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4 (1865) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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Körperliche Erziehung.

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vor einer frei nach außen führenden Manerlücke fein durchlöcherte Zinkplatten anzu-bringen. Die alten, geräuschvollen Radventile und ebenso einzelne bewegliche Scheibenleisten viel zu wenig. Statt die Zimmerluft durch das Feuer ansaugen zu lassen, be-wirkt man einen genügenden Luftwechsel auch durch Gegenöffnungen; die kältere undreine äußere Luft, welche von der Zimmerluft im Verhältnis zur Teniperaturdifferenzmehr oder weniger stark aspirirt wird, läßt man in der Nähe des Bodens neben demäußeren Gangraume durch verticale Oeffnungen in der Seitenmauer oder, mit einerkostspieligeren Einrichtung, durch horizontale Oeffnungen eintreten, welche mittelst einesunter den Dielen erübrigten Canals mit der äußeren Luft communiciren. Zum Ab-zug der warmen, verunreinigten Luft hat man in der Nähe der Zimmerdecke eine Lückeim Ranchfange; eine bewegliche, sog. Arnott'sche Klappe gestattet den Abfluß der vomRauchfang aus aspirirten Luft und verhindert das Zurücktreten des Rauches; oderman legt eine Gegenöffnung in der Decke und einen ins Freie führenden Luftschlauch an.Durch Siebbleche an den Eingangsoffnungen hindert man ein zu starkes, die Füße er-kältendes Zuströmen, und durch Schieber an denselben ebenso an dem Eingang zumLuftschlauch regulirt man noch weiter die Stärke der Ventilation. Der Lehrer hat dieLeistung dieser Apparate zu überwachen.

Ueber die künstlichen Einrichtungen für gleichzeitige Ventilation und Erwärmung derZimmerluft sei nur bemerkt, daß das van Hecke'sche System mechanisches Eintrcibender reinen und bei Bedarf mittelst eines Mantelofens erwärmten Luft und Zufuhr der-selben in einem System von Canälen mit abnehmendem Durchmesser nach Petten-kofers Versuchen in eineni Münchener Schulgebäude für große und gut ausgestatteteStadtschulen brauchbar werden dürfte. Die Dimensionen der Ventilationsöffnungenhat der Architekt nach dem Kubikraum des Zimmers zu bestimmen.

Für die Luftverbessernng sorgt man ferner durch häufiges Scheuern der Boden-dielen und Reinigen der Schuhe. Durchnäßte Oberkleider, Ueberschuhe und Regen-schirme dürften, um das amerikanische Vorzimmer zu ersparen, an Ständern im Korri-dor nntergebracht werden. Schlechthin verwerflich sind arsenhaltige Anstrichfarben,wie das Schweinfurtergrün u. dgl.

Die Art der Heizung ist weiter ein Gegenstand alltäglicher Beschwerde. Nochimmer sind die eisernen Oefen vorherrschend und werden auf eine Weise betrieben,daß ihre Nachtheile lästig hervortreten. Das Eisen als guter Wärmeleiter erhitzt sichviel rascher als Thon und giebt die Wärme rascher ab, dadurch wird allerdings derFeuerluft mehr Wärme entzogen und an Brennmaterial erspart; wird nun, um einSchulzimmer auf 3 4 Stunden zu Heizen, ein einziges Mal vor Beginn der Schul-stunden ein starkes Feuer angezündet, so wird das Metall stark erhitzt, dadurch verbren-nen manche in der Luft suspendirte Theile und geben einen lästigen, betäubenden Ge-ruch, sodann entsteht durch die rasche Erwärmung eine starke Strömung der kälterenund wärmeren Luft, dadurch ungleiche Temperatur; ferner wird die Luft übermäßigtrocken und endlich wirkt die strahlende Wärme nachtheilig auf die Schüler in der Nähedes Ofens, zumal wenn nicht einmal ein Ofenschirm aufgestellt ist; im ganzen be-wirkt daher eine mit eisernen Oefen überhitzte Luft eine Reizung der Hautnerven undLuftwege, verursacht leicht Kopfcongestionen, diese besonders bei kalter Luftströmung aufdem Boden und bei nassen Füßen der Kinder, ferner Kongestionen nach andern dispo-nirten Organen; dauert die übermäßige Wärme an, so erfolgt Abspannung des Nerven-systems, sinkt hingegen die Temperatur rasch, wenn das Feuer nicht unterhalten wird,so wird die Abnahme der Wärme bald empfindlich und zugleich wird alsdann die Luftdurch die Respiration stärker verdorben, indem die auf der Temperaturdifferenz beru-hende Ventilation abnimmt. Eiserne Oefen sind daher nur zu dulden, wenn die Metall-fläche zur Größe des zu heizenden Raumes im richtigen Verhältnisse steht und durch fort-währendes, mäßiges Feuern in mäßiger und gleicher Erhitzung erhalten wird. Anein gleichmäßiges Feuer ist aber in den Schulen kaum zu denken, daher find die ein-