Körperliche Erziehung.
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Veränderung des Schülers mit den dem Schnllcben notorisch anklebenden Schädlichkeiten;an solche zu denken ist man mn so mehr berechtigt, als gesunde Naturen vom zweitenZahnen bis zum Anfang der Pubertät bei natürlichen Lebcnsverhältniffen einer festenGesundheit sich erfreuen.
So festen Grund nun auch die Medicin für ihre Kritik der Schule besitzt, mußsie andererseits aber auch die Wohlthaten der Zwangsschnle für die öffentliche Gesund-heit rühmen; denn die Volksschule ist der Wirkung nach Bewahranstalt für schlecht er-zogene und behütete Kinder, Winters überdies eine warme Zufluchtsstätte und vor allemist sie die kräftigste Schutzwehr gegen die Verderbnis des Heranwachsenden Geschlechtesdurch übertriebene ökonomische und besonders industrielle Arbeit, zumal in den Fabri-ken; aber auch der höheren Schule dankt es die Medicin, daß sie durch ihre Zucht dieJugend von manchen Ausschweifungen abhält.
Jni Folgenden erörtern wir die einzelnen äußeren und inneren Verhältnisse desSchulwesens, sofern sie für die Gesundheit der Schüler von Belang sind; ein großerTheil der hygieinischen Forderungen kommt ebenso sehr dem Lehrer zugute; nur aus dem Mangel an Sachkenntnis ist es zu begreifen, wenn in so vielenSchulen der Lehrer die wesentlichen Schutzmittel seiner eigenen frischen Kraft und Ge-sundheit vernachlässigt. Der Erörterung über den Unterricht mag beigefügt werden,was von der Schule für die Volksgesundheit durch Belehrung geleistet werden solle.
I. Gesundheitsgemäße Gestaltung der äußeren Verhältnisse des Schul-lebens. Die Forderungen gründen sich hier auf unzweifelhafte Thatsachen und ist dieMedicin in der glücklichen Lage, die großen Mängel unserer Schulen und zwar fastohne Ausnahmen der Dorf- wie der Stadtschulen durch den Vergleich mit denSchulen namentlich in den Vereinigten Staaten aufdecken und die praktische Ausführbar-keit des unumgänglichen Maßes der Verbesserungen mit demselben großartigen Beispielbelegen zu können. Es ist für Deutschland tief beschämend, daß gerade der materialistischeMnkee den Schülern ihren Aufenthalt zu einem gesunden, bequemen, den Sinn für Ord-nung und Reinlichkeit und die Liebe zum Lernen fördernden gestaltet, während wir selbstin vielen der neuesten und kostspieligsten Gebäude die Grundregeln der Schulhygieine,die Sorge für Licht, für reine Luft und angemessene Temperatur nicht beachtet finden.Eine Verbesserung in Deutschland muß zunächst die alten Schulgelasse, häufig inursprünglich für andere Zwecke bestimmten Gebäuden, angreifen; auch bei beschränkten,für Neubauten unzulänglichen Mitteln läßt sich je nach lwn gegebenen Hauptfehlern fürSonne und Licht in den Schulzimmern durch Ausbrechen von Fenstern gegen Südenund Osten, durch Fällen der durch ihren Schatten und ihre Feuchtigkeit schädlichenBäume in den Höfen, durch Niederlegen bcr Umfassungsmauern, welche dem Erdge-schoße Luft und Licht rauben, endlich für Erhellen und Lüften der Corridore durch weitereFenster Sorge treffen; auch die sonstige Einrichtung der Schulzimmer läßt sich leichtverbessern. Ebenso kann die Ortspolizei für vollkommene Reinlichkeit der Umgebungund der Zugänge des Schulgebäudes sorgen durch Pflasterung, wenigstens des Fuß-s steigs, Befahren mit Kies, Wegsprcchen von unbedeckten Düngerhaufen und anderens Quellen stinkender und inficirender Luft.
, Sodann muß über die Bauplane neuer Gebäude ein sachverständiger Arzt ge-s fragt werden und am besten würde überdies eine allgemeine Bauinstruction entworfen,
- Welche die wesentlichsten hygieinischen Puncte berücksichtigt.
i Schon bei der Wahl des Bauplatzes in geschlossenen Gemeinden handelt es sich! um einen Punct, welcher von der ganzen Peripherie ohne zu langen oder durch Hitze,
! Staub, Schmutz, Glatteis und abschüssige Gaffen oder Treppen beschwerlichen Wegzu erreichen ist; besonders aber bei zerstreuter Wohnart sind so viele Schulgebäude zuerrichten, daß die Filialisten ohne Erschöpfung anlangen können; man berücksichtige denüberaus beschwerlichen Marsch in Gebirgsgegenden mit bodenlosen oder von Schneeüberdeckten Wegen.