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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Körperliche Erziehung.

fachen Thonöfen (Kachelöfen), welche sich weniger stark erhitzen und ihre Wärmelangsamer abgeben, mit langen gewundenen Abzugsröhren vorzuziehen; weniger passendie aus Eisenblech, besonders wegen der wohlfeileren Feuerung mit Braun- oder Stein-kohlen oder Coaks eingerichteten eisernen Kästen oder Cylinder mit einem Mantel ansgebranntem Thon, Ziegeln oder Backsteinen (Mantelöfen). Die neuerdings beliebtenHentschelschen Füllöfen für Braunkohlen oder CoakS geben durch das Glühendwerdendes inneren Cylinders aus Eisenblech eine sehr trockene und übelriechende Luft und be-lästigen überdies durch ihre strahlende Wärme. Bei jedem Ofen ist für guten Zug undvollkommene Verkittung zu sorgen, damit nicht Rauch, d. h. eine durch unvollkommeneVerbrennungSproducte irrespirable Luft ins Zimmer dringt. Mittelst eines Thermometers,welches ungefähr auf 1516° 1i. zu zeigen hat, wird die Temperatur sicherer bemessen alsdurch unsere Empfindung.

Für kühle Luft im Sommer ist durch Ventilation über Nacht, rechtzeitigesSchließen der Sommerläden und Oeffnen der Zimmerthüre in den von Zugluft gefegtenCorridor zu sorgen.

Weiter ist die Einrichtung der Schultische und Schulbänke in mehrfacherHinsicht für die Gesundheit von Belang. Die Einrichtung von feststehenden einzelnenSitzen und von Schreibtischen oder Pulten für je 1 2 Schüler nach amerikanischemMuster*) kann von ärztlicher Seite nicht verlangt werden, indem bei den gemeinschaft-lichen Bänken und Tischen der Gesundheit die gebührende Rücksicht geschenkt werdenkann. Es handelt sich um eine solche Construetion, daß mehrstündiges Sitzen nicht all-zusehr ermüdet, daß keine schiefe Haltung, welche zu hohen Schultern und Rückgrats-verkrümmungen Anlaß giebt und überdies das richtige Sehen und die Schärfe des Ge-sichtes selbst beleidigt, durch die Geräthe selbst herbeigeführt wird, und daß ebenso wenigbei der unausbleiblichen Ermüdung der Streckmuskeln des Rückgrats in Ermangelungeiner mechanischen Stütze für den Rücken in der Höhe der Schultern der Stamm insich znsammensinkt, und durch den Druck auf die Unterleibsorgane Störungen im Blutlausentstehen, und durch das Andrücken der Brust oder der oberen Bauchgegend an die KantedeS Schreibbrettes das Athmen und die Verdauung behindert wird, oder daß das Kind,um die Muskeln der einen Seite ruhen zu lassen, den Rückgrat dreht und eine schiefeHaltung annimmt. Ebenso müßen die Füße in bequemer Haltung auf dem Bodenoder auf einer Fußbank ruhen können, denn liegt die Bank zu nieder, so werden dieBeine stark gebogen oder über einander geschlagen und dadurch entsteht Hemmung desBlutlaufs; das Uebereinanderschlagen ist überdies wegen der möglichen Reizung der Ge-nitalien mißlich; das Freihängenlassen bei zu hoher Sitzbank wird andererseits in derDauer unbequem und für die richtige Haltung des übrigen Körpers störend. Endlichmuß durch die richtige relative Höhe der Sitzbank und des Tischblattes für die Erhaltungder normalen Sehdistanz gesorgt sein. Diesen Anforderungen genügen nur Geräthe,welche nach wissenschaftlichen Bestimmungen für die verschiedenen Altersclassen ver-schieden gebaut sind; nähere Bestimmungen s. bei Boward, xrinoixlss ol scllool-srollitootnrs (entlehnt von Schraube: Die samt, poliz. Beaufsichtigung u. s. w. S. 13),und bei Pappenheim, op. oit. II. 431 ff. Die einzigen speciellen Puncte, die vonärztlicher Seite weiter zu besprechen sind, handeln von der Rückenlehne und von derAufsicht des Lehrers auf eine gute Haltung. Alle Aerzte sind einverstanden, daß jedeslängere Sitzen mit aufrechter Haltung des Stammes zur Ermüdung der Rückgrats-strecker führe und daß das weitaus beste Ausknnftsmittel in den als Anlaß zu schlechterHaltung, Machläßigkeit und Bequemlichkeit viel getadelten und gerade in den höherenSchulen weggesprochenen Rückenlehnen besteht; Schreber (ärztlicher Blick u. s. w.

*) Vrgl. hierüber, wie überhaupt über die hygieinischen Einrichtungen in den uordamerika-uischeu Schuten und über die dortige Literatur für Schularchitektur den Art. AmerikanischesErziehungs- und Unterrichtswesen I. 88 ff.