Kleinkinderschulcn.
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Aber es bleibt doch bei allen diesen Beschäftigungen der Eindruck zurück, daß sie etwasviel zu tendenziöses und reflectirtes haben, daß sie, was namentlich von den alleModificationen des Spieles begleitenden Sprüchen und Berschen gilt, eine viel zustark ausgeprägte Richtung ans Belehrung nehmen, uni der Kindesnatur ganz zu ent-sprechen. Wird dem aber entgegengehalten, daß es ein Maß auch in diesen Dingengebe, und daß Fröbel dieses Maß inne gehalten wissen wollte, so müßen wir antworten,daß dann freilich der Anspruch, etwas neues und nothwendiges in die Beschäftigungmit den kleinen Kindern gebracht zu haben, fällt. Denn wenn es genügt, daß eineMutter dann und wann einige dieser Spielübungen vornehme, und es wird ihr anheim-gestellt, was und wie viel sie von dem Dargebotenen Wählen wolle, wo bleibt da dieStetigkeit der Methode? Und was ist uns dann neues gegeben? Hat man nicht schonimmer auf ähnliche Weise, der eine mit mehr, der andre mit weniger Geschick, dieseSpiele getrieben? Wo ist die Kinderstube, in welcher der Ball und die Kugel und derWürfel im Baukasten fehlte? Und wenn eine oder die andre dieser Spielgabcn fehlte,kann behauptet werden, daß die ahnungsmäßigen Vorstellungen von Object und Subject,vom Innern und Aeußern, von dem Schönen und Nützlichen, vom Sein und Werden,von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft rc., so weit von der Erweckungdieser Vorstellungen auf dieser Stufe geredet werden darf, dem Kindenicht eben so gut aus andern Sachanschanungen zufließen sollten? Sogewiß, wie wir davon überzeugt sind, so entschieden glauben wir, daß der Erweckungdieser formalen Anschauungen die stete Beschäftigung mit dem Kinde und die absicht-liche Hinweisung auf sie nicht einmal günstig ist. Ein Kind hat eben so oft denDrang, für sich allein zu spielen, als den, durch andere unterhalten zu werden; ja imGrunde ist eben jene erste Art der Thätigkeit, jene stille Selbstbeschäftigung des Kindesallein in Wahrheit sein Spiel zu nennen. Denn im Spiele folgt der Mensch seinerNeigung, frei von jeder Einwirkung von außen. Gerade an diese freie Thätigkeit desKindes ist der bedeutendste intellectuelle Fortschritt geknüpft. Das Kind vertieft sich in dieAnschauung, die es eben interessirt. So sehen wir dasselbe schon in den ersten Monaten oftstundenlang mit seinen Füßen spielen, so sehen wir dasselbe etwa im vierten Jahre ganzeVormittage beharrlich bei irgend einer und derselben Thätigkeit, beim Kutscherspielen rc. ver-weilen. Eben dieses Verweilen bei der Sache ist das Zeichen des Interesses, und dasInteresse die Bedingung der geistigen Förderung. Greift nun in jedem Augenblicke einfremder Wille in diese Thätigkeit hinein, sei es auch durch solche Winke und Veränderungen,die zunächst das Interesse steigern, so wird doch immer der ursprüngliche, frei undinnerlich erfaßte Gegenstand des Interesses dem Kinde genommenund an seine Stelle ein äußerlich gegebener gesetzt. Bei der unendlichen Oscil-lation des Bewußtseins, die wir am Kinde Warnehmen, kann cs gewiß nichts geben,was dem eigentlichen Reifen desselben mehr schadet, als die unaufhörliche Unterbrechungder von innen heraus einem Gegenstände frei gewidmeten Aufmerksamkeit. Gerade da-durch wird die Innerlichkeit des Kindes gestört und das Kind wird daraufangewiesen, immer von außen her den Anlaß zu seiner Thätigkeit zu verlangen. Geradeauf diesem Wege erziehen wir jene anspruchsvollen und äußerlich gerichteten Kinder,Welche nie aus sich selbst etwas anzufangcn wissen und welche, innerlich unthätig undunproductiv, stets ihrer Umgebung die Pflicht und den Zwang auserlegen möchten,für ihr Vergnügen zu sorgen. Fröbel legt ein großes Gewicht auf die oft gehörteAeußerung der Kinder: „Liebe Mutter, ich will bei dir spielen!" Aber wir glaubennicht, daß das'' Kind mit solchen Worten immer andeuten wolle, daß es mit der Mutterspielen möchte, sondern es will sagen, „ich möchte in deiner Nähe sein"! Es will beider Mutter spielen, gerade so, wie es bei der Mutter schlafen will. Aus alle demergiebt sich, daß der Fröbelschen Methode, die sich hauptsächlich auf das Spiel gründenWill, eine klare Einsicht in das Wesen des Spieles fehlt.
Dies tritt uns noch entschiedener entgegen, wenn wir auf die Spiele und Beschäf-