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Biographisches Künstler-Lexikon der Gegenwart : die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke
Entstehung
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Schleier (Belvedere). Bald nachher malteer die wohlgetroffencu Porträte der kaiser-lichen Familie in Miniatur, die großen-teils durch Lithographie von Kriehubervervielfältigt wurden.

2) IohannLeonhard, Kupferstecherund Radierer, geb. 29. März 1825 zuSchwauingcn (Mittclfrankcn), war an-sangs Schiller vou Karl Mayer in Nürn-berg, dann von Neindel und besuchte von1844 an die Akademie in München. Nach-dem er einigeJahre inNürnbcrg selbstän-dig gearbeitet hatte, wurde er 1869 Pro-fessor der Knpferstecherkuust an der Aka-demie in München. Zu seinen bestenStichen in Linienmanier, in denen dasmalerische Prinzip zur Geltung gebrachtist, gehören: die Weinprobe und der Mor-genEuß, beide nach G. Flüggen; Lutherverbrennt die Bannbulle und Luther schlägtdie Thesen an, beide nach Lessing; fünfBlätter aus Goethes »Frauengestalten«,von Kanlbach; vor Gericht, nach Vautier;die Erklärung, nach Arthur v. Ramberg;die Verlassene auf dem Tanzboden, nachKindler; der Sturm, nach Jakob Becker;die Madonna Tempi, nach Raffael(Haupt-blatt); das Selbstporträt Kaulbachs; dienoch nilvollendete Madonna di Foligno,nach Raffael, und die radierten Blätter: derSchusterjunge, nach Knaus; Pieta, nachFeuerbach, und Cyklns von Porträtfigu-ren, nach van Dyck in der Münchener Pi-nakothek. — Seine Tochter und SchülerinDoris R., geb. 19.Okt. 1851 zu Nürn-berg, stach bis jetzt die Verkündigung desTodesurteils au Maria Stuart, nach Pi-loty; Jagdfanfare, nach Laufbcrger, undweibliches Porträt, nach Nembrandt, in derGallerie zu Pest.

Rabe, Edmund Friedrich Theodor,Genremaler, geb. 2. Sept. 1815 zu Ber-lin, zeichnete schon als Knabe unter An-leitung von Adolf Schrvdtcr, trat mit 15Jahren als Schüler in die dortige Akade-mie und 1833 in das Atelier von FranzKrüger. 1835 machte er mit andern Ber-liner Malern eine Studienreise nach Dres-den, Prag, Nürnberg und Würzburg so-wie in demselben Jahr allein an die Küstender Ostsee. 1836 debütierte er mit Pferde-bildcrnund militärischen Genresceneu von

großer Lebendigkeit und trefflicher Charak-teristik und brachte 1838 den Transportfranzösischer Gefangenen 1813 (National-gallerie) sowie den Aufruf zu den Waf-fen 1813 vor dem Rathaus einer klei-nen Stadt. 1841 ging er über Hollandund Belgien nach Paris, wo er ein Jahrlang blieb, bis er durch die Schweiz undOberitalicn zurückkehrte. Mit besondermGlück kultiviert er die Tier- und nament-lich die Pferdcmalcrei und zeigt auch innicht militärischen Genrebildern, z. B.Kunstreitergcsellschaft in einer französi-schen Stadt, Reisende vor einem Wirts-haus, eine scharfe Beobachtungsgabe undtreffende Charakteristik. Seit 1843 ist erMitglied der Akademie in Berlin.

Rallsord (spr. rädsord), Edward, engl.Gcnremaler, geb. 1831 zu Plymouth,war 1854—61 Ingenieur und Architektin Kanada und in den Vereinigten Staa-ten; erst 1863 widmete er sich der Malereiund kehrte zu diesem Zweck nach Englandzurück, wo er 1875 Genosse der Gesell-schaft der Aquarellisten wurde. Zu seinenbedeutendsten Bildern, an denen man be-sonders die Behandlung der Gewandstofferühmt, gehören: der Soldat des Kreuzes(1868), Flora, die Ermüdung (Aquarell),der Nekonvalcscent, die Fußspuren (1876),die Introduktion, die Kritiker (1878).

Navnitzky, Karl, Medailleur, geb.1818 zu Wien, Schüler von I. D. Böhm,lieferte zahlreiche tressliche Medaillen mitwohlgeluugcncu Porträten, z.B. des Frci-herrn von Hammer-Purgstall, Erinne-rungsmedaillen an festliche Begebenheiten,z. B.: auf die Naturforscherversaminlungvon 1856, auf die Mozart-Feier desselbenJahrs, auf die Einweihung der Denk-mäler des Erzherzogs Karl und des Prin-zen Engen (beide von Fernkorn 1860 und1865), auf den 100jährigen GeburtstagBeethovens (1870), auf die Enthüllung desSchiller-Denkmals in Wien (1876) u.a.

Rahn, Hans Rudolf, Kupferstecher,acb. 1805 zu Zürich, lernte dort unterJoh. Jakob Lips und in München unterAinslcr seine Kunst. 1835 ließ er sich inseiner Vaterstadt nieder. Er stach: Mariamit dem Kind, nach Schnorr; den Archäo-logen I. I. Winckelmanu, nach Angelika