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Körperliche Erziehung.
ner Luft bedarf, damit ein athembares Luftgemenge erhalten bleibt. In der Schulekommen noch weiter die Darmgase und die besonders in der Volksschule oder nach einerDnrchnässnng sehr lästigen Ausdünstungen der Kleider und der Schuhe dazu; überdiesder Staub von der Decke, den Wänden und den Bekleidungsstücken, besonders wennin den Pausen die Wand abgerieben wird oder wenn stark beschmutzte Schuhe undKleider beim Austrocknen und Abreiben mineralische Partikeln auf die Dielen fallenlassen; weiter sind noch die Ausdünstungen der Belenchtungsmaterialien zu nennen.
Die schlechte Luft verräth sich zunächst bei empfindlichen Nerven durch ihren Ge-ruch, die Eingenommenheit des Kopfes und die lästige Empfindung in der Brust, sodanndurch Abspannung und allgemeines Unbehagen; bei langer Einwirkung äußert sich dieStörung der Respiration und damit der normalen Blutbeschaffenheit und Ernährungdurch bleiches, kränkliches Aussehen, schlechte Ernährung überhaupt, sodann nach demAlter und der Disposition durch Nervenverstimmung oder Brustleiden bis zur Schwind-sucht oder durch Scrophulose; diese besonders bei jüngeren Kindern und bei gleichzeitigemMangel des reinigenden Sonnenlichtes.
Es kann nun hier auf die jetzige, lange nicht abgeschlossene Lehre von der Venti-lation nicht eingegangen werden; dagegen mnß Vers, mit aller Entschiedenheit erklären,daß die bald auS der Theorie der Respiration abgeleiteten, bald empirisch gefundenen,bald der Berechnung der Kohlensäuremenge entnommenen und nicht immer ohne Will-kühr festgesetzten Principien für die Leistung der Ventilation, z. B. eine Luftzufuhr von11 Cubikmetern für Stunde und Kopf, oder als Maßstab für die zuläßige Luftver-schlechterung 1 Tausendel Kohlensäure im Maximum, nicht wörtlich auf die Behandlungder Luft in den Schulen angewendet werden dürfen; man käme sonst zu der unpraktischenForderung complicirter und kostspieliger Bentilationsapparate. Daß unsere Schulluftder Verbesserung bedarf, ist zweifellos; bis zu welcher Menge man aber die Kohlen-säure am Schlüsse der Morgen- und Nachmittagsstunden anwachsen lassen dürfe, stehtnicht fest, das Pettenkofersche Maximum ist zu nieder gegriffen; es bedarf daher weitererStudien über die Leistungen der für die gewöhnlichen Schulen brauchbaren Luftver-besserungsmittel.
Ueberblicken wir das Brauchbare; die natürliche Ventilation durch die Thürspaltenund Fensterritzen genügt nicht einmal für eine zweistündige Schulzeit, um so weniger, jeschlechter die Luft schon beim Beginne des Unterrichts ist. Um die Ventilation währendder Schulzeit zu erleichtern, ist also unbedingt ein gründliches mehrstündiges Auslüftcndurch Oeffnen von Thüren und Fenstern am Abende oder frühen Morgen zu verlangen;ebenso ein Lüften über Mittag. Während der warmen Jahreszeit läßt sich alsdanneine erträgliche Luft durch dauerndes Offenerhalten mehrerer oberen Fensterflügel unddurch Auslüften in den Pausen erhalten; bei schwüler Luft dürfte zu versuchen sein,mittelst des seiner Länge nach von Zugluft durchströmten Corridors die Atmosphärefrischer und reiner zu erhalten; es müssen also die einzelnen Abtheilungen ihre Thüreabwechselungsweise auf den Gang öffnen.
Für die kühlere Zeit, ebenso bei lebhaftem Winde ist das Oeffnen der Fenster oderauch nur einzelner Flügel und vertical oder horizontal beweglicher Scheiben nicht zugebrauchen, weil die stark einströmende kühle Luft die in der Nähe Sitzenden erkältet;es bedarf daher schlechterdings weiterer Hülfsmittel. Die besten sind die für die kalteZeit zu einem Theil der Ventilation genügenden sog. Windöfen, d. h. Oefen, welcheentweder im Zimmer selbst geheizt werden, oder, und für die Schulzwecke besser, welchebei äußerer Feuerung, gemäß einer eigenen Einrichtung des Rostes und einer Communi-cation mit der Zimmerluft, ihr Feuer durch Aspiration derselben unterhalten; die Wirk-samkeit dieser Oefen als Ventilatoren ist um so besser, wenn das Feuer gleichmäßigunterhalten und wenn durch gute Construction der Rauchfänge und Schornsteine, ebensodurch Klappen an den Ofenröhren das Eindringen von Rauch in die Schulgelasse ver-hütet wird; daneben wären noch an einigen oberen Scheiben oder neben den Fenstern