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4 (1865) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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Körperliche Erziehung.

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uudHygieine, wie Hufeland, Jdeler, Rüßdorf, Bock, Oesterlen, die Autorenüber Sanitätspolizei, wieWildberg, Wehrend und Pappenheim, manche Special-schriftsteller über Orthopädie und besonders über Gymnastik den Gegenstand bald ein-seitig, bald umfassend erörtert; es erschienen auch ganz specielle Bearbeitungen derSchulhygiene nach Lori ns er (Zum Schutze der Gesundheit in den Schulen; Medicin.Zeitung, Berlin 1856) namentlich von A. Schreber, unter anderem in seiner Schrift:Aerztlicher Blick in die Schulen, Leipzig 1858; ebenso die in den Grundsätzen klare Schriftvon vr. H. Toggenburg (Ueber die Sorge der öffentlichen Erziehung für die kör-perliche Entwicklung und Ausbildung der Jugend, Winterthur 1832); von 1)r. N. Fro-riep (Ueber den Einfluß der Schulen auf die Gesundheit, Berlin 1836) und von vr.Schraube in zwei das Bekannte ohne viel Kritik reproducirenden Arbeiten (Diesanitätspolizeiliche Beaufsichtigung der Schulen und des Schulunterrichtes, Halle 1859;und der ArtikelSorge für die Gesundheit in den Schulen" in Henke's Zeitschrift fürStaatsarzneikunde, 1859, B. 78. S. 343374; 1860, B. 40. S. 244286). Auchhat es von Seiten der Staatsaufsichtsbehörden über das Schulwesen nicht an allge-meinen Instructionen und speciellen Verfügungen der einschlagenden Art gefehlt (vgl.Kirsch, Volksschulrecht, und die Hauptwerke über die Medicinalgesetzgebung der einzel-nen deutschen Staaten); ebenso ist den Physikatsärzten eine sanitätspolizeiliche Aufsichtüber die Schulen einstimmig zugewiesen, da und dort auch im speciellen vorgeschrieben,z. B. in Baden (Instruction v. 16. October 1844), und namentlich gab der SturmlaufLorinsers den Anlaß zu vielen palliativen Verbesserungen. Trotz allem dem klagenin der Gegenwart die Pädagogen, aus deren Zahl eine meines Erachtens gewichtigeStimme geradezudie Krankheitssymptome unseres modernen Schulwesens" erörtert(Geizers Protestant. Monatsblätter 1855, V. S. 314). Es klagen die Aerzte über dieverderbliche Wirkung zumal den höheren Schulen auf die physische wie psychische Ge-staltung des Menschen und es klagen die Eltern über die Ueberbürdung und Kränklich-keit ihrer Kinder.

Die Ursachen dieses Sachverhaltes, welcher die Forderung einer Reform der Schul-hygieine und einer bessern Ordnung des Verhältnisses von Pädagogik und Medicin ent-hält, liegen zum Theil sehr tief; für die höheren Schulen, mit Recht der Hauptgegen-stand der Beschwerden, liegt ein Hauptgrund in der die Schulbehörden und mit ihnendie Lehrer beherrschenden modernen Richtung der ganzen Erziehung, welche die Aus-bildung des Charakters und der Gesinnung und die Erbauung eines dauernden geistigenInhaltes hintansetzt und immer mehr auf die Entwicklung der Intelligenz, auf dasVielerlei des Wissens und ans eine specielle Vorbereitung der Fachstudien hinarbeitet.Dieselbe öffentliche Meinung, welche der Schule die kränkelnden Kinder und verschrobenenunjugcndlichen Charaktere der Schüler, die vielen Nerven- und llnterleibsleiden desspäteren Lebens und ebenso den hohlen Wissensdünkel und das fieberhafte Haschen nachmateriellem Genuß und Gewinn zur Last schreibt, dieselbe drängt nach möglichst frühemund möglichst vielerlei Wissen, veranlaßt dadurch die Häufung der Unterrichtsfächer unddie naturwidrige Steigerung des Lernziels, welches am Ende der einzelnen Schulclassenund bei der letzten Schulprüfung erreicht werden soll. Am klarsten erkennt man diesenEinfluß an concurrirenden Privatschulen, welche des Zulaufes wegen im Naturwidrigensich überbieten.

Die Grundfordernng der Medicin lautet: die Schule hat die harmonische Entwick-lung des ganzen Menschen, zunächst nach seiner leiblichen Seite, nicht nur nicht zuhemmen oder zu beschädigen, sondern zu fördern, sie hat demgemäß das Gleichgewichtzwischen der leiblichen und geistigen Entwicklung einzuhälten, durch ihre äußeren Ein-richtungen jeder Störung der körperlichen Gesundheit entgegenzuwirken, ja direct auf derenKräftigung hinzuarbeiten und bei ihrer inneren Gestaltung das zur gedeihlichen Ent-wicklung nöthige Maß der Kräfte des Zöglings zu erhalten. Diese Forderung trittsomit in Widerspruch mit der ganzen Mode. So lange die Grundanschauung nicht