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Kirchenbesuch.
eines Lehrers sollte aber auch hier nicht fehlen. Sitzen die Lehrer zugleich mit denSchülern zu den Füßen des Wortes, so ist das jedenfalls die würdigste Aufsicht. Nebel,ist es, wenn die Anwesenheit der Lehrer in der Kirche erst befohlen werden muß.
Besondere Gottesdienste für die Jugend empfehlen sich durch die beson-deren Bedürfnisse derselben. Diese haben in den „Kindcrlehren" längst ihre Anerken-nung gefunden. Was aber den Predigtgottesdienst betrifft, so wäre ein solcher für dieJugend wenigstens von Zeit zu Zeit eine wahre Wohlthat. Zeit und Form einessolchen Gottesdienstes die gewöhnliche, Grundlage der Predigt in der Regel die kirch-liche Perikope, nur die Art ihrer Behandlung mit bestimmter Beziehung auf Sinn undArt, Fassungskraft und Bedürfnis des jugendlichen Alters. Bei Jugcndgemeindcn unter14 Jahren dürften sich auch sonst passende biblische Stoffe, besonders auch geschichtlichedes A. Testamentes, mit Nutzen behandeln lassen. Bei jüngeren Kindern würde sichder Vortrag mit Nutzen, je und je durch Fragen, biblische und andere Geschichten, auchSingen eines Verses unterbrechen. Begreiflich setzt dies das Vorhandensein einer dazugeeigneten Persönlichkeit voraus und dürfte also immerhin nur unter günstigen Um-ständen ausführbar sein. Kinderprediger, welche die tiefsten Wahrheiten in anziehenderKindereinfalt zu sagen wissen, wie z. B. Spangcnberg (Sammlung einiger Reden andie Kinder in Herrnhut, Barby 1797), sind nicht eben häufig. In größeren Städtenwären solche Kindcrkirchen, Jngendpredigtcn ein wahres Bedürfnis und eigene Jugend-pfarrer nichts weniger als Luxus; denn bei den Schwierigkeiten, welche die Masseder Jugend und die Verwickelung der Lebensverhältnisse da in den Weg legt, reichtdas gewöhnliche Pastorat nicht ans. Geeignete Kräfte auch ans den nichtordinirtenKirchengenossen für den Dienst der Jugend zuznziehen, könnten wir noch von Englandund Nordamerika und ihren Tausenden von „Sonntagsschnlen" lernen.
Bei geschlossenen höheren Anstalten (Seminarien, Pcnsionaten für Söhne oderTöchter) macht sich ein besonderer Anstaltsgottesdienst fast von selbst. Es ist da nurzu hüten, daß die Anstalt nicht ein Sonderkirchlein werde. Regelmäßiger Wechsel, wo esangeht, thäte nach beiden Seiten hin wohl. Festtage, Wo möglich, immer in und niitder ganzen Gemeinde. Gymnasien und die ihnen parallel stehenden technischenSchulen sollten je alle 14 Tage ihren besondern Gottesdienst haben und ihren besonder»hiefür begabten Prediger. Kein Umgang unter mehreren Lehrern; er läßt nicht recht zueinem warmen persönlichen Verhältnisse kommen, reizt zu Vergleichung und Kritikn. a. Der rechte Mann für solch eine Kanzel vor dem lUos juventutis hätte fürwahrein köstlich Werk kßyov. 1. Tim. 3, l.) zu treiben. Wie viel hat Michael
Sailer durch seine Jngendreden gewirkt!
Wird so die Jugend zum Besuche der Kirche angehalten und gewöhnt, so erfordertes hinwiederum die Billigkeit, ja überhaupt die ihr gebührende „rsvorontm", daß sievon dem Prediger nicht ignorirt werde. Er halte sich stets gegenwärtig, daß ihn auchjunge Ohren hören, er meide, was ihnen ärgerlich werden könnte, er wende je und jeeinmal seine Rede besonders an sie oder flechte wohl auch einmal ihnen zuliebe etwasfür sie besonders passendes, eine Geschichte oder sonst etwas ein; er fleißige sich einereinfachen, kinderfaßlichen Sprache und Darstellung, eines klaren, durchsichtigen Perioden-baues, einer auch den jungen Geist anziehenden und spannenden Plastik. Das wirdfür die Gemeinde der Erwachsenen kein Verlust, sondern erst noch barer Gewinn sein;denn was — onm Zrano genommen — über die Köpfe aufmerksamer Schulkinder von12—14 Jahren wegfliegt, das dürfte meist auch über die Köpfe der großen Leute weg-stiegen. Die meisten unserer „Andächtigen" sind Kinder am Verständnis. Aus demMunde der Schulkinder empfing Schreiber dieses seit Jahren immer am Montag diebeste Necension seiner Predigten, was ihre Gemeinfaßlichkcit betraf. So könnten dieKinder auch für das Gotteshaus werden, was sie nach Gottes Absicht für das Vater-haus sind, ein Segen.