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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Klosterschulen.

Knabenschulen.

Wenn aber Sinn für gutes, historisches Recht und die Pietät, die sich scheut, frommeStiftungen der Väter anzutasten, jeden offenen oder verdeckten Versuch, diese Schulenihrer eigentlichen Bestimmung zu entziehen, znrückweisen werden, so bleibt doch immer-hin die Frage offen, ob etwa in ihrer Organisation Aenderungen vorgenommen werdensollten, durch Welche ihre Bestimmung bester erweicht Würde.

Dahin gehört ein vor etwa 15 I. von dem verewigten Professor Walz gemachterVorschlag, statt der Seminarien mit vierjährigem Kursus (vom 14. bis 18. I.) geson-derte Anstalten für das Alter vom 14.16. und vom 16.18.1. zu errichten. Wollteder Vorschlag eines Wechsels den Nachtheilen begegnen, welche entweder in der Schwie-rigkeit liegen sollen, in der gleichen Anstalt aus einer verfehlten Richtung herauszu-kommen, oder in dem Mißgeschick, vier Jahre hindurch minder anregende Lehrer zuhaben, so dürfte die innere Geschichte dieser Anstalten den Beweis liefern, daß es keines-wegs unmöglich ist in der gleichen Anstalt einen neuen Weg zu betreten. Nehmen wiraber einmal ungenügende Leistungen von Seiten eines Collegiums an, so läßt sich ebensowohl denken, daß die Zöglinge bei einem Wechsel verlieren, als daß sie gewinnen.Dagegen ist unter der Voraussetzung gleicher Tüchtigkeit ein Wechsel in diesem Alterimmerhin nachtheilig. Da die meisten und die wichtigsten Fächer durch beide Anstalten fort-gesetzt werden müßten, so würde die unvermeidliche Jncongruenz nothwendig Nachtheilbringen. Einerseits würde es schwer sein, den Unterricht in den wissenschaftlichenFächern in organischem Zusammenhang fortzusetzen, andererseits würde die Differenzder Lehrer in den sprachlichen und Realfächern, während sie für ein reiferes Alter an-regend ist, für ein jüngeres verwirrend wirken. Die harmonische Continuität des Unter-richts wie der Erziehung erscheint durch den gegenwärtigen vierjährigen Cursns ambesten gesichert. ^

Andere, in der württembergischen Ständeversammlung vorgelegte Anträge brachtedas Jahr 1849. Zunächst den gutgemeinten Vorschlag einer Verminderung der Zahlder Seminaristen, um die Ersparnisse zu besserer Stellung der protestantischen Geist-lichen und Schullehrer zu verwenden, sodann den auf Ersparnisse für den Staat abzie-lenden Vorschlag, die Seminarien mit Gymnasien zu vereinigen. Diese Anträge erfuhrenihre Prüfung und Widerlegung in einer von dem Unterzeichneten Verfasser im Namen derSeminarien ausgegebenen und an die Ständeversammlung gerichteten Schrift, und wur-den in letzterer nicht weiter verfolgt.

Eine Veränderung im Unterrichtsplan bezweckte der vor mehreren Jahren zuerstvon Prof. Walz (nach dem Vorgang von Sinner) geäußerte, dann inmitten der Ober-kirchenbehörde eingebrachte Vorschlag, einige Stunden der Lectüre griechischer Kirchen-väter zu widmen. Die Kollegien der vier Seminarien, zu einer gutächtlichen Aeußerungüber den Vorschlag aufgefordert, stimmten demselben nicht bei. Während dem Studiumder griechischen Classiker hiedurch Eintrag gethan würde, wäre für die theologischenZwecke nichts gewonnen. Um die christlichen Kirchenväter gehörig zu verstehen und zuwürdigen, muß eine genauere Kenntnis der ersten christlichen Jahrhunderte, muß eintheologisches Studium vor aus gehen. Mit Rücksicht auf die kirchliche Bestimmungder Seminarien ist es weit angemessener, so wie es geschehen ist, dem Neuen Testa-mente, um den größeren Theil desselben innerhalb des nieder» Seminars lesen zukönnen, eine größere Stundenzahl zuzuwenden. Denn Kenntnis der h. Schrift mußdie Grundlage des theologischen Studiums bleiben. Bäumlein.

Knabenalter, s. Altersstufen.

Knabenschulen. Es ist hier, wie sich von selbst versteht, nicht von höherenSchulen die Rede, welche von Knaben besucht werden, sondern von denjenigen Claffender Volksschule (s. d. Art.), in welchen bei Trennung der Geschlechter allein Knabenunterrichtet und erzogen werden. In früherer Zeit fielen die Begriffe Schule undKnabenschule zusammen, weil lange bis ins achtzehnte Jahrhundert die Mädchen mitAusnahme weniger Fälle die öffentliche Schule nicht besuchten. Dies scheint in der