Kleinkinderschulcn.
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Gemeinschaft für bestimmte Zwecke und bezeichnen damit eben nur die einheitliche Regel,welche, ähnlich wie ein Naturgesetz, an allen Pnnctcn das gesammte Thun be-herrschen soll. Was ist in diesen Anwendungen von dem Begriffe des natürlichen Or-ganismus geblieben? Nichts als ein Tropus, ein figürlicher Ausdruck, durch welchenwir auf anschauliche Weise darstellen, was wir meinen. Man kann aber kein Bild undkeine Redefigur zum Princip eines Systems machen, ohne der Unklarheit von vornherein Thür und Thor zu öffnen. Geistige und ethische Organismen sind etwas an-deres, als natürliche Organismen, weil sie etwas höheres sind. So erscheint z. B.innerhalb der christlichen Weltanschauung die Idee des organischen Lebens in der Vor-stellung des geistlichen Leibes Christi, der Gemeine; aber um diese Vorstellung recht zuverstehen, genügt es nicht, auf die natürlichen Organismen als Vorbilder zu blicken,sondern es ist nöthig, die Verbindung der Glieder mit dem Haupte und untereinanderaus dem Wesen und Walten des von Christo ausgehenden Lebens zu erfassen. Indem natürlichen Organismus waltet ein bewußtloses Naturleben, in den ethischen Or-ganismen ist keine Lebcnsäußerung denkbar ohne Absicht und ohne Bewußtsein überZweck und Ziel. Darum kann selbstredend aus der Natur niemals im eigentlichenSinne das Vorbild für ethische Aufgaben genommen werden, denn das Niedere kannnicht das Vorbild für das Höhere werden. Eine auffallende Unklarheit in der Beto-nung dieses Begriffes vom organischen Leben liegt ferner darin, daß nach den Fröbel-schen Anschauungen nicht nur die Natur in ihrer Totalität, also das Universum, unterdiesen Begriff subsumirt, sondern auch das gesammte Leben der Natur in allen seinenErscheinungen auf den organischen Proceß zurückgeführt wird, wodurch allerdings derSchein entsteht, als ob nun in diesem Processe gleichsam die Vollendung alles Lebensgegeben sei. Was nun das Erste betrifft, so ist leicht zu zeigen, wie wenig wir be-rechtigt sind, den realen und lebendigen Zusammenhang, in dem wir uns allerdingsalle Theile des Universums unter einander stehend denken müßen, ohne weiteres alseinen Organismus in dem gewöhnlichen naturwissenschaftlichen Sinne zu nehmen, undwie weit wir dann, wenn wir es thun, diesen Begriff dehnen. Das Zweite aber isteine offenbare Lücke der Naturanschauung, denn der chemische Proceß spielt eine ebenso durchgreifende Rolle in dem Leben der Natur, als der organische, ja sogar einegrößere, und frägt man nach Analogien des chemischen Processes im geistigen undethischen Leben, so lassen sich diese eben so zahlreich und in eben so treffender WeiseNachweisen, als die Analogien des organischen Processes. Wäre die ganze Voraus-setzung, daß das Naturleben die Principien für das sittliche Leben enthalte, eine be-rechtigte, so würde daraus folgen, daß es, wie es eine anorganische und eine organischeNatur giebt, so auch eine zwiefache ethische Lebensform gäbe, eine, welche dem chemi-schen Processe, und eine zweite, die dem organischen entspräche. Aber jener Verkennungdes chemischen Processes in der Natur geht bei Fröbel die Verkennung des eigentlichengeistigen Lebens zur Seite. Beides beruht ans demselben Grnndirrthume, in demWesen des Organismus die allumfassende und höchste Erscheinung des Lebens zu sehen.Eine klare Lebens- und Naturanschauung würde ihn davor bewahrt haben, die unend-liche Kluft, welche Geist und Materie trennt, zu übersehen und ein Gesetz des natür-lichen Lebens ohne weiteres auf das geistige zu übertragen, welches auf diesem Gebietesofort eine andere Bedeutung gewinnt, denn sie würde ihm gezeigt haben, daß, wiesich der organische Proceß über den chemischen erhebt, den er zwar in sich aufnimmt,aber nur, um ihn sofort zu modificiren und durch das Hinzutretcn neuer Schöpfungs-kräfte zu höheren Bildungen zu benutzen, ebenso das psychische Leben über das orga-nische hinausgreift als ein absolut neues und anderes, welches zwar auch an dasorganische Leben sich anlehnt und dasselbe zu seinen Zwecken gebraucht, aber nur, umeine höhere Welt, die geistige, auf dieser Grundlage zu erbauen.
Möchte nun Fröbel sein Princip als ontologische Idee des Lebens oder als natur-wissenschaftlichen Begriff des Organismus aufgefaßt haben, in beiden Fällen würde die