Klcinkindcrschulen.
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schüft der übrigen Kinder auf dem Dorf-Anger und auf der Straße anvcrtrant werden.Zu den unzähligen leiblichen und sittlichen Gefahren, denen noch täglich viele dieserKinder erliegen, gesellt sich in diesem Stande nur zu oft bei den Eltern Rauhigkeitdes Sinnes und Mangel an Liebe für die Kinder, die mehr eine Last, als eine Freudedes Lebens zu sein scheinen. Die Mütter lernen nicht, mütterlich zu empfinden undzu handeln, nicht selten müßen sie vielmehr gewaltsam in dem blutenden Herzen dieMuttcrsorge unterdrücken lernen. Der Mangel der früheren Erziehung macht dieselbeselbst da, Wo man versucht, sie später zu üben, doppelt schwierig und ruft Leidenschaftlich-keit und Bitterkeit auf der einen, Trotz und Verschmitztheit auf der andern Seite hervor.Erschreckende Berichte, die besonders ans London und den Fabrikdistricten Englandsüber frühzeitige Verwilderung der Kinder zahlreich gegeben worden sind, finden im ein-zelnen auch bei uns noch immer traurige Bestätigung.
Wenn sich in diesen Zuständen ein unendlich weites Gebiet für die Bestrebungender christlichen Wohlthätigkeit aufthut, so kann dem aufmerksamen Beobachter nicht ent-gehen, daß, freilich unter andern Formen, auch in den höhern Ständen die Pflege undErziehung der kleineren Kinder oft an ähnlichen Gebrechen leidet. Wo die Mutterdurch anderweitige Geschäfte, etwa durch die Beaufsichtigung einer größeren Wirtschaft,vielleicht auch durch die auf ihr allein ruhende Last, den Haushalt zu besorgen, oderdurch die zum Gesetz gewordene Unnatur der geselligen Verhältnisse übermäßig in An-spruch genommen, wo sie durch die Ungunst der Verhältnisse in der eigenen Entwicklunggehindert worden ist oder in ihrer Bildung eine falsche Richtung genommen hat, sei esnun, daß ihr Sinn etwa bloß dem materiellen Erwerbe und Besitze zugewendet oderdaß sie, vom sinnlichen Reize gefesselt, nur dem äußern Scheine de§ Geistigen nach-strebt, oder durch eine eigene Art von Unweiblichkeit weder Lust noch Geschick zum Er-ziehen ihrer Kinder hat, wo sie endlich, wie so oft, durch Kränklichkeit von diesem Ge-schäfte abgehalten wird oder durch einen frühen Tod ihren Kindern geraubt ist, daüberall ist das Schicksal der Kinder ein beklagenswerthes, da überall fehlt ihrem Lebens-frühlinge der warme Sonnenstrahl, der die tiefsten und geheimsten Regungen desmenschlichen Herzens zeitigen soll, da überall ist die Berechtigung solcher Anstalten,welche auch nur annähernd die mütterliche Pflicht erfüllen, durchaus nicht abzulängncn.Ist Einsicht und Liebe genug vorhanden und die Möglichkeit gegeben, solchen Gebrechenim Hause selbst abzuhelfen', um so besser. Wenn aber diesen Uebelständcn gegenübervon mancher achtungswerther Seite her darauf gedrungen wird, das Grundübel selbstin's Auge zu fassen, die Familie im christlichen Geiste auf ihren natürlichenund ethischen Fnnjdame,ntcn wieder aufzubanen und Mütter heranzubilden,denen die Heiligkeit und Eigenthümlichkeit ihres Berufes zum klaren Bewußtsein ge-bracht und zur theuersten Aufgabe ihres Lebens gemacht worden ist, da doch ohne dieseHeiligung der Familienbande und ohne Hülfe des richtig entfalteten Naturtriebes dasGrundübel sich immer weiter verbreiten mäße und von den Anstalten immer nur einestiefmütterliche Pflege werde geübt werden können, die des lebendigen Pulsschlages dernatürlichen Liebe entbehre; so ist mit der principiellcn Anerkennung dieser Argumentationdie Frage über die Berechtigung solcher Anstalten selbst noch keineswegs entschieden.Soll gewartet werden, bis die exemplarischen Mütter erzogen sein werden, bis die Fa-milie von dem rechten Geiste und Leben wieder erfüllt sein wird? Die einzelnen sitt-lichen Factoren im Leben der Völker können nicht von der Entwicklung des Volksgeistcsim großen und ganzen getrennt werden. Mag die Gesellschaft sich auf richtigerenund den socialen und volkswirthschaftlichen Forderungen der Zeit entsprechenderen Grund-lagen reconstruiren und in diesem Aufbau den kommenden Geschlechtern wieder Zeitund Raum und Freudigkeit für die ungehinderte Darstellung des Familienlebens zuschaffen suchen; mag der Staat diese neuen Formen des Lebens mit den schützendenGarantieen des Rechtes umgeben und in den Individuen mit dein Rcchtsgefühlezugleich das Pflichtgefühl stärken; mag die Kirche in der Kraft des Geistes und