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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Körperliche Erziehung.

thüren oder hinter einer Thüre mit Zug; besser außer dem Hause, dann aber durcheinen bedeckten Gang verbunden; die Zahl der Abtrittscabinete und Pissoirs nach derSchülerzahl und der Dauer der Pausen bemessen; Trennung beider Einrichtungen undzwar selbstverständlich für beide Geschlechter; in beiderlei Gelassen ein wasserdichterBoden mit Neigung gegen eine Rinne, durchaus keine Leisten, welche von jüngeren Kindernals gefährlich gemieden werden und die größte Unsauberkeit veranlassen, sondern Brillen,ihre Entfernung vom Boden hat der durchschnittlichen Höhe der Schnlsitzbänke zu ent-sprechen; tägliche Reinigung, Ventilation der Cabinete und der festen Cloakgruben;statt dieser besser bewegliche Gruben (lossos mobilon) mit Vorrichtung zur Trennungdes Festen und Flüssigen; bei den gewöhnlichen Gruben jedenfalls bei Abtritten imHanse und zur warmen Jahreszeit Zerstörung der stinkenden Dünste durch Eisenvitriol;endlich um die obscöuen Zeichnungen und Inschriften zu vertilgen, keine hellangestrichenenoder lichten Wände, sondern ein dunkler Anstrich, etwa mit Steinkohlentheer.

II. Die gesundheitsgemäße Gestaltung der inneren Verhältnisse derSchule hat sich zu beziehen auf die Schutzmittel gegen eine vorzeitige und gegen eineden Kräften nicht angemessene und zugleich einseitige Anstrengung durch daS Lernen inder Schule und für dieselbe, wobei zugleich die Mittel zu erörtern sind, um bei eineranhaltenden sitzenden Beschäftigung mit Kopfarbeit gleichwohl eine normale und harmo-nische leiblich-geistige Entwicklung zu gewähren.

Der erste Punct betrifft keineswegs nur den naturgemäßen Anfang des Schul-unterrichtes, sondern wesentlich auch den rechtzeitigen Ilebergang in die Abthcilungenmit gesteigerten Anforderungen und in die Stufe des Schullebens, welche eine veränderteDisciplin mit sich bringt.

Die Frage nach der Festsetzung des schulpflichtigen Alters ist nicht so einfach zubeantworten, als von Seiten der Pädagogen oder der Aerzte zu geschehen pflegt; beidehaben zu beachten, daß schon für den Anfang auf das dem Alter entsprechende Fort-rücken in die Abtheilungcn mit strengeren Anforderungen, in das (höhere) Gymnasium,dessen Disciplin größere Freiheit für das Leben außer der Schule und hier häufig zu-gleich außer der Familie gewährt, endlich auf den Austritt aus der Schule und denIlebergang aus die Universität Rücksicht zu .nehmen ist. Keine unreifen Studenten, keineunreifen (Obcr-)Gymnasiasten, so wenig als unreife Schüler der untersten Elementar-classe. Der Eintritt in die Schule war vielleicht individuell ganz angemessen, indemeine ungewöhnlich rasche geistige oder Gesammtentwicklung den frühen Beginn des Schul-lebens gestattete, im Verlaufe aber bleibt die körperliche oder die geistige Entwicklungsehr hänfig stehen und ein Arbeits- und ein Areiheitsmaß, welches für die Schüler ausdem normalen Alter angemessen ist, wird für den im Verlaufe durch Stillstand zurückge-bliebenen zur Schädlichkeit. Hieraus folgt, der Eintritt in das Schulleben muß sichbemessen einmal nach den für die einzelnen Altersstufen gegebenen Schnleinrichtnngen,sodann nach dem Maß der Anstrengung in der untersten Elaste. Hiebei ist es wiederunphysiologisch, nur an die Kopfarbeit zu denken; die Anstrengung des Sitzens und dieUnterdrückung des natürlichen Bedürfnisses der Kinder zur lebhaften Bewegung undzur Mittheilung durch Rede und Geberde, ebenso für die Filialisten die Strapazen desGanges zwischen Haus und Schule fallen auch in die Wagschale; der letzte Punctspricht entschieden gegen einen vorzeitigen Anfang der Volksschule, begreiflicherweisekann aber die Rücksicht ans eine allgemeine Fixirung des schulpflichtigen Alters nichtWegfallen und liegt daher die Auskunft darin, daß die richtige Zahl von Schulhäu-sern aufgestellt und die durchschnittliche Entfernung zwischen diesen und den zerstreutenWohnungen in ein Verhältnis zur physischen Leistungsfähigkeit der jüngsten Schulkindergebracht wird. Vom Arzte verlangt man vorzugsweise die Bezeichnung des für denSchulanfang geeigneten Alters; soll nun von allen weiteren Rücksichten Umgang ge-nommen werden, so kann sich der Arzt mit Fug auf ein physiologisches Gesetz berufen.Dasselbe lautet: das Organ der Seele, das Gehirn entwickelt sich vor andern Organen