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4 (1865) Kirche - Muttersprache
Entstehung
Seite
53
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Klcinkmderschulcn.

im Freien, wo möglich im Garten. Endlich ist auch 5) für die geeignete Anlage undZugänglichkeit eines geheimen Gemaches Sorge zu tragen. Das 1 bezeichnet«!Hauptzimmer muß außer dem Raum für die nöthigen Bänke, auf jedes Kind etwa1214 Zoll gerechnet, Tische und Schränke noch einen ausreichenden freien Raum fürdie vorzunehmden körperlichen Hebungen und ruhigeren Bewegungsspiele enthalten. I. G.Wirth (Ueber Kleinkinderbewahr-Anstalten, eine Anleitung zur Errichtung solcher An-stalten rc. Augsburg 1838") berechnet die Räumlichkeit dieses Hauptzimmcrs so, daßauf jedes Kind 1012 Quadratfuß kommen, und dürfte dies Verhältnis ein ziemlichrichtiges sein. Für 50 Kinder wäre demnach ein Zimmer von 30 Fuß Länge und20 Fuß Breite erforderlich. Da die Erhaltung und Befestigung der Gesundheit derKinder einer der Hauptzwecke dieser Anstalten ist, so wird namentlich bei diesem Haupt-zimmer darauf gesehen werden müßen, daß es hell sei und doch kein blendendesLicht habe, daß daher die Fenster womöglich nicht nach der Mittagsseite liegen und,wenn dies dennoch nicht vermieden werden kann, mit Fensterladen und dunklen Vor-hängen versehen seien, um die größte Hitze und das stärkste Licht abzuwehren, daß auchdie Mauer des Zimmers nicht weiß angestrichen sei, daß der Fußboden nicht feucht sei,daß endlich für reine Luft durch die sorgsamste Reinlichkeit im Innern und durchOeffnen der Fenster gesorgt werde. Zu den nothwendigen Geräthschaftcn diesesZimmers gehören, außer den in der Höhe zwischen 1013 Zoll wechselnden Bänkenfür die Kinder, ein Tisch und ein Sessel für den Leiter, die, wie manche wollen, aufeinem Podium stehen, was Wohl nicht für nothwendig erachtet werden dürfte, da sichdie kleinen Kinder auf den niedrigen Bänken leicht übersehen lassen, ferner einige Tischezum Spielen für die Kinder, die daher nicht höher als 2 Fuß sein dürfen, eine Wand-tafel. und ein Schrank, der in Fächer getheilt ist, um sowohl Vorrichtungen und Gegen-stände für die Spiele der Kinder aufzunehmen, als auch die gelegentlich und zwar nichtselten von Hause mitgebrachten Gegenstände den Kindern abzunehmen und bis zur Ein-händigung aufzubewahren. Auch des Schmuckes soll dieser Raum nicht ganz entbehren:Bildertafeln und Bilder aus der heiligen Geschichte werden denselben in geeigneterWeise darbieten. Wirth macht hiezu die gute Bemerkung, daß Bildertafeln rc. vonZeit zu Zeit gewechselt, Bilder jedoch, welche auf das Gemüth der Kinder einen blei-benden Eindruck machen sollen, nie ihren Augen entzogen werden mögen. Die Geräth-schaften für das zweite Zimmer und die Kammer ergeben sich aus der Bestimmungderselben; zu denselben tritt als besonders wünschenswertst eine Vorrichtung zumWaschen, so an der Wand befestigt, daß die größeren Kinder selbst hinzutreten undsich reinigen können. Neben dem Hauptzimmer ist für die Anstalt ein Spielplatz imFreien das unentbehrlichste und wichtigste Erfordernis. Wilderspin (a. a. O. S. 53)macht neben den wichtigen Gesundheitsrücksichten, welche den Spielplatz in der gutenJahreszeit und bei günstigem Wetter, überhaupt so viel als möglich zu benutzen gebieten,mit guten-Gründen auch die pädagogische Rücksicht dafür geltend, daß sich bei demfreieren Verkehre auf dem Spielplätze die Neigungen und sittlichen Eigenschaften der Kinderoffener und stärker offenbaren, als dies im Zimmer geschieht; und Wirth (a. a. Q.S. 16) fügt hinzu, daß in dieser bewegteren Sphäre des Kinderlebens auch solcheKinder, welche sonst leicht bei ihren Leitern Schutz und Hülfe suchen, leichter zur Selb-ständigkeit reifen und schneller zur Selbsthülfe sich entschließen, als im Zimmer. Wil-derspiu zieht einen mit Ziegelsteinen gepflasterten Platz, weil er nach eingetretenenRegen am schnellsten wieder trockne, Wirth dagegen einen mit Nasen belegten odermit Flußsand bedeckten vor; daß derselbe Sonne, aber auch hinreichenden Schatten,vornehmlich Baumschatten, habe, ist selbstverständlich äußerst wünschenswerth.

Das Verhältnis der Anstalt zu den Eltern der Kinder muß durch be-stimmte Statuten geregelt sein. Von den, in der berühmten (von I. Wilson gegrün-deten) Anstalt zu Spitalfields zu Grunde gelegten, Anordnungen, daß 1) die Elternihre Kinder nur, wenn diese völlig gesund, rein gewaschen und gekämmt sind, in die