Körperliche Erziehung.
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unschädlich ist, von jetzt an aber einmal täglich und zwar Mittags als conccntrirterund nicht gerade schwer verdaulicher Stoff Anwendung verdient; beim Uebermaße be-obachtet man Hautausschläge, eine regere Sinnlichkeit und namentlich beim Zusammen-wirken von reizender Fleischkost mit träger oder schlaffer Lebensweise vorschnelle Ge-schlechtsentwicklnng. Von größtem Werthe ist dagegen die richtige Mischung derpflanzlichen und der thierischen Stoffe, namentlich ist die fast ausschließlicheErnährung mit Kartoffeln und schwerem Brode der Anlaß zum habituellen Vielessen, zuUnterleibsbeschwerden, zu schlechter Blutbildung und damit auch geringer Leistungsfähig-keit der Muskeln und Nerven; ebenso ist auch der für die spätere Kindheit soviel belobteObstgcnuß nur dann zweckmäßig, wenn er zum Zwischcnbrode, in mäßiger Menge,neben sonstiger gemischter Nahrung geschieht und besonders Kindern mit Vollblütigkeitoder trägem Stuhlgang, oder zur heißeren Jahreszeit empfohlen wird. Viel verdau-licher ist das gekochte Obst, welches daher eine ganz zweckmäßige Zuspeise bei den Haupt-mahlzeiten bildet und mit den verschiedenen sämmtlich nicht sehr nahrhaften, die Darm-ausleerung bethätigenden Blätter- und Wurzelgemüsen abwechseln kann. Die sehr stick-stoffreichen Hülsenfrüchte eignen sich nur für die kräftige Verdauung der Schuljahre,früher, etwa vom dritten oder vierten Jahre an sollten sie nur in spärlicher Mengeund selten versucht werden, aber auch später verdauen nicht alle Mägen Erbsen oderLinsen, wenn sie nicht weichgekocht sind, oder gar Bohnenkerne; diese schweren Gemüsesollten daher nicht zu häufig und nur dann ans den Tisch kommen, wenn der Schülerwährend der Anstrengung des Magens seinen Kopf und seine Muskeln nicht gleichfallsanstrengen muß. Der Materialist preist diese Hülscnfrüchte besonders; denn sie ent-halten viel Phosphor, Phosphor aber ist ein Bestandtheil des Gehirns; das Gehirn„secernirt" die Gedanken, erZo! Glücklicher Weise kann der Geistesarbeiter seinenPhosphor auch aus dem Brode und Fleische bekommen und denkt besser, wenn er seinenMagen nicht mit solchen schwerverdanlichcn Dingen füllt. Von den übrigen Vegetabi-lien ist unser tägliches Brod als solches oder als Suppe mit Salz, Fett und Wasser-ader mit Fleischbrühe zubereitet, ist ebenso die gekochte Gerste und sind die einfachen,nicht allzu fetten Mehlspeisen zur Mittags- und Abendkost, gut gebackenes, nicht mehr-heißes oder feuchtes Brod überdies als Zwischenkost, bei den Armen für sich, bei denWohlhabenden mit Obst oder Butter, mit Recht ein Hauptstück der Ernährung im ganzenKindesalter. Reis ist ein armseliger Nahrnngsstosi, der ebensowenig wie die Kartoffelnallein die Hauptmahlzeit bilden sollte, weil auch ein großes Quantum von beiden zuwenig Proteinstoffe dem Körper einverleibt.
Von den animalischen Stoffen sind Butter als Zusatz zu Brod oder Kartoffelnganz zweckmäßig für das Zwischen- oder Hauptessen, und ist überhaupt ein mäßiger Zu-satz von Fetten zu den warmen Speisen viel zweckmäßiger als ihr Ersatz durch größereMengen stärkmehlhaltiger Substanz. Sodann behält die Kuhmilch durch die ganzeKindheit hindurch eine Hauptbedeutung als milde und leichte Nahrung und als daszweckdienlichste Getränke, wenn solches zugleich nähren soll; sie paßt daher vortrefflichfür die Morgen- und Abendkost, je nach Jahreszeit oder bessern: Bekommen kühl oderlau. Der Magen verlangt jedoch zur Sättigung einen derberen Zusatz, also Brod oderSemmel; ebenso ist saure Milch mit Brod ein treffliches, zugleich nährendes und küh-lendes Abendessen für die warme Jahreszeit. Die Milch wird überdies leichter beiaromatischen Zusätzen verdaut, und daher ist für empfindlichere Mägen ein wässerigerAufguß von Cacaoschalen und meinethalb ein Gemisch mit dem ins Volk gedrungenenKaffee, weniger dem Thee, nicht zu beanstanden. Weit entfernt, die reizbare Schwächedes Nervensystems und die Gefäßerregbarkeit, bei sonstiger armseliger Kost die schlechteErnährung als Folgen eines starken Kaffee- oder Theegebrauches selbst bei den Erwach-senen in Abrede zu ziehen, finde ich doch keinen Grund jene Mischung von Milch,Zucker und einigen Löffeln Kaffeeaufguß, welche neben Brod ein häufiges Frühstückder Schulkinder bildet, zu verbannen.