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4 (1865) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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Kleinkindcrschulen.

einer planmäßigen und dem eigentlichen Unterrichte angehörigcn Einwirkung sich nähert,ans der Kleinkinderschule eben so sehr, wie aus den Beschäftigungen der Mütter mitden Kindern ausgeschlossen und der Schule Vorbehalten. Wenn auch hie und da in denAnweisungen über die Leitung der Bewahranstalten über jene Grenzlinie hinausgegriffenwurde, so erklärten doch die besonnensten und tüchtigsten Beförderer der Sache, daßdiese Anstalten keine Schulen sein sollten. Damit war aber wenigstens äs kastoder pädagogische Grundsatz anerkannt, daß die geistige und sittliche Bildung der Kinderin dem vorschulpflichtigen Alter einer besonder» Technik der Behandlung, einem stetigenund planmäßigen, auf besondere erziehliche und unterrichtliche Zwecke gerichteten Einflüssenicht unterworfen werden dürfen, sondern daß diese erste Altersstufe des Kindes ambesten verlebt werde unter den naturgemäßen Bedingungen und unter den allgemeinbildenden Einflüssen, die in jedem wohlgeordneten Familienleben gegeben sind.

Da trat Friedr. Fröbel mit seiner Idee des Kindergartens hervor. Wiebereits in diesem Werke dem edlen Charakter und dem liebreichen Gemüthe Fröbels einegerechte Beurtheilung zu Theil geworden, so ist auch insbesondere der Kindergarten,dieser Lieblingsgedanke seiner letzten Jahre, den allgemeinsten Zügen nach in jenemArtikel dargestellt, auf den wir daher der Vollständigkeit wegen hier verweisen müssen.Es wird nicht leicht verkannt werden können, daß die Absichten Fröbels bei der Gründungder Kindergärten aus der wärmsten Liebe für die Menschheit und aus dem innigstenInteresse für die Kinderwelt hervorgegangen sind. Und eine offene Stelle für eine be-sondere Wirksamkeit dieser Art war ja auch vorhanden trotz der Bemühungen, welcheans die Unterweisung der Mütter und auf die Verbreitung der Kinderbewahranstaltengerichtet worden waren; denn, wie oben anerkannt, ist ja nicht zu längnen, daß auchin den höhern Ständen der häusliche und insbesondere mütterliche Einfluß auf die kleinenKinder in vielen Fällen keineswegs der erwünschte ist. Ja, es kann ohne weitereszugegeben werden, daß insbesondere die körperliche Erziehung der Kinder dieser erstenAltersstufe in den größern Städten gegenwärtig sehr allgemein den traurigsten Be-schränkungen und Hindernissen unterliegt. Wenn mau den Kindergarten daher als dieder Kinderbewahranstalt analoge Einrichtung für die höhern Stände desVolkes ansehen dürfte, so würde sich gegen die Berechtigung desselben nichts einwendenlassen. Der Kindergarten würde dann gerade so als eine Ergänzung des mangelhaftenFamilienlebens in den höhern Ständen betrachtet werden müßen, wie die Kinderbewahr-anstalt eine solche für die unteren Stände darbietet. Beide Einrichtungen würden wesentlicheine negative Tendenz, eine Richtung darauf haben, den ungenügenden oder wohlgar hemmenden und die Entwicklung des geistigen und leiblichen Lebens in den Kindernunterdrückenden Einflüssen des Hauses entgegenzutreten. In eine solche Parallele willindessen weder Fröbel selbst noch seine Schule den Kindergarten mit der Kinderbewahr-anstalt gesetzt wissen. Vielmehr soll der Kindergarten eben die positive und wirklicheErfüllung derjenigen Idee sein, von welcher in den Bewahranstalten nur die negativeSeite realisirt werden kann; und dies nicht bloß darum, weil den Bewahranstalten dieäußeren Bedingungen fehlen, unter denen sich jene Idee darstellen kann, sondern vor-nehmlich darum, weil die Kinderbewahranstalten auch innerlich erst den Geist und dieTendenzen, die Methodik und den ganzen Lehrgang des Kindergartens sich aneignenmüßten, wenn sie überhaupt als analog wirkende Anstalten angesehen werden wollten.Es ergiebt sich hieraus, daß Fröbel den Anspruch erhebt, eigenthümliche, auf einembesondern pädagogischen Principe ruhende Gesichtspuncte in die Erziehung der kleinenKinder eingesührt und in das naturalistische Verfahren, das bisher verfolgt worden sei,systematische Ordnung gebracht zu haben, durch welche dieses Verfahren der Zufälligkeitenthoben und in ein nothwendiges verwandelt werde, daß daher der Kindergarten alseine für das Wohl der Menschheit wie des Einzelnen unerläßliche pädagogische Institutionangesehen werden müße, die in den Organismus der Erziehung allgemein ausgenommenwerden müße. Demselben Anspruch begegnen wir, wenn wir das Verhältnis des