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Kleinkinderschulen.
Erlaubnis, den Namen Oberlin dem ihrigen hinzuzufügen, sich ausbittend, und hat,als ihr in Folge des Berichtes, den Cuvier 1829 über die wohlthätige Wirksamkeitder Kleinkinderschulen an das Nationalinstitnt erstattete und in welchem er sie undOberlin als die Gründer derselben bezeichnet hatte, der Monthyonsche Tugendpreisvon 5000 Francs zuerkannt wurde, den ganzen Betrag des Preises den fünf zurPfarre Waldbach gehörigen Kinderbewahranstalteu vermacht. Solche Borbilder mußtenwirken und ein allgemeiner philanthropischer Zug der Zeit kam diesen Anregungenentgegen. Edle Menschenfreunde und Pädagogen, wie der Graf Spaur im Jahre1802 und Wolke („Erziehnngskunde, 3 Bd. 1805; 2. Abtheil. S. 318) tratenbegeistert für diese Anstalten auf. Wie aber der Gedanke der Bewahranstaltaus deutschem Gemüthe hervorgegangen war, so war es auch eine deutsche Fürstin,die geistvolle und thatkräftige Pauline Christiane Wilhelmine von Lippe-Detmold,welche in Detmold eine öffentliche Anstalt dieser Art errichtete. Bereits hatte sie dasArmenwesen in Detmold nach einem durchgreifenden Plane geordnet, 1799 eine Erwerb-schnle und 1800 eine freiwillige Arbeitsanstalt gegründet, und mit dieser ein Kranken-haus, eine Waisenanstalt, sowie das Schulseminar zu einem großen Ganzen unter demNamen einer „Pflegeanstalt" vereinigt, (s. Krücke: Die Pfleganstalt in Detmold. Lemgo,1813), als sie im I. 1802 diesem Institute noch eine „Aufbewahrnngsanstalt"hinznfügte, in der Kinder, welche von der Brust entwöhnt, aber noch nicht vier Jahrealt waren, in der Zeit von Johannis bis October, in welcher die Mütter am meistenmit Feldarbeiten beschäftigt sind, von Morgens 6 bis Abends 8 Uhr überwachtwerden sollten. Erwachsene Mädchen aus der Erwerbschule wechselten alle drei Wochenin den: Geschäfte der Ueberwachung dieser Kinder miteinander ab und an der Spitzestand die Aufseherin des Krankenhauses. Ein Kreis von zwölf Damen der Stadtführte die Oberaufsicht. Lange Zeit blieb diese Anstalt die einzige in Deutschland, undder Gedanke der Bewahranstalt schien nur von hochbegabten Menschen oder Fürstenrealistrt werden zu können. Das Verdienst, diesen Gedanken von der Idealität, inwelcher er bisher aufgefaßt worden war, zu befreien und ihn der Praxis des Lebensans solche Art näher zu führen, daß eine allgemeinere Betheiligung von Vereinen undGemeinden an demselben möglich wurde, gebührt den Engländern. Schon im Jahr1800 hatte der menschenfreundliche Robert Owen in seiner Fabrik zu New-Lanarkin Schottland eine Pflegeanstalt für die Kinder der Fabrikarbeiter gegründet. DieEinrichtung dieser Anstalt, innig mit dem ganzen Leben der Fabrik verbunden, konnteaus andere Lebenskreise nicht übertragen werden. Doch hatte die Sache mannig-fache Besprechungen veranlaßt und war besonders durch Brougham, der sogar dasParlament für dieselbe zu interessiren suchte, dahin gefördert, daß nicht nur 1818 einefür allgemeinere Verhältnisse berechnete Kleinkinderschule (iukaut soool) in Brewers-Green Westminster und bald darauf mehrere andre gegründet wurden, sondern daß sichauch eine Gesellschaft von Freunden der Kleinkinderschule (iukaut-soool-sooist^) bildete,welche die Angelegenheit energisch förderte. In Folge einer Zusammenkunft, die vonden Mitgliedern dieser Gesellschaft in London gehalten wurde, und an deren Berathungenhervorragende Männer, wie Brougham, Mackintosh, der Marquis von Landsdown undWilberforce, sich eifrig betheiligten, wurde S. Wilderspin, der Vorsteher der Central-Kleinkinderschulc in London, 1824 beauftragt, durch Rundreisen im Lande die Grün-dung ähnlicher Anstalten anzuregen und die bestehenden durch seinen Rath zu fördern. InFolge dieser Bemühungen ist die Zahldieser Anstalren in England bis gegen 500 gestiegen.Das öfter erwähnte Buch Wilderspins über den Gegenstand, ins Deutsche von demehrenwerthen Kaufmann Joseph Wertheimer, der in Wien lebte und für die Sachewirkte, übersetzt, hat einen neuen Aufschwung der Kleinkinderbewahranstalten in Deutsch-land angeregt. Hier war unterdessen namentlich durch die Kriege gegen Frankreich unddurch die religiöse Vertiefung des Volksgeistes das Bedürfnis solcher Anstalten allge-meiner und gründlicher empfunden worden, und der Professor Wadzeck in Berlin