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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Klosterschulen.

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ganzen Umgebung, ist, seitdem 1828 die Speisung unter sichern Bedingungen an einenKostgeber überlassen, für andere Nutznießungen aber zum Vorthcil der Zöglinge eineGeldentschadignng eingetretcn ist, bedeutend vereinfacht worden. Die öconomischen Ge-schäfte werden nun von dem Ephorus und einem Oekonomieverwalter (mit 200 fl.)oder Kassier (mit 100 fl. Besoldung) besorgt. Der gesammte Aufwand für ein ein-zelnes der niederen evangelisch-theologischen Seminarien beträgt jährlich etwa 13,000 fl.Dieser Aufwand wird durch die vom Staat eiugezogenen Besitzungen nnd Güter derin Klosterschulen verwandelten Klöster jedenfalls mehr als gedeckt. Nur Unkenntnisder geschichtlichen Verhältnisse, daß die Klosterschulen als rechtmäßige Erben der Klösteranzusehen sind, könnte die für den Dienst der Kirche bestimmten Beneficien für eineparteiische Bevorzugung halten und im Ernst verlangen, daß der Staat auch andernBerufsbildungen die gleichen Begünstigungen zuwende. Die evangelische Kirche Würt-tembergs niüßte unzweifelhaft in ihrem Charakter, in ihrer theologischen Tüchtigkeiteine wesentliche Veränderung erfahren, wenn diese theologischen Seminare mit ihrerSpitze, dem Stift zu Tübingen, aufgehoben und aufhören würden, den Kern zu bildenfür die Vorbereitung zum Dienst der evangelischen Kirche. Wir dürfen jedoch nichtverschweigen, wie die Gelehrtengeschichte Beweise genug liefert, daß, obwohl durch dieKlosterschnlen Württembergs vorzugsweise theologische Bildung gefördert ward, so daßwürttembergische Theologen vielfach an auswärtigen Universitäten mit Ruhm Lehrstühleeinnahmen, dennoch die freie Entwicklung nach verschiedenen wissenschaftlichen Richtungenin keiner Weise gehemmt ward. Zöglinge jener Schulen haben in allen Zweigen derWissenschaft und des öffentlichen Dienstes eine ausgezeichnete Stellung sich errungen.*)

*) Wir führen zur Begründung des Gesagten eine Reihe von Männern an, die, zwischen1750 nnd 1773 geboren, Zöglinge der Klosterschulen waren, nnd sich entweder auf dem Gebieteder Theologie oder durch sonstige wissenschaftliche oder Praktische Thätigkeit in weiteren KreisenAnerkennung oder eine ausgezeichnetere Stellung errangen. Es sind: Jer. Dav. Renß, geb.1750, Prof, und Oberbibliothekar in Göttingen; Jac. Fr. Abel, geb. 1751, Prof, der Philosophiein Tübingen, zuletzt Prälat; G. Jac. Plank, geb. 1751, vr. u. Prof, in Göttingen; die Phi-lologen Joh. Jac. Rast, geb. 1751, Prof, zu Stuttgart und Joh. G. Hutten geb. 1751,Ephorus in Urach; L. Tinioth. Spittler, geb. 1752, Prof, der Geschichte in Göttingen; Joh.Fr. Flatt, geb. 1759, vr. u. Prof, der Theologie in Tübingen; der Mathematiker Joh. Fr.Wurm, geb. 1760, Prof, in Stuttgart; der Philosoph Chr. Gottfr. Bardili, geb. 1781; K.Fr. Stäudlin, geb. 1761, vr. u. Prof. der Theol. in Göttingen; Joh. Fr. Gaab, geb. 1761,vr. der Theol. u. Prälat in Tübingen; K. Fr. Graf von Reinhard, geb. 1761, Pair vonFrankreich n. Mitglied der Akademie; K. Felix Seyffer, geb. 1762, Director des statistisch-topogr.Bureaus in München; der Dichter Karl Phil. Conz, geb. 1762, Prof, der alten Literatur zuTübingen; K. Chr. Fr. Weckherlin, geb. 1764, Vf. hebr. u. griech. Grammatiken, Prof, undRector in Stuttgart; Fr. K. Lebret, geb. 1764, Oberbibliothekar in Stuttgart; K. Heinr.Gros, geb. 1765, Prof, der Rechtswissenschaften in Erlangen, zuletzt württ. Geheimerath; Joh.Gottl. Bohnenberger, geb. 1763, Prof, der Astronomie u. Physik in Tübingen; Eb. Lndw.Krippendorf, geb. 1766, Vicekanzler bei dem Oberhofgericht zu Mannheim; der MathematikerJoh. K. Fr. Hauff, geb. 1766, Prof, in Marburg, dann in Gent; der Pädagog Fr. PH. Imin.Niethammer, geb. 1766, Oberstndien- u. Obercons.-Rath in München; Fr. G. Süskind,geb. 1767, vr. der Theologie nnd Director des Studienraths in Stuttgart; G. A. von Grie-singer, geb. 1769 , Geschäftsträger von Sachsen-Weimar am Wiener Hofe; E. G. Bengel,geb. 1769, vr. u. Prof, der Theol. in Tübingen; der Philosoph G. W. Fr. Hegel, geb. 1770;der Geschichtschreiber Joh. Chr. Pfister, geb. 1772, Prälat; K. Chr. Flatt, geb. 1772, vr.u. Prof. d. Theol. in Tübingen, zuletzt Prälat u. Director des Stndienraths; der StatistikerJoh. Dan. Memminger, geb. 1773, Oberfinanzrath bei dem statistisch-topogr. Bureau in Stutt-gart; die Pädagogen B. G. Denzel, geb. 1773, Director des Schullehrerseminars in Eßlingen,und K. A. Fr. Zeller, geb. 1774, preußischer Oberschnlrath; die Mathematiker K. W. Andr.Pfaff, geb. 1774, Prof, der Astronomie in Erlangen, und K. Fr. Hauber, geb. 1775, Ephorusin Maulbronn; der Philosoph W. Jos. Schelling, geb. 1775 ; Joh. Chr. F. Stendel, geb.1779, vr. u. Prof. d. Theol. in Tübingen; Gottl. Chr. Fr. Fischhaber, geb. 1779, Prof, derPhilosophie in Stuttgart; Phil. Jos. Rehfues, geb. 1779, Curator der Universität Bonn.