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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Kleinkinderschulcn.

die Lebensentwicklung begleiten müße, was nicht leicht bestritten werden wird, und daßdas Kind im Spiel sein Leben schauen solle, worauf wir antworten müßen, es solldies nicht nur der Fall sein, sondern es ist der Fall, denn im Spiele thut das Kindeben nichts anderes, als daß es seine Idee vom Leben prodncirt. Nachdem Fröbelnun noch einmal das Gemeinlebcn zwischen Mutter und Kind dargestellt, kommt erplötzlich zu den ganz unerwarteten Schlüssen: daß durch die Pflege dieses geistigenWechsellebcns zwischen Mutter und Kind und (?) des Gemeinlebens mit Natur und (?)All das Spiel mit dem spriirgkräftigen, farbigen und warmen Balle seine richtige Stelleund seine wahre Bedeutung bekomme, daß dieses Spiel in den dritten Monat desKinderlebens, aber auch wohl schon in den zweiten fallen werde, daß aberbald"der Ball dem Kinde keine Freude mehr machen werde, sondern rein entgegengesetzteKörper, die harte rollende Kugel und der zum Geräusch geneigte Würfel, das Kindanziehen werden." Dieser Auseinandersetzung fehlt nicht mehr als alles, was dieselbezu einer methodischen Anweisung machen könnte. Was heißt das, das Spiel wird seineStelle finden und seine Bedeutung bekommen? Wann wird es jene finden und wo-durch diese bekommen? Woran wird wahrgenommen werden können, daß im drittenoder schon im zweiten Monate dies Spiel zu beginnen, und woran, daß es nun da-mit aus sei? Den Namen einer Methode verdient ein solches Verfahren nicht, welchesuns schon über die ersten Schritte, die doch sonst die leichtesten zu sein pflegen undjedenfalls die sichersten sein müßen, in gänzlicher Unsicherheit läßt. Immer haben dieMütter mit den Kindern gespielt, auch Bälle und Kugeln rc. haben sie angewendet,aber hier kommt es daraus an, daß ihnen gezeigt werde, woraus mit Sicherheitzu schließen, daß nun der Ball und nun die Kugel geboten sei! Denn der gelegentlicheAusdruck des Misvergnügens wird doch nicht damit gemeint sein, wenn von dem Auf-hören der Freude die Rede ist. Diesen verstehen zu lernen, .dazu braucht die Mutterkeine pädagogische Bildung. Und so läßt uns Fröbel immer grade da im Stiche, woes auf die Beantwortung der wichtigen Frage ankömmt, wie die Sache gemacht werdensolle. So, wenn er in Betreff des Spieles mit dem Balle, nachdem er dargethan,Welche mannigfachen Ideen durch dieses Spiel in dem Kinde angeregt werden können,die Nothwendigkeit hervorhebt, daß dieses Spiel von demgeistig anhauchenden" Wortebegleitet sein und daher zwischen Mutter und Kind eine gewisseSpielsprache" ein-geführt werden müße. Wir geben dies ohne weiteres zu, weil wir wissen, es geschiehtin der ganzen Welt. Aber nun fragt Fröbel weiter (a. a. O. S. 31):Wie soll nundiese Spiclsprache beschaffen sein?" Das ist in derThat der Punct, auf den es ankommt;aber welche Antwort empfangen wir? Fröbel antwortet, siekmüßeso kindlich und mütter-lich, so spielend als nur möglich sein, so kindlich, daß sie eigentlich die Mutter im Augen-blicke ganz unbewußt ans dem Gemüthe erschaffe." Darum könne sie auchSchwarzauf Weiß nicht festgehalten und dargestcllt werden". Nun, wenn sie das nichtkann, und wir sind ganz der Meinung, daß sie es nicht könne, wozu dann alle dieseWorte? Warum erst eine Forderung erheben, von der jeder weiß, daß sie jede Mutteraus instinctivem Verständnisse erfüllt, und über deren Erfüllung der Pädagoge, der dieMutter bilden will, auch nicht mehr zu sagen weiß, als die Natur ihr sagt?

Erwägt man, welche Sorgfalt Fröbel auf alle diese Dinge gewendet hat, mitwelchem Aufwands von Mühe und Zeit, mit welcher liebevollen Hingebung er sich derAufgabe, die fortschreitende Entwicklung des Kindes zu beobachten, gewidmet hat, sokann man sich einer gewissen Wehmuth nicht erwehren darüber, daß es ihm so weniggelang, diese Aufgabe in ruhiger Klarheit anfznfassen. Die ins einzelne gehende Be-handlung der Spiele mit dem Balle, mit mehreren Bällen, mit dem Würfel und derKugel, mit der Walze, mit dem zunächst in acht gleiche Theile, später auf andere Weisegetheilten Würfel, die Erweiterung dieser Formbildungsspiele im Zeichnen, in demFalten farbiger Papierstreifen, Stäbchen w. offenbaren einen sehr feinen Sinn für dieMannigfaltigkeit und für die Benutzung der in diesen Formen liegenden Elemente.