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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Körperliche Erziehung.

sauren Dinge zum Zerkauen oder Trinken und eine tägliche Reinigung der Mundhöhleund der Zähne mittelst einer Weichen, in laues Wasser getauchten Bürste; bei schlaffemZahnfleisch oder bei Neigung zu sog. Weinsteinansatz ist überdies der zeitweise Gebraucheines reinigenden und adstringirenden Zahnpulvers geboten. Das gründliche Reinigenmuß wie das Waschen zur Tagesordnung gehören und ebenso muß das AuSspülcn des-Mundes nach jeder Fleischspeise zur Regel werden.

Ans der andern Seite sei über die Ausleerungen bemerkt, daß das natürlicheBedürfnis nicht zu unterdrücken und daß das Eintreten desselben, namentlich bei Nei-gung zu Stuhlverstopfung, an bestimmte Tageszeiten zu gewöhnen ist; nur bei einerabnormen Reizbarkeit der Blase (abgesehen von Blasenkatarrh und andern krankhaftenZuständen) darf gegentheils durch absichtliches Verhalten die Häufigkeit der Ausleerungenüberwunden werden.

2. Athmen. Ans die große Bedeutung der Aufnahme reiner Luft für die Bildungeines guten, die gesunde Ernährung und die frische Nerven- und psychische Thätigkeitvermittelnden Blutes wie auf die Gefahren eines trägen Athmens in schlechter LuftWurde wiederholt hingcwicsen. Der Luftgenuß läßt sich mit der Erholung und mitder Leibesübuug im Bewegungsspiel, in spätem Jahren mit dem Turnen, den längerenGängen und Reisen verbinden, er läßt sich benützen, um die Lunge an stärkere Leistungenbeim Lausen, Reden und Singen zu gewöhnen, endlich um sowohl die Luftwege selbst alsdie Hautuerven durch Gewöhnung an niedere oder feuchte oder sehr trockene und bewegteLuft für die atmosphärischen Einflüsse, eine Hauptursache der Erkältungskrankheiten,unempfindlicher zu machen; dabei beachte man, mit der Zunahme der körperlichen Kräf-tigung im Verlaufe des Schulalters wird die Gefahr der Erkältung geringer und siewird überhaupt auch beim Aufenthalte in einer Atmosphäre unter Null sehr beschränkt,wenn man nur gesunde Kinder und diese nur in genügender Kleidung der rauhenWitterung aussetzt, bei lebhaftem, trockenem und kaltem Winde eine stärkere Anstrengungder Lunge durch Lausen und Schreien untersagt, und den Aufenthalt im Freien über-haupt nach dem Wetter kürzer oder länger benutzt, von einer Stunde ungefähr alsdem niedersten Maße bis zu einer möglichst langen Dauer an Sommertagen; sodann aberist es verkehrt, die Abhärtung fortzusetzen, wenn eine katarrhalische Reizung der Luft-wege sich einstellt; durch eine gleichmäßige warme Temperatur befördert man am ehestenden raschen Ablauf des Nebels und schützt dadurch vor einer mit der Dauer desselbenzunehmenden Neigung zu Rückfällen. So schwer es ist, auf eine bessere Luftbeschaffen-heit in den Wohn- und Schlafzimmern der Familien zu wirken, so leicht ist es demPädagogen, für seine Schulzimmer und die sämmtlichen Wohnräume der Erziehungs-anstalten zu sorgen; hier sei namentlich die Nothwendigkeit eines gründlichen Lüftensder Schlafzimmer zu jeder Jahreszeit und der Desinfection der Kloaken betont.

3. Körperwärme und Functionen der Haut. Zur menschlichen Gesund-heit gehört ferner wesentlich die Erhaltung der Eigenwärme und nur bei einer gewissenmittleren Temperatur ist namentlich auch die ungestörte Nerventhätigkeit möglich; werfriert, arbeitet geistig so schlecht, als Wer hungert, durstet oder in einer abscheulichenLuft schmachtet. Der Organismus erhält seine Eigenwärme hauptsächlich durch denvon der Nahrungszufuhr und dem Athmen abhängigen Stoffwechsel, unser Verhaltengegenüber der äußeren Temperatur ist aber weiter wesentlich bedingt durch die Beschaffen-heit unserer Hautdecken, und der gesunde Zustand der Haut ist der Ausscheidungenwegen wichtig für den Stoffwechsel, als Organ der Empfindungen und des Tastsinnsfür unser Nerven- und geistiges Leben; nach beiden Beziehungen ist es daher eineForderung, daß das normale Verhalten der Haut durch keine äußeren Schädlichkeiten ge-stört werde, namentlich nicht durch solche, welche die Haut zu stark Mühlen und dadurcherkälten, oder welche sic gegentheils in eine zu starke Thätigkeit versetzen. Die richtigePflege der Haut besitzt aber auch eine sittliche Bedeutung, insofern äußerer Schmutzso gerne mit allgemeiner, auch innerer Unsauberheit und Unordnung zusammen geht.