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4 (1865) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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Kleinkinderschulen.

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Kindergartens zur mütterlichen Thätigkeit ins Auge fassen. Auch Fröbel sieht in derMutter den centralen Ausgangspunct aller Förderung für das Kind, auch er willbesonders die Mütter für ihre Aufgabe geschickt machen und hat mit einer Energie desHerzens und Geistes, die nicht gewöhnlicher Art ist, an den edlen und tiefen Berufdes Weibes, der Frau wie der Jungfrau, für diese Seite des Erziehungswerkes erinnert;aber er läugnet, daß allgemeine Bildung und mütterliche Liebe dazu hinreichen, dasKind in erfolgreicher Weise zu erziehen, vielmehr fordert er, daß Mütter und andereErzieherinnen sich durch die besondere Vorbereitung, welche sein Kindergarten ihnen darbiete,für diese Thätigkeit erst tüchtig machen lassen sollen.

Durch diese Behauptungen und Forderungen stellt sich die Fröbelsche Schule denbisher in der Pädagogik gültigen Grundsätzen über die Erziehung der kleinen Kinderentschieden entgegen. Wenn es bisher als das Richtige angesehen wurde, daß dasKind dieser Altersstufe mehr auf die allgemeine und gelegentliche Förderung angewiesensei, welche es im Umgänge mit der Familie, vornehmlich mit der Mutter, im Spieleund in den mannigfachen Einwirkungen und Erscheinungen der Natur und der ganzenUmgebung, in welcher es lebt, finde, so will die Fröbelsche Schule an die Stelle desbloß natürlichen Verkehrs mit diesen Kindern einen systematisch geordneten setzenund bietet für diesen, planmäßig und lückenlos von den ersten Regungen des Geistesau bis zu den allseitigsten Bethätigungen desselben führenden, Bildungsgang eine beson-dere Methode, eine eigenthümliche Technik dar, deren Inhalt eben der Kindergartenist. Freilich hatte man auch auf dem frühem Standpuncte nicht ausgeschlossen, daßdie Beschäftigung mit den Kindern dieser Altersstufe manche besondere geistbildendeUebungen, die sich auf die Schärfung der Sinne, des Gedächtnisses, des Urtheils rc.beziehen, in sich anfnehmen müßc, aber man hatte diese Uebungen nicht in ein Systemgebracht und hatte durch sie nur die Anregung geben wollen zu nützlichen Versuchen,die, wie man glaubte, jede verständige Mutter, jeder einsichtsvolle Vater nach bestemErmessen weiter verfolgen werde. Dem tritt Fröbel mit dem Versprechen entgegen, inalle diese Beschäftigungen von einem bestimmten Principe aus Einheit und strengenZusammenhang zu bringen. Geht man den Voraussetzungen, auf denen solche Verheißungenruhen, weiter nach, so muß man allerdings annehmen, daß dieser Kindergartenpädagogiküberhaupt ein bisher unerkanntes Unterrichts- und Erziehungsprincip oderdoch der Schein eines solchen zu Grunde liegen müße. In der That schreibt sich dieFröbelsche Schule ein solches neues Princip und in Kraft desselben einen informatorischenBeruf selbst zu und steht nicht an, .zu erklären, daß die bisherige Pädagogik nicht nurdie rechte Behandlung der Kinder auf der ersten Lebensstufe des vorschulpflichtigen Altersnicht habe finden können, sondern daß sie überhaupt aus einem falschen Wege sei.Einer der thätigsten Vertreter der Fröbelsche» Ideen, H. Pösche, der in neuester Zeitversucht hat, die Gedanken Fröbels in systematische Form zu bringen, geht in derSchrift:Friedrich Fröbels entwickelnd erziehende Menschcnbildung (Kindergarten-Pädagogik) als System, Hamburg bei Hoffmann und Campe 1862 " von der offenausgesprochenen Annahme aus, daßzwischen der alten Erziehung nnd der Fröbelschenganz bedeutende principielle Unterschiede liegen und daß in der letzter» allein einFortschritt zum Bessern gesehen werden könne." Fragen wir weiter, welchesdiese principiellen Unterschiede seien, so erhalten wir freilich eine sehr ungenaue Antwort,die eigentlich nur auf ganz unbegründete Anklagen der bisherigen Pädagogik hinausläuft.Denn wenn da die alte Erziehungsweisekurzweg, wie der Verfasser sagt, die scholastischegenannt wird, welche das Kind mehr oder weniger einseitig als ein geistiges, wissendesund lernendes Wesen, das hauptsächlich durch Schule, Unterricht und das belehrendeWort zu bilden sei, erfasse", wenn da behauptet wird, daß es dieseralten" Pädagogiknur darauf ankomme,Kenntnisse und Erkenntnisse anderer in dogmatischer Form aufden werdenden Menschen zu übertragen": so ist das freilich kurzweg genug geurtheilt,aber es widerspricht dieses Urtheil der zu Tage liegenden Wirklichkeit der Sache so