Körperliche Erziehung.
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Schutz vor Erkrankung; noch häufiger aber muß erst mit einer höheren Altersstufeeine stärkere Constitution abgewartet werden, oder muß man vor allem die Schwäch-lichkeit durch sorgfältiges Beseitigen ihrer äußeren Ursachen sowie aller Anlässe zumErkranken und durch positive, das physische Gedeihen befördernde diätetische und me-dicinische Mittel aufheben, bis es Zeit wird, einen vorsichtigen Versuch mit sog. Ab-härtungsmitteln anzustellen. Wollte man doch beim Mißlingen der ersten Probenunter strengstem Individualismen methodisch fortfahren, denn gerade bei den Schwäch-lichen, welche so gerne bei Seite gelassen werden, ist die Kräftigung wie am schwierig-sten anszuführen, so bei glücklichen Ergebnissen am belohnendsten.
Die specielle Darstellung der körperlichen Erziehung als Gesundheitspflege imhöchsten Sinne des Wortes gliedern wir nach den physiologischen Functionen des Or-ganismus und beginnen mit der vegetativen Sphäre, um mit der animalischen, demNerven- und Gehirnleben an ihrer Spitze zu schließen.
1. Nahrung. Die Zufuhr des Bildnngs- und Ersatzmaterials für die Gewebeund Flüssigkeiten des Körpers ist für den noch im Wachsthum begriffenen Körper vongrößerer Bedeutung als für das stehende, relativ weniger Stoffs bedürftige, an Reizegewöhnte Alter; für die verschiedenen Stufen der Kindheit und Jugend zusammen lassensich folgende diätetische Regeln aufstellen. Die Nahrung muß nach Menge und Be-schaffenheit hinreichen, um ein volles körperliches Gedeihen und die volle Function desGehirns zu ermöglichen, soll aber weder bei der einzelnen Mahlzeit, noch im ganzenTage ein gewisses, für die beschwerdelose Verdauung und die normale Blutbeschaffenheiterforderliches Maß überschreiten. Da der Mensch von der Natur ans eine gemischtepflanzliche und thierische Kost angewiesen ist, muß die nöthige Mischung der Stoffe ein-treten. Stoffe, welche als zu arm an plastischem, namentlich animalischem Material, ingroßer Masse ausgenommen werden müßen, um den Bedarf zu decken, sind um so mehrzu beschränken, wenn die angestrengte Arbeit des Gehirnes reichere Kost und kürzereVerdauung verlangt; Stoffe, welche im klebermaß genossen oder an sich entweder einezu reiche Blutbildung und mit derselben einileberwuchern der Sinnlichkeit, eine vorschnelleEntwicklung des Körpers, zumal hinsichtlich der Geschlechtlichkeit bedingen, oder welcheden Magen an starke Reize gewöhnen (Gewürze), oder eine specifisch erregende Wir-kung aufs Gefäß- und Nervensystem ausüben (Gennßmittel), sind zumal in der Jugendmöglichst zu beschränken, beziehungsweise ganz auszuschließen; Stoffe, welche weniger alsNahrungsmittel denn als Näschereien zu betrachten sind, wären nur ausnahmsweise zugestatten, damit nicht durch Mißbrauch Verdauungsleiden und eine Steigerung der sinn-lichen Begierden herbeigeführt werden. Dem natürlichen Bedürfnisse, welches sich durchHunger oder Durst ankündigt, ist volle Rechnung zu tragen; ebenso ist aber auch diefolgende Nährungszeit so lange hinauszuschieben, bis das Bedürfnis wiederum eintrittund der Magen zur Verdauung wieder vollkommen befähigt ist; das Quantum derMahlzeiten ist dabei so zu regeln, daß die größte Menge in die Mitte des Tages fällt,daß die erste Nahrung dem über Nacht eingetretcnen mäßigen Bedürfnisse genügt unddaß die letzte Mahlzeit eine ruhige, weder durch Hunger, noch durch Magenüberladungoder Gefäß- und Nervenreizung gestörte Nachtruhe gewährt; der Magen ist in derJugend nach und nach an gröbere und schwerer verdauliche Kost zu gewöhnen, umdie Gesundheit im späteren Leben auch bei minder günstigen Nahrungsverhältnissen zusichern und eben dadurch die Existenz des Menschen von der Stoffqualität weniger ab-hängig zu machen. Endlich sind die Bedingungen für die vollkommene Assimilationder Nahrung und für einen Verdauungsact ohne Störung der übrigen Functionentheils durch die richtige Zubereitung der Speisen, theils durch das richtige physischeund psychische Verhalten vor, über und nach Tisch zu erfüllen.
Sodann in Bezug auf die einzelnen Altersstufen besteht die physiologischeForderung, daß*von der milden, leicht verdaulichen, in häufigeren Zeiten gereichten Nah-rung des Lebensalters nach dem Entwöhnen ein allmählicher, namentlich mit dem