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4 (1865) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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Kleinkinderschulen.

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Führung derselben lieber einer Vorsteherin (Hausmutter), als einem Manne zu über-geben. Da aber bei den ärmlichen Verhältnissen solcher Anstalten die an denselbenwirkenden Persönlichkeiten immer werden aus den untern Ständen genommen werdenmüßen, und in diesen gerade die älteren unverheiratheten Personen selten die Eigenschäften besitzen, welche von einer solchen Vorsteherin gefordert werden, und da anderer-seits der Verkehr mit den Eltern der Kinder manche Schwierigkeiten darbietct, denennur der Mann recht begegnen kann, so wird, wie es auch in den nieisten Fällen wirk-lich ist, es minier das Beste bleiben, ein wohlwollendes und gemüthliches, nicht kinder-reiches, aber auch nicht kinderloses Ehepaar an die Spitze des Ganzen zu stellen. Aberauch in diesem Falle bleibt es wünschenswerth, daß die Frau sich nicht bloß mit derAufsicht über das Haus, das Mobiliar und die Effecten der Schule und mit der Sorgefür die allezeit höchst nöthige Reinlichkeit und Ordnung beschäftige, sondern daß sie anden mit den Kindern vorzunehmeuden Beschäftigungen und Spielen einen persönlichen undnicht zu beschränkten Antheil nehme; denn nur so kann die Aufgabe der Kleinkinderbc-wahranstalt, den Kindern die Familie und vornehmlich die Mutter zu ersetzen, erfülltwerden. Wenn dann von Zeit zu Zeit der Hausvater Antritt, mit freundlichem Ernsteanordnet, ermahnt, lobt und tadelt, allenfalls auch einzelne Beschäftigungen selbst leitet,so erscheint er als der Repräsentant der väterlichen Auctorität, welche dem mütterlichenWalten die Sanction ertheilt, und das Gesammtleben nähert sich umsomehr dem Bildeder Familie. Leider ist es gewöhnlich nicht so, sondern die Theilung der Geschäftezwischen Mann und Frau ist in den nieisten Fällen eine solche, daß die Hausmuttersich ganz auf die äußeren Dinge des Hauswesens beschränkt, und der Hausvater ganzden persönlichen Verkehr mit den Kindern übernimnit. Diese Trennung, hauptsächlichdurch das so oft hervortretende Ungeschick der Frauen zur Leitung der Kinder hervor-gerufen, ist eine dem Wesen der Kinderbewahranstalt ganz widersprechende und mußdie Wirksamkeit derselben in hohem Grade schmälern. Damit sie nicht nöthig werde,bleibt zu wünschen, daß der Hausmutter eine Gehülsin, eine zweite jugendlichere Wär-terin, zur Seite gestellt werde. Die Thätigkeit derselben besteht darin, daß sie gewisseArbeiten für das Hauswesen übernimmt und an der Sorge für die Kinder, namentlichfür einzelne, welche durch besondere Umstände die Beschäftigung mit der Gesammtheitstören, sich betheiligt, auch Wohl gelegentlich nach Anweisung selbst einmal ein Spielder Kinder leitet. Das Vorhandensein einer solchen Gehülsin oder Untcrwärterin istaus vielen Gründen wichtig, unter denen wir nur den einen hervorheben, daß dadurchdie ununterbrochene Thätigkeit der Kinderbewahranstalt, welche eine der Hauptbedingun-gen ihres Bestehens ist, gesichert wird. Diese Anstalten müßen nämlich eigentlich dasganze Jahr hindurch, mit Ausnahme der Sonn- und Festtage, geöffnet sein, und dürfenkeine Ferien Antreten lassen, wenn sie nicht die Eltern in Verlegenheit setzen und durchdie Vorsorge, welche nun doch für die Kinder anderweitig getroffen werden muß, gleich-gültig gegen die Bewahranstalt machen wollen. Es muß daher vorgesehen sein, daßdie Hausmutter oder der Hausvater gelegentlich abwesend, krank rc. sein, und die An-stalt dennoch ihre Wirksamkeit fortsetzen kann. Der Fall, daß aus solchen Gründendie Kinder nach Hause geschickt werden müßen, darf nicht eintreten, und müßte,wenn er öfter wiederkehrte, das Vertrauen zur Anstalt ganz zerstören, weil unter denVerhältnissen, denen diese Anstalten entgegentreten wollen, angenommen werden muß, daßdie zurückgeschickten Kinder die elterliche Wohnung verschlossen finden und völlig ohneAufsicht sind. Dem allem ist nur durch die Anstellung einer Hülfswärtcrin zu be-gegnen. Zu diesen Gehülfinnen wählt man am besten arme, vielleicht elternlose Mäd-chen, die eben eingesegnet, aber noch nicht im Stande sind, einen Dienst anzutreten,und welche doch, mit einem geringen Lohn zufrieden, sich nützlich machen und andernnicht zur Last fallen möchten. Durch ihre Anwesenheit in diesen Anstalten ist zugleichdas beste Mittel gegeben, auf die Bildung geeigneter Wärterinnen hinzuwirken. Aberfreilich wird sowohl bei der Wahl der Hausmutter und des Hausvaters, als bei der