haben, sie müßen,während sic von einem GesichtSpuncte ans als Mittel erscheinen, von einem andernaus selbst als Zweck sich darstellcn, wie z. B. die Kunst einerseits ein Mittel zur Bildungdes Gefühls ist, andererseits aber auch die Bildung des Gefühls ein Mittel zu voll-kommenerem Kunstgenuß. Dann treten die Erziehungsmittel in ein System der Wechsel-wirkung zusammen, durch welches einein allen ihren Momenten und Faetoren bedeutsameund lebendige harmonische Gesammtbildnng erreicht wird. Bei keinem anderen Gegen-stände ist es so einleuchtend, wie bei der Kunst, daß sie nur in diesem allgemeinerenund höheren Sinne ein Erziehungsmittel genannt werden kann, indem ihr eigentlichstesWesen schon der Beziehung auf einen äußeren Zweck widerspricht.

Wie bedeutend mm auch die Kunst thatsächlich auf die Erziehung des Menscheneingewirkt hat, so hat doch die pädagogische Theorie der Bedeutung der Kunst als einesErziehungsmittels volle Gerechtigkeit noch nicht widerfahren lassen. Die Pädagogikfaßte ihre Zwecke zu beschränkt, vereinzelt und äußerlich, als daß sie sich hätte aufge-sordert fühlen können, die Kunst, welche in idealer Höhe über solchen Tendenzen schwebte,auf dieselben zu beziehen, oder, wenn es gleichwohl geschah, so geschah es nicht ohneBeeinträchtigung des wahren Wesens der Kunst; sie mußte ihre eigenthümliche Größeund Herrlichkeit ablegcn, um den kleinen Absichten der Pädagogen zu dienen. Beikeinem Volk ist die Kunst ein so wesentlicher Factor der nationalen Bildung gewesen,w'.e bei dem griechischen, und doch erstaunt man, wie dürftig und unbefriedigend dasist, was seine pädagogischen Theoretiker, welche zugleich seine größten Philosophen sind,über den Einfluß der Kunst ans die Erziehung vvrzubringen haben. Plato, der selbstso wenig verlängnen kann, daß er von der Poesie her zur Philosophie gekommen ist,und der in seinen Dialogen die eingehendsten Entwicklungen giebt über das Wesen desKunstschöncn, macht doch in seinem pädagogischen System die Kunst nur zum Aschen-brödel der politischen Erziehung im Haushalt seines idealen Staates. Die Kunst ist