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Naisonnements in ernsten Angelegenheiten des Lebens, wo es gilt, die Wahrheit einesGedankens und die Berechtigung irgend eines Strebens darzuthun, beharrlich ange-wendet, so ist es mit dem Lächeln nicht abgethan, sondern es wird Pflicht, über allegute Absicht und über allen beiläufigen Rcichthmn an geistreichen Einfällen hinwegzu-sehen und das ganze Verfahren als ein wissenschaftlich unbegründetes und verfehltes zubezeichnen. Das Ranmersche Ministerium in Preußen traf daher vollkommen denrichtigen Punct, wenn es über das Fröbelsche System das Urtheil fällte, daß dasselbeder Kindcrerziehung eine höchst verworrene Theorie zum Grunde lege. Diese Ver-wirrung ist wenigstens, wie aus den bisherigen Erwägungen hervorgeht, in den prin-cipiellen Ausgangspunkten des Systems so groß, daß gesagt werden muß, die Kinder-gartenpädagogik hat gar kein Princip, denn was sie dafür ansgiebt, ist weder in ge-dankenmäßiger Weise vorgetragen, noch würde es, wenn der Versuch gemacht wordenwäre, als ein pädagogisches Princip anerkannt werden können.
Aber könnte nicht Fröbcl auch ohwe ein wirklich durchgeführtes Princip vielgutes und beherzigenswerthes geleistet haben? Wir wollen dies nicht ohne weiteres inAbrede stellen. Nur wird es einer Schule gegenüber, welche die gesammte Pädagogik um-zugestalten verheißt, nicht umgangen werden können, die wirklichen Verdienste derselben aufeinen unzweideutigen Ansdruck zu bringen. Menschen, welche thatkräftig und genial in dieEntwicklung der Menschheit eingreifen, offenbaren nicht immer ihre hervorragende Bedeu-tung in der Klarheit ihrer Absichten und Zwecke. Das wirklich schöpferische Genie trägtoft noch gewisse Züge von jener chaotischen Dunkelheit an sich, über welche es hinaus-strebt, und äußert seine Unmittelbarkeit in einem gewissen dringen mit sich selbst. FröbelsSchriften machen durchaus diesen Eindruck eines Geistes, der die Gedankenreihe seinerZeit durchbrechen möchte oder doch in dieselbe schwer einzugehen weiß. Man mag zweifeln,ob dieser Eindruck mehr von der wirklichen Ursprünglichkeit seines Wesens oder mehrvon seinem eigentümlichen Lebensgange, welcher ihn erst in späteren Jahren zu wissen-schaftlichen Studien führte, herrührt. Es bleibt daher noch die Frage übrig, ob nicht inder Methode Fröbels, ganz abgesehen von ihrem etwaigen Principe, gewisse Vorzügeliegen, welche anerkannt zu werden verdienen. Fröbel wollte in der neu zu gründendenAnstalt für kleine Kinder, dem Kindergarten, eine „Anstalt zur Selbstbelehrung, Selbst-erziehung und Selbstbildnng des Menschen durch Spiel, schaffende Selbstthätigkeit undfreithätigen Selbstunterricht" gründen. Er wollte, wie er in dem „Plane einer Anstalt zurPflege des schaffenden Thätigkeitstriebes" und zwar im Vorworte (a. a. O. S. kl) sagt,„Spiele, Beschäftigungs- und Bildungsmittel" darbieten, durch welche der beabsichtigteZweck erreicht würde. Hier erhebt sich sofort die alte, unendlich häufig aufgeworfene Frage,in wie weit und in welcher Art das Spiel einen unterrichtlichen und erziehenden Einflußüben könne. Dieser Frage durfte sich derjenige nicht entziehen, der seine ganze Wirksamkeitauf das Spiel gründen wollte. Denn daß das Spiel die in Rede stehenden Einflüsseübe, das war eine bekannte Sache; es fragte sich, ob diese Einflüsse so benützt undgeleitet werden könnten, daß daraus eine stetige, zusammenhängende, planmäßige Ein-wirkung auf das Kind möglich würde; es fragte sich ferner, wie zu verfahren sei, umdem so geleiteten Spiele jene erziehlichen Wirkungen zu verleihen. Ohne eine gründ-liche Untersuchung über das Wesen des Kinderspieles ist in allen diesen Dingen nichtszu erreichen, und die Unklarheit des Beginnens später nicht zu überwinden. Es istnun eben so auffallend als bedenklich, daß Fröbel nirgends eine bestimmte Ansicht überdas Wesen des Spieles ansspricht. Vergeblich suchen wir eine solche auch da, wo erden Gegenstand recht eigentlich behandeln will. Natürlich bleibt er uns darum auchjede präcise Antwort auf obige Fragen schuldig. In dem Aufsätze: „das Spiel unddas Spielen des Kindes" ha. a. O. S. 48) stellt Fröbel die natürliche Entwicklungdes Kindes dar und zeigt, daß sich zuerst der Gesichtssinn entfalte, daß daher Leuch-tendes (Sonne, Mond, Sterne) das Kind erfreue. Nach einigen gcmüthvollen Be-merkungen über Lieben und Erkennnen begegnen wir sodann dem Satze, daß das Spiel