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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Körperliche Erziehung.

lichkeit für atmosphärische Einflüsse und für den Wärmeverlust bei durchnäßten Kleidernzur Folge hat. Man wird daher gewiß Winters dichte, dunkle Stoffe in mehreren undenger anliegenden Hüllen gestatten und dagegen während der warmen Zeit den Körper-kühl halten; man wird Winters wollene Strümpfe gestatten und zu keiner Zeit einegrößere Körperoberfläche z. B. die nackten Schultern sammt Armen oder die Unter-schenkel kühler Luft anSsetzen, man wird auch die Gewöhnung an durch Schweiß oderZiegen feucht gewordene Kleider höchstens auf das durchgeschwitzte Hemd ausdehnen,andererseits wird man aber den Kindern keine intensiv warmen Stoffe namentlichkeinen Pelz für Hals und Hand oder gar zur Leibesbedeckung und ebenso wenig wolleneZacken für den bloßen Leib gestatten und wird bei geringen Temperatnrschwankungenkeinen Kleiderwechsel eintreten lassen. Weitere Puncte, die namentlich bei starkem Wachsenpraktisch werden, sind der Druck enger oder zu eng gewordener Kleidungsstücke aufirgend einen Körpertheil; ebenso gehören hierher die von der Diode verlangten Zwangs-stücke, welche den älteren Knaben und Mädchen aufgezwungcn werden, wo nicht dieeigene Modethvrheit nach solchem Unverstand greift; im besondern sind bei beiden Ge-schlechtern leichte und lockere Binden für den Hals, so lange als möglich keine Bedeckungdesselben außer dem Hemdkragcn, ebenso weite Armlöcher und Aermel, ferner knappe,aber keinen Theil des Fußes durch Druck verunstaltende oder beschädigende Schuhe, fürdie Knaben besonders nicht zu knappe Beinkleider zu verlangen. Ueber die Schäd-lichkeit der Schnürbrüste für Entwicklung und Function der Lungen- und Unterleibsorganeist man einig; ihr Anlegen vor der vollkommenen Ausbildung des Körpers und unterder Bedingung einer elastischen, die untere Rippengegend nicht cinschnürenden Beschaffen-heit ist aber gestattet, wenn die schwache MuSculatur des Rückens neben der Kräftigungdurch Ucbung eine mechanische Stütze verlangt.

Die Bedeckung bei Nacht hat vom zweiten Jahre an kühler und die Unterlagehärter zu werden; Kongestionen und Schweiß, diese Folge der Federbetten, sind ebensostreng auszuschließen, als eine zu leichte Decke; am zweckmäßigsten ist anerkannter Blaßendie bloße Bekleidung des Leibes mit einem weiten Hemde, überdies bei Mädchen miteinem Kamisol, zur Unterlage eine resistente, zugleich aber elastische, gepolsterte Matratzemit Roßhaar, bei ärmeren mit Seegras oder geschlitztem Maisstroh, zur BedeckungSommers eine wattirte Decke oder ein Wollteppich mit leinenem Ueberzug, Winterseine leichte Federdecke. Eine mäßige Erwärmung des Schlafzimmers ist Winters ganz ange-messen; bei kühler Temperatur ist der Schlaf ebenso gestört als bei zu hoher, und die.Kinder suchen Wärme durch Zusammenkauern und Berbergen des Kopfes unter derDecke; daraus folgt das Einathmen von schlechter Lust und eine Disposition zn Conge-stionen oder zu Schweiß, welche wahrlich bei einer Erwarmung aus 10 12° U. nichtzu befürchten ist.

Hinsichtlich der Zimmertemperatur bei Tage genügt die Bemerkung, daßeine Wärme von 16" U. als die für den Winter geeignetste gilt, während sonst rechtWohl eine Temperatur bis zu 10 Graden und weniger, auch beim Sitzen, von Gesundenertragen wird; ferner wird die schwüle Luft im Sommer viel weniger lästig, wennnur für genügende Erneuerung und Bewegung derselben durch die einfachste Ventilationgesorgt ist. Unter den organischen Mitteln zur gesteigerten Wärmebildung ist die Leibes-übung das angemessenste, gerade aber bei extremer Kälte wie bei solcher Warme istein strenges Blaß zu beobachten, um Congestionen gegen innere Theile oder eine rascheErkältung der schwitzenden Haut zu verhüten. Für die Mädchen, welchen die verkehrteErziehung die hinlängliche Bewegung im Freien versagt, ist gerade solche die einzigeHülse gegen das Frösteln im geheizten Zimmer, die Nervenüberreizung durch die trockeneLuft und die lästige Kälte der Füße.

4. Muskel- und Nerventhätigkeit; Arbeit nnd Ruhe, Wechsel dereinzelnen Functionen. Die Pflege der bisher betrachteten Functionen bezieht sichauf den Apparat, dessen normaler Gang die höheren Dichtigkeiten bedingt, deren richtige