Klosterschulen.
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gebenen Anstalt zuznwcnden. Die Zahl der Professoren ward zwar wieder auf zweireducirt; da jedoch den drei definitiven Lehrern ans der Zahl der theologischen oderphilologischen Kandidaten zwei jüngere unverheirathete Männer je auf kürzere Zeit bei-gegeben wurden, war theils eine schickliche Verkeilung der Unterrichtsfächer leichtermöglich gemacht, theils konnte der Zweck einer unmittelbaren und doch nicht lästigenAufsicht besser erreicht werden. Es haben nämlich diese jüngeren Lehrer (Repetenten),um Fleiß und Benehmen der Zöglinge stets überwachen zu können, ihre Studirzimmerzwischen den Museen, ihre Schlafzimmer zwischen den Schlafsälen der Seminaristen^und jene wie diese stehen durch Seitenthüren mit den Arbeitszimmern und Schlafsälender Seminaristen in Verbindung. Bei Tisch, und wenn der Wochenprofessor verhindertist, bei deni Morgen- und Abendgebet sind sie zur Aufsicht gegenwärtig. Auch aufSpaziergängen und in den Erholungsstundcn sind die Repetenten angewiesen, soweit esohne Zwang geschehen kann, sich an die Seminaristen anznschließcn und an ihrenSpielen theilzunehmen. Ueberhanpt haben sie sich „zu den Seminaristen in das Ver-hältnis älterer und reiferer Freunde, denen das gütliche Mahnen und Erinnern zu-kommt, zu setzen," „durch ihre Wachsamkeit soll Unrechtes aller Art möglichst verhütetWerden." Ein väterliches Verhältnis ist es, in welches der Ephorus nnd die Pro-fessoren als Erzieher zn den Zöglingen treten sollen. Jeder Professor hat eine Hälfteder Promotion in besondere Fürsorge und Obhut zu nehmen.
Den: Ephorus steht außer der Leitung des Ganzen insbesondere die Aussicht überdie Kost und die Fürsorge für die Kranken zu. Er kann unter eigener Verantwort-lichkeit, in zweifelhaften Fällen nach vorgängiger Besprechung mit den Professoren,Dispensation von allgemeinen Anordnungen, Erlaubnis zn Reisen, zu gemeinsamenExkursionen u. dglTertheilen.
Bei dem Unterricht ist, wie dies von Anfang an ausgesprochen und mehr oderminder entschieden immer anerkannt war, das Princip des Humanismus zu Grundegelegt. Demgemäß haben im Einklang mit der Bestimmung dieser Anstalten die altenSprachen den Vorzug. Für die lateinischen nnd griechischen Schriftsteller sindzusammen 14—16 Stunden wöchentlich ansgesetzt. Dazu kommen die Extemporaneen(Exceptioncn) im Lateinischen und Griechischen und die Wöchentlichen Composttionen(Hebdomadarien) in Verbindung mit der Uebersetzung einer lateinischen Periode insDeutsche. An die Stelle der lateinischen Hebdomadarien treten in den zwei letztenJahren von 4 zu 6 Wochen lateinische Aufsätze. Im Griechischen kommt etwa nochein grammatischer Unterricht (Repetition der Formenlehre und Erklärung der wichtigstenLehren der Syntax) hinzu. Dem Hebräischen, das im Seminar begonnen wird,sind wöchentlich 3 Stunden angewiesen. Nach Beendigung des grammatischen Unter-richts werden historische, poetische und prophetische Schriften gelesen. Repetitionen undCompositionsübungen dienen dazu, die Kenntnis der Grammatik gegenwärtig zn erhalten.Das Französische, dessen Elemente ebenfalls im Seminar angefangen werden, istwöchentlich mit 2 Stunden bedacht. Kenntnis und Hebung des Deutschen sollen diedeutschen Aufsätze, der Declamationsunterricht verbunden mit Uebung in freien Vor-trägen, auch die Geschichte der deutschen Sprache und Nationalliteratur gewährcn.Beim Religionsunterricht, welchem mit dem neuen Testamente 4 Stunden ange-wiesen sind, ist ausdrücklich gewarnt, nicht in akademische Vorlesungen über Dogmatik,sich zu verlieren. Die allgemeine Geschichte, an welche sich die besondere GeschichteWürttembergs und zuletzt ein zusammenfassender Ueberblick des Ganzen anschließen sollist durch den ganzen vierjährigen Cursus mit 2 Stunden bedacht. Auch der (mathe-matischen, physischen und politischen) Geographie „ist die erforderliche Stundenzahlzu widmen." „Für den Unterricht in der Mathematik, der niederen und höherenArithmetik, Algebra, ebenen Geometrie, Stereometrie und Trigonometrie, wozu im letztenJahre der Bortrag der Physik kommt, sind ordentlicher Weise 3, und wenn nach Ab-theilungen gelehrt wird, auch 4 Stunden in der Woche auszusetzen." Der philosophische