Druckschrift 
Biographisches Künstler-Lexikon der Gegenwart : die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke
Entstehung
Seite
540
Einzelbild herunterladen
 

5-10

Vvllon — Voltz.

kauf beS letzten Kleinods (1858, Haupt-bild) und deutsche Auswanderer (1880),zu denen, nachdem sie sich 1862—61in Italien aufgehalten, als einige ihrerbesten Leistungen die neue Erzieherin(1868), Beginn einer Künstlerlaufbahn(1870) und die L>chnlsreundinnen (1880)hinzukamen.

Vollon llpr. wollängi, Antoine, franz.Blumen-, Landschafts- und Genremaler,geb. 20. April 1833 zu Lyon, bildete sichans der dortigen Akademie, ging dannnach Paris und debütierte aus der Aus-stellung 1864. Anfangs malte er Still-leben von kräftiger, derber Färbung, Kü-chcnintcrieurs, Seefische u. dgl., späterbrachte er auch Landschaften und zuletzthäufig Genrebilder von starkem, an Cour-bet erinnerndem Realismus, der manch-mal ins Plumpe u. Unschöne verfällt, z.B.eine lebensgroße Küchcnmagd, die einenKessel putzt. Andre Bilder von ihm seit1870 sind: Kuriositäten (Museum desLuxembourg), nach dem Ball, ein Winkelin meinem Atelier, ein Stückchen vomMarkte, der Ncujahrstag, eine Fleischbank,Rüstungen (1875, im Luxembourg) u. a.1870 erhielt er das Ritter- und 1878 dasOffizierkrenz der Ehrenlegion.

Vollwcidcr, August, Landschaftsma-ler, geb. 1835 zu Eichstetten (Großherzog-tnm Baden), wollte sich anfangs der Litho-graphie widmen, wurde Schüler von Ei-senlohr in der Perspektive und im Orna-mentenzeichnen, widmete sich aber nach-her inner Schirmers Leitung ganz derLandschaftsmalerei, besuchte 1858 Mün-chen und machte mehrere Studienreisenin die Schweizer Alpen, in den Schwarz-wald, nach Belgien, Paris rc. Seine Land-schaften, namentlich aus den Hochgebirgen,sind überaus poetisch gedacht, trefflich inder Zeichnung und fein ausgcführt, abergewöhnlich von sehr gedämpftem, flauemKolorit. Zu den bestengehören: Heidel-berger Schloß, an der Quelle (Knnslhallein Karlsruhe), Kieferngruppe mit Wasser-fall, deutsche Eichen (1867, Hauptbild),Wcllhorn und Wetterhorn, Rosenlani,Sustenpaß in der Schweiz, Germanenim Eichenwald. 1862 gab er ein »Lehr-buch der Perspektive« mit Atlas heraus

und 1865 von ihm lithographierte Land-schaftsstudien I. W. Schirmers. SeinAmt als Inspektor und Lehrer an derKunstschule zu Karlsruhe gab er 1874 aufund ließ sich in Bern nieder.

Voltz, 1) Friedrich Johann, Jdyllen-maler, geb. 31. Okt. 1817 zu Nördlingen,erhielt dort den ersten Unterricht von sei-nem Vater Joh. Michael V. (gest. 1858),unter dem er auch zuerst das Radierenlernte, so daß er bereits 1834 durch zwölfnach alten Meistern radierte Blätter inden Stand gesetzt wurde, im Winter 1834bis 1835 die Akademie in München zu be-suchen und sich dann durch Kopieren älte-rer Meister weiter zu bilden, während erdieSommcrmonatemcistcns anfStudicn-reisen im bayrischen Gebirge znbrachte.1843 und 1845 war er inJtalienund 1846in den Niederlanden. Infolge des Auf-blühens der koloristischen Richtung inMünchen durch Piloty, Ed. Schleich u. a.wurde er zu dem seinem Talent am mei-sten entsprechenden Gebiet, zum idyllischenTierstück, geführt, das er mit großer Wärmedes Gefühls, mit meisterhafter Charakte-ristik der Tiere und kräftigem Kolorit be-handelt. Reisen nach Paris, Wien undBerlin hielten ihn in steter Verbindungmit dem Knnstlcben der Gegenwart. Un-ter seinen überaus zahlreichen und sehr-verbreiteten (freilich in den letzten Jahrenschwächer gewordenen und von andern Mei-stern überflügelten) Bildern nennen wireinige der bedeutendsten: die Heimkehr dcrHerde (Neue Pinakothek), Viehweide(1861), die ersten Störche (1859, im Besitzdes Großhcrzogs von Oldenburg), ruhendeViehherde (Museum in Köln), Idylle(1862), Rinderherde bei herannahendemGewitter, Heimkehr der Hirten ins Dorf(1863), Heimkehr der Herde am Herbst-abend , tränkende Kühe (Nationalgalleriein Berlin), Rinderherde, Herde am Seebei FrühlingSregen u. a. Er ist Professorin München, Mitglied der Akademien vonMünchen, Berlin und Wien und JnhabcrzahlreicherMedaillen, des Roten Adler- unddes Michaelsordens.

2) Ludwig, Tiermaler, geb. 1825 zuAugsburg, Bruder und Schüler des vori-gen, besuchte die Akademie in München