Maisiat -
die Kathedrale in Sens, ein Marmorreliefin der Kathedrale zu Reims und vielemonumentale Porträtstatucn und Büsten.Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und1874 das Kreuz der Ehrenlegion.
Maisiat tlpr. mäslah), Joauuy, sranz.Blumen- und Früchtcmaler, geh. 5. Mai1824 zu Lyon, widmete sich anfangs aufder Kunstschule seiner Vaterstadt kunstge-werblichen Arbeiten, ging später zur Blu-menmalerei über, worin er es zu vorzüg-lichen Leistungen brachte, die sich durchhübsche poetische Anordnung und kräf-tige Färbung auszeichnen. Wir nennenniir aus den letzten Jahren: die erstenBlumen, Früchte auf der Erde (1873),Bouquet von MooSroscn und Theerofen,Trauben und Pfirsiche, Sauerklee undVeilchen (1875), an den Ufern der Marnebei Vignely (1876).
Makart, Hans/ als Maler der bedeu-tendste, berühmteste Kolorist, gcb. 29. Mai1840 zu Salzburg, schon als Knabe einträumerischer Sonderling, der, unbrauch-bar fürs praktische Leben, nur ein glän-zendes Formengedächtnis entwickelte undim Zeichenunterricht sich hcrvvrthat. Ertrat in die Akademie zu Wien, von der eraber bald als talentlos wieder entlassen-wurde. Trost- und ratlos nach Salzburgzurückgekchrt, fand er in dem MalerSchissmanu einen Helfer; dieser nahmihn 1859 mit nach München und brachteihn zu Pilot», der sein Talent zu wür-digen wußte, ihn aber erst 1861 unter dieZahl seiner Schüler aufuchmcn konnte.Hier entstand sein erstes Bild: Lavoisierim Gefängnis, das schon ein merkwür-diges koloristisches Talent verriet. EinJahr nachher folgte eine auch von üppigerPhantasie zeugende Nachmittagsunterhal-tnng vornehmer Venetianer, die wenigerbekannt wurde, weil sie sofort nach derVollendung nach Petersburg ging. Nach-dem er 1862 die Weltausstellung in Lon-don und bei dieser Gelegenheit auch Parisbesucht hatte, brachte er in den nächstenJahren nur kleinere Arbeiten, z. B.: Fal-staff im Waschkorb, der Ritter und dieNiren (Gallerie Schack in München), einehöchst originelle Leda und als Frucht eineritalienischen Reise eine Landschaft mitrö-
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mischen Ruinen. Doch erst die große Tri-logie der modernen Amoretten (1868) er-regte durch die wunderbare Mischung vonMenschen und Dingen und durch ihrzan-berhaftesKolorit allgemeines Aussehen undentschied des Künstlers Glück. Noch weitfarbenglänzender und origineller in derKomposition war sein 7 m langer Fries derPest in Florenz (anfangs genannt die siebe»Todsünden, auch der Traum eines Wol-lüstlings), sein bis jetzt kühnstes und ori-ginellstes Werk, das bei seinem Erscheinenim Münchener Kunstverein einen förm-lichen Aufruhr erregte, bei seinem Umzugin Deutschland wie in Paris ebenso starkeTadler wie Lobreduer fand. Hieran schloßsich die Julie auf der Bahre (Belvederein Wien), eine seiner schwächsten Lei-stungen. Ans der Rückreise von Nom, Ivodies letztere Bild entstanden war, ließ ersich, dem Ruf des Kaisers folgend, 1869in Wien nieder, wo ihm aui Staatskostenein prachtvolles Atelier geschaffen wurde,und begann eine noch umfangreichere Tha-tigkeit. Zunächst entstanden die beiden be-rühmten Abundantien (des Meeres undder Erde Gaben), die im Beiwerk vonBlumen, Früchten, flimmernden Stoffen,Juwelen rc. einen noch größer» Farben-glanz entfalteten als alle früher» Bilder.Mit dem freilich unbefriedigt gebliebenenAnspruch eines Historienbilds trat 1873Katharina Cornaro, der Venedig seineHuldigung darbringt, ans (Nationalgal-lerie in Berlin), eine koloristisch meister-hafte, jubelnde Gruppe von Menschen,die nur der Schönheit ihre begeisterteHuldigung darbringt, aber im Gedankenleer und arm ist. Bald nachher entstan-den neben manchen kleinern Arbeiten ber-auch in der Charakteristik treffliche Vor-hang des neuen Wiener Stadttheatersund die üppige Kleopatra (Gallerie inStuttgart) und, nachdem erden Winter1875—76 nrit Lenbach und Leop. Müllerin Ägypten verlebt hatte, eine antike Spa-zierfahrt ans dem Nil und (1878 für diePariser Weltausstellung) der kolossaleEin-zug Karls V. in Antwerpen, der, auf einermißverstandenen Stelle Albr. Dürers be-ruhend, in der Hauptfigur geistig unbe-deutend, nur eine Verherrlichung des Flei-