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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Körperliche Erziehung.

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ferner besteht oft lange Zeit, nachdem eine Unmäßigkeit im Genüsse einer Lieblings-speise oder das Essen bei gestörter Verdauung üble Folgen gehabt hat, oft ohne Erin-nerung an das einzelne Factum, ein Widerwillen gegen denselben Stoff; ebenso be-kommen uns vollkommen fremde Speisen um so schlechter, wenn wir sie ohne rechteLust genießen; angegangenes Fleisch oder faule Eier verschmäht der gesunde Jnstinctmit Recht. Unter allen diesen Umständen zwinge man die Kinder nicht zum Essen- wider Willen; etwas anderes ist die Weigerung des verwöhnten Gaumens, welcher sich

Z nur mit Lieblingsspeisen kitzeln will; eine solche ist allerdings nicht zu dulden und muß

» das Verzehren eines mäßigen Quantums sogleich oder bei der nächsten Zeit, alsdann

s ohne Ersatz des ausfallenden, dnrchgesetzt werden; wenn man über den Grund des

l Widerspruches zweifelt, so gebe man von den übrigen Speisen nur so viel, als znm

! Stillen des Hungers genügt, und recht wenig von der Lieblingsspeise. Sodann sollen

während des Essens, das keine rohe Abfütterung, sondern auch für das ältere Kindein gewisser Genuß sein soll, schon wegen der Verdauung, alle Speisen gut zerkautund soll auch kein Getränke hastig verschlungen werden, überdies aber muß eine heitereund zufriedene Stimmung mit einer gewissen Ruhe durch das Beispiel der Eltern auchbei den Kindern gepflegt werden; diese und die Sammlung durch Gebet segnet dieMahlzeit. Im Aerger genieße man gar nichts und ebenso verhüte man jede stärkereAnstrengung unmittelbar vor Tisch und wenigstens nach den Hauptmahlzeiten in dennächsten Stunden; ebenso dulde man keine enge Kleidung, welche das Athmen und dieAusdehnung des Magens hindert. Eine zu heiße Nahrung, ebenso der Wechsel zwischenheißeni Essen und kaltem Trinken stört die Verdauung und scheint nicht ohne Einflußs ans die Verderbnis der Zähne; besser trinkt man daher erst nach Tisch, aber auch jetzt> ist ein llebermaß des getrunkenen Wassers für den Magen nachtheilig.

Bei Kindern mit schwacher Verdauung, mit Neigung zu Diarrhöe oder gegentheilszur Hartleibigkeit sind in der Diät Aenderungen zu treffen, welche der Arzt zu bestimmenhat; besonders auch achte man bei schlechten Zähnen ans den Zustand des Magens;

, ebenso ist beim Eintreten eines Zöglings in ein Erziehungshans der plötzliche Wechselder Diät und ganzen Gewohnheit für die Digestion gefährlich.

In Bezug auf das Geschlecht sollte man vor der Entwicklung der Regeln,also im geschlechtlich indifferenten Alter keinen absoluten Unterschied zwischen Knabenund Mädchen aufstellen, und am wenigsten sollte man ans die Verzärtelung deszarten"Geschlechtes durch eine allzugewählte Diät hinarbeiten; bei Zimmergefangenen wirdfreilich Eßlnst und Verdauung schlechter sein als bei der natürlichen Erziehung, welcheLuftgenuß und Bewegung gestattet; im Gegentheil sollte man eher beim Weibe, dessenMagen während der Schwangerschaft für zwei Organismen Stoff zu bereiten hat, auf! eine recht kräftige Verdauung hinwirken.

An das Vorige schließt sich an die diätetische Pflege der Zähne; sie bedarf

^ hier um so mehr einiger Worte, als die Zahnfäule mit ihren Schmerzen, ihren Mund-

, entzündnngen, ihrem üblen Geruch, ihrem wechselseitigen Zusammenhänge mit Ver-

! dauungsstörnngen und mit ihrem Geleite von erforderlichen operativen Hülfen für einen

großen Theil der Jugend zur Plage wird und dem erwachsenen Alter den thöilweiseni Verlust des Apparates znm Kauen oder auch zur vollständigen Artikulation der Lauteund meist eine Entstellung überliefert. Schon beim zweiten Zahnen ist für ein richtigesAneinanderreihen und die Richtung der Zähne Sorge zu tragen und sind von jetzt analle Nüttel zu benützen, um die Dauerhaftigkeit der Zähne zu befördern; dazu gehörtder Schutz des Schmelzes vor dem Zerspringen, indem man nie ,zu kalte und zu, warine Speisen und Getränke einnimmt und noch weniger auf einander rasch folgenläßt, und indem man das Kauen und Knacken sehr harter Stoffe, wie der Nüsse, ver-bietet; ferner ist die Ablagerung von Mineraltheilen und Schleim zwischen Zahnhalsund Zahnfleisch und weiter die chemische Einwirkung von die Zahnsubstan; auflösendenoder ihre Fäulnis durch Gärung einleitenden Stoffen abzuhalten: also keine allzu

Pädag. Enchklopädie. IV. 6