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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Körperliche Erziehung.

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Die Hautdecken allein schützen jedoch in unseren: Klima nur über die kürzesteZeit des Jahres die Erhaltung der Eigenwärme, es treten daher weitere Mittel dazu,nämlich die Kleidung, d. h. die Umhüllung mit schlechten Wärmeleitern, und dieBedeckung im Schlafe, ferner die künstliche Erwärmung der äußeren Luft und die Stei-gerung der Eigenwärme, diätetisch namentlich durch Lcibesübung. Die Differenz zwischenbeiden Temperaturen wird ferner um so weniger nachtheilig, wenn die Haut nach und«nach den atmosphärischen Einflüssen gegenüber abgehärtet wurde; die Abhärtung istalso ein weiterer Theil der Hautdiätetik. Auf der anderen Seite soll aber auch einezu hohe Eigenwärme ermäßigt werden, namentlich durch Regulirung der äußerenTemperatur, der Kleidung und der Wärme erzeugenden Thätigkeiten, sodann durchdirecte, Wärme entziehende Mittel.

Die unentbehrlichsten Mittel der Hautpflege sind das tägliche Reinigen der un-bedeckten Körpertheile mit Wasser von nicht zu kühler Temperatur, der hinlänglicheWechsel der Wäsche und eine zeitweise Abreibung des ganzen Körpers, Winters mit lauernSeifenwasser, Sommers im kalten Bade; für die Hautpflege ist aber mit dieser Be-obachtung der nöthigsten Reinlichkeit noch wenig geleistet; es wird vielmehr erfordert,die ganze Hautdecke durch eine tägliche Abreibung mit einem in kühles Wasser getauchtenund ausgedrückten Schwamme oder mit grobem Leintuche und durch nachherigeS Abtrock-nen zu reinigen und zugleich zu erfrischen und zu kräftigen; am besten geschieht dieseWaschung mit der übrigen alltäglichen Säuberung vor dem Ankleiden; die Zimmer-temperatur darf dabei nicht unter 14° R. stehen, keine Zugluft den entblößten Körpertreffen und ehe die volle Reaction mit der Empfindung von Kraft und Behagen einge-treten ist, soll man nicht in die Kälte gehen. Für den Sommer treten an die Stelledieser Waschungen die Bäder im Freien; wer seine Kinder nicht an die täglichenallgemeinen Waschungen gewöhnen mag, soll doch jede Gelegenheit zu den kalten Bädernund mit ihnen zur unmittelbaren Abkühlung und Erfrischung und zur mittelbaren Kräf-tigung und Abhärtung des ganzen Menschen benützen; vom fünften Jahre sind dieFluß- und Seebäder bei einer Temperatur von 14 18° L. zuträglich; bei höhererTemperatur erfrischt man besser durch Abwaschen mit kühlem Brunnenwasser oder durchein Regen- oder Gießbad. Für die Knaben und bei der leider seltenen Gelegenheitauch für Mädchen sind die Bäder weiter zu der Muskel- und Lungenübung desSchwimmens zu benützen (s. Art. Baden.)

Diese Cultur der Gesundheitspflege ist zugleich auch die einzige durchgreifendeSchönheitspflege der Haut; doch sind überdies die bei allzu reizender Kost, bei häu-figer Verunreinigung namentlich der schwitzenden Haut mit Staub und wenn unbedeckteTheile durch die Sonnenhitze getroffen werden, entstehenden Ausschläge, ebenso istdie individuelle Sprödigkeit und die abnorme Talgsecretion, welche die sog. Mitesserveranlaßt, zu berühren; die unthätige Haut reibt man mit Flanell, die unreine reinigtman vom getrockneten Talge durch Abreiben mit befeuchteter, mittelfein gepulverterMandelkleie.

Die einfachste Pflege der Haare, dieses Anhangs des Hautorgans, bestehtin regelmäßigem Kämmen und Ordnen, beim Knaben im zeitweisen Abschneiden, beimMädchen in einer künstlichen Haartracht, welche die Haare nicht zerrt, bei beiden Ge-schlechtern im Kühlhalten, also im Unbedecktlassen des Kopfes, wo nicht Sonnenhitze,Regen oder Kälte oder, müssen wir hinzusetzen, die Mode eine Hülle verlangen; beitrockenem Haarboden ist das einfache Olivenöl das beste Erhaltungsmittel.

Die Kleidung, welche im ersten Lebensjahre viele Wärme und eine weiche Hüllegewähren muß, darf von der Zeit an, wo das Kind sich durch lebhaftes Gehen undBewegen und kräftiges Verdauen selbst mehr Wärme bildet, nach und nach kühlergenommen werden; der Hauptgesichtspunct ist dabei, daß die Erziehung es weder imAbhärten zuweittreibt, noch durch Angewöhnen von dichter Kleidung oder durch Bedeckenvon Hals, Gesicht und Händen die Verweichlichung und mit ihr die gesteigerte Empfind-