Kleinkindcrschulen.
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organischen Lebens anfgegangen sei. Auch in unserem encyklopädischen Werke (s- denArt. Fröbel, S. 548) ist dieser Grundgedanke Fröbels bereits im Zusammenhängeentwickelt und die reiche und geistvolle Anwendung, welche Fröbel von demselben inseinen pädagogischen Schriften zu machen wußte, dargestellt worden. Wenn es in jenemArtikel heißt (S. 549), daß von solchen allgemeinen Bestimmungen bis zur Anwendungauf bestimmte Verhältnisse und Personen noch ein ungeheurer Schritt sei, so dürfenwir hier der Frage nicht ausweichen, ob dieser Schritt in der Fröbelschen Pädagogiküberhaupt gemacht worden sei und, wenn etwa dieses nicht, ob er überhaupt gemachtwerden könne. Es scheint, daß beide Fragen verneint werden müßen. Die Pädagogikals eine praktische Disciplin kann sich überall nur auf Lehnsätze der Ethik oder der Psycho-logie aufbauen, auf jene, wenn nach dem Ziele, auf diese, wenn nach dem einzuschla-genden Wege aller Erziehung gefragt wird. Wenn dies von jeher als eine der größtenSchwierigkeiten pädagogischer Wissenschaft erschienen ist, weil die Architektonik derselbenso tiefliegende und so mannigfache Fundamente in andern, allgemeineren Gebieten desWissens zu ihrer Voraussetzung hat, daß der größere Theil der Arbeit bereits in derdem Auge verborgenen Tiefe vollbracht sein muß, ehe das eigentliche pädagogischeGebäude aufgestellt werden kann: so liegt andrerseits darin doch auch wieder die größerePräcision, deren die Erziehungswissenschaft darum fähig ist, weil sic als praktischeDisciplin nur von ganz bestimmten, wissenschaftlich und historisch gegebenen Forderungenausgehen darf. Es erhellt daraus, daß ein rein metaphysischer Gedanke oder einelogische Kategorie niemals ein pädagogisches Princip sein kann, nicht darum, weil jeneontologischen oder logischen Voraussetzungen sich innerhalb der pädagogischen Erörterunggar nicht mehr wirksam zeigen können, denn dies werden bei dem innern Zusammen-hänge alles Wissens und Denkens alle wesentlichen Gedanken allezeit thun, sonderndarum grade, weil sic in den sittlichen Anschauungen einer Zeit oder in dem ethischenSysteme einer philosophischen Schule bereits so verarbeitet und zu einer solchen historischenBestimmtheit gelangt sind, daß es ein Rückschritt wäre, diese Bestimmtheit der gewon-nenen Ideen aufzugeben und in die farblose Allgemeinheit zurückzugreifen. »Nun istaber die Idee des Lebens und specieller die Idee des organischen Lebens zunächst einemetaphysische, und kann in dieser allgemeinen Form ontologischer Bestimmtheit auf diepraktischen Fragen pädagogischer Wissenschaft überhaupt niemals angewendet werden. Diespeculativen Begriffe des Seins und des Bezogenseins auf anderes, der Einheit in derMannigfaltigkeit und der Mannigfaltigkeit in der Einheit, wie sie hier sich geltend machen,können nur in speculativer Weise verstanden werden und können nur speculative Resul-tate geben. In der Pädagogik handelt es sich um andere Dinge. Hier genügt es nicht,aus dem Begriffe des Menschen als „Gliedganzen" seine Selbständigkeit auf der einenSeite, seine nothwendige Hingebung an andere, an das Ganze auf der andern her-zuleiten und um diese Angeln die Welt sich drehen zu lassen; hier genügt es nicht, dieEinheit im Mannigfaltigen gelegentlich als das Urbild des sittlichen Familienlebensdurch irgend ein symbolisches Spiel hindurchleuchten zu lassen, oder in der absolutenEinheit, die alles Leben durchdringt, die Gottheit ahnen und verehren zu lassen. Wirsind Deutsche, wir leben im 19. Jahrhundert, wir sind Christen und zwar evangelischeChristen und besitzen in dein Inhalte, den das Christenthum und unsere nationale Ent-wicklung uns bietet, einen so unendlichen Reichthum religiöser und sittlicher Anre-gungen, daß es heißt, Wasser ins Meer gießen, wenn wir aus den abstracten Re-gionen des Gedankens neue und unerhörte Principien für das Werk der Erziehungholen wollen. Auf das ernste Bedenken, welches durch diese emphatische Accentuirungeiner speculativen Idee hervorgcrufen werden muß, als ob die christliche Wahrheit nichtausreiche, um für irgend eine Seite des menschlichen Thuns die leitenden Grundge-danken darznbieten, wollen wir hier kein besonderes Gewicht legen. Das ist eben derGrundirrthum aller ähnlichen Versuche, daß übersehen wird, wie vollständig das, wasin solchen Gedanken aus der Wahrheit ist, in die christliche Lebensanschauung ausge-