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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Körperliche Erziehung.

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S. 16) hat hierin vollkommen Recht; die Rückenlehne darf überdies nicht senkrecht auf-steigen, cs müßte denn die Breite der Sitzbank Raum zun: Rückwärtslehnen geben,sondern soll in schräg geneigter Richtung (ungefähr 2 Zoll auf 1 Fuß) aufsteigen.

Sodann ist es gewiß eine Aufgabe der Erziehung in Schule und Hans gegen diegerade bei den Lerubcschäftiguugeu sich einschleicheuden, zuletzt habituellen schlechtenStellungen anzukämpfcu; hichcr gehört schiefes Sitzen mit gedrehten: Rumpfe, un-gleichem Stande der Schultern und seitlich ausgebogcncr Wirbelsäule Gelegcnheits-ursachc zu seitlichen Rückgratverkrümmungen; sodann das Sitzen mit angedrückter Brust(ebenso solches Stehen am Pulte) Ursache von mangelhafter Entwicklung und Function,also pathologischer Disposition der Athemorgane; endlich das Sitzen oder Stehen amPulte mit verhängendem Kopfe und vorgebogenem Oberleib wichtig überdies wegenVerkürzung der Sehweite. Aber keinerlei Aufsicht genügt, wenn die Geräthe natur-widrig beschaffen sind, oder wenn das ununterbrochene Sitzen eine schmerzhafte Ermü-dung bedingt. Für diese beiden Schädlichkeiten hat man die Schule verantwortlich zumachen und schon darum noch weiter entsprechende Pausen und mäßige Hausaufgaben zuverlangen; zu weit gegangen wäre es aber, auch von der Schule besondere mechanischeApparate, welche vom Lehrer zu dirigircn wären, zu verlangen; z. B. der Schreber'scheGeradhalter (Kallipädie S. 203) scheint mir unpraktisch für die Schule, dagegensehr empfehlenswert!) für die Privaterziehung, zumal wenn die schlechte Haltung schonzur Angewöhnung geworden ist.

Eine weitere Aufgabe ist die Pflege des Gesichtssinnes; am dringendsten istsie in den gelehrten Schulen, weil diese nachgewiesenermaßen die meisten Kurzsichtigenanfweisen und weil für den gelehrten Lebensbernf die Erhaltung eines gesunden Augesvon größter Bedeutung ist; dem Gegenstand wurden auch mancherlei Verfügungen (vrgl.Kirsch, ox. alt. I. 77. 400) und einzelne Schriften (ibick. I. 78) gewidmet. Die Ge-fährdung des Gesichtes besteht, wenn das Auge durch dircctes Sonnenlicht, durchgrelles, reflectirtes Licht oder durch die Brechung der von entgegengesetzten Seiten ein-falleuden Lichtstrahlen geblendet wird; daher die erforderlichen Vorhänge, keine blenden-den Wandtafeln n. dgl., statt einer Weißen Tünche eine solche mit einem mattgrüncn oderlichtgrauen Tone, keine Stellung der Sitzbänke im rechten Winkel mit entgegengesetztenLichtstrahlen; weiter wenn die Beleuchtung des Geschriebenen oder Gedruckten nicht ge-nügt; daher muß schon die Stellung des Gebäudes und der Zimmer zusammen mitder hinlänglichen Dimension der Fenster für vollkommene Erleuchtung auch der entfern-testen Sitzplätze sorgen, daher soll kein grelles von hinten oder von rechtseinfallendesLicht die Fläche vor dem Körper oder links von der schreibenden Hand beschatten; da-her muß für gute Beleuchtung in den Dämmernngs- und Abendstunden zur rechten Zeitgesorgt werden; hiezu dienen schlecht die stinkenden, matten und flackernden Flammender Talgkerzen, gut dagegen die Flamme von gereinigtem fettem Oele Anlaß zurUnsauberkeit oder von guten:, aus zweckmäßigen Brennern strömendem Leuchtgase;dabei ist aber zu fordern, daß die Gasflamme der Stetigkeit wegen mit ihrer Spitzeinnerhalb eines Glascnlinders brennt und daß das directe Licht durch eine Glocke vonMilch- oder matt geschliffenem Glase gedämpft wird. Ferner leidet das Auge, wenndie normale Sehweite bei mittlerer Druckschrift 1 bis l'/s Fuß durch schlechte Hal-tung verkürzt, oder wenn die Sehaxe in schräge Richtung gestellt wird, endlich wenndas Auge bei Ermüdung angestrengt wird; hieher gehört daher kleiner oder matterDruck der Schulbücher, schlechte Dinte und die Nöthignng, zu Hause, wo die künstlicheBeleuchtung meistens nicht musterhaft ist, angestrengt lesen und schreiben zu müssen.

Die Rücksicht auf die Reinheit der Luft und die Pflicht der Schule, den Sinn fürAnstand und Reinlichkeit zu fördern, gebietet der leidigen, auch in den höheren Schulenso häufig arg vcrnachläßigtcn Frage von den Schulabtritten mit einigen Andeutungen zugedenken. Abtritte im Hause, womöglich außerhalb des Korridors und hinter Doppel-

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