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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Körperliche Erziehung.

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übrigens einen unläugbaren Vorzug, vorausgesetzt daß die hinlängliche Stundenzahl ge-wahrt wird, das Kind zu erwecken und zum alsbaldigen sich Erheben anzuhalten, weilein langsames Aufdämmern des Wachens schlaff macht und weil um diese Zeit häufigUnterleibscongestionen sich einstellen, welche die Geschlechtlichkeit reizen. Wo frühe zurArbeit oder Schule gegangen wird, ist daher das Zubettegehen zur rechten Zeit anzuordnen;läßt man regelmäßig zu derselben Stunde den Schlaf suchen und aufstehen, so wird durchdie Gewöhnung das willige Aufwachen erleichtert; für jüngere Kinder gebietet sich das früheZubettelegen aus einer anderen Rücksicht; bei ihnen stellt sich mit der Dunkelheit, aberauch sonst gegen die Abendzeit das Bedürfnis des Rühens ein und muß befriedigtwerden, will man nicht die Kinder durch das erzwungene Ausbleiben mismuthig undwiderwärtig machen oder, und noch schlimmer, durch allerlei Mittel künstlich aufregenund damit das Einschlafen und die gute Nachtruhe stören; so lange ein Kind den Tagüber schlafen will, lasse man es gewähren und begünstige sogar diesen Zwischenschlafbei erregbaren Naturen.

Zn den Bedingungen eines gesunden Schlafes gehört im Schulalter als weitauswichtigste, daß keine Gehirnüberreizung durch Kopfarbeit oder durch Sorge und Angstüber die Forderung der Schule das Nervensystem dauernd krank macht und daß ebensowenig ditz, einzelne Nachtruhe durch ein Studium nach dem Abendbrode gestört wird;wichtig ist ferner eine mäßige Abendmahlzeit, selbstverständlich ohne aufregendes Getränk,die gute Luft und richtige Temperatur des Zimmers, die angemessene Beschaffenheit desBettes; das einzelne Schlafen im eigenen Bette, die richtige Bekleidung, eine etwaserhöhte Lage des Kopfes auf einem festen Polster und eine bequeme, nach dem Be-dürfnisse wechselnde Haltung und Lage des Körpers; im natürlichen Schlafe wechseltder Mensch ohne Erinnerung an diese dunkeln Sinneseindrücke und Willensimpulseseine Lage, sobald ihm die Dauer derselben durch Druck auf einzelne Nerven, Gefäßeund Eingeweide oder durch Ermüdung der in Spannung befindlichen Muskeln irgendwelche Beschwerden oder unangenehme Empfindungen erregt und schon beim Einschlafensucht der körperlich Müde eine Stellung, welche die abgearbeiteten und schmerzendenTheile am besten ruhen läßt; welche Unnatur, welcher orthopädische Fanatismus, denSchlafenden, wenn es sich nicht um eine chirurgische oder orthopädische Cur handelt, aneine bestimmte Lage selbst mit mechanischen Mitteln zu fesseln! Die ununterbrocheneRückenlage taugt vollends gar nichts, weil die anhaltende Streckung des Stammes überTage Lei Nacht zunächst die Ruhe der Streckmuskeln, also das Schlafen in gebeugterStellung verlangt, weil die Rückenlage zu Blutanhänfung im kleinen Gehirn, in denHinteren und unteren Partien der Lunge, im Mastdarm und den Genitalien Anlaßgiebt, und man bei gespanntem Bauche am schlechtesten verdaut. Wer sich auch gewöhnt,meistens auf derselben Seite zu liegen, ist dadurch noch nicht zu einer Knochenverkrüm-mung disponirt.

L) Ocffentliche Hygieine im allgemeinen. Die Eigenthümlichkeiten derPubertätsperiode, welche die körperliche Erziehung zu berücksichtigen hat, sind bei denEntwicklungsjahren besprochen worden; wir haben nun weiter noch auf einen besonderenPunct denn Anstreten aus der gewöhnlichen Schul- und Familienerziehung aufmerksamzu machen; derselbe führt uns zugleich auf den allgemeineren Standpunct zurück, auswelchem wir den Anfang der Erziehung im ersten Kindesalter betrachtet haben. DerBursche von vierzehn Jahren, ebenso das Mädchen gleichen Alters kommt um dieseZeit, also lange vor seiner vollen körperlichen Entwicklung und gerade in einer zum Krank-werden geneigten Periode, in die Lehre, in einen Dienst oder in eine Fabrik; hier sehenwir nun tausendfach das mühsam erbaute Werk der leiblichen wie der moralischen Er-ziehung rasch oder langsam zertrümmert werden; am häufigsten beobachtet man diesesklägliche Ende bei Waisen oder unehlichen Sprößlingen; ohne eine andere Rücksicht alsans die Wohlfeilheit oder anscheinende Unentgeltlichkeit der Lehrzeit oder die Höhedes Lohnes, bei Familienkindern aus den gleichen Gründen oder ans Unverstand läßt