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Biographisches Künstler-Lexikon der Gegenwart : die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke
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Lambert — Lamme.

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ersten Unterricht von seinem Vater, einemPorträtmaler, und ging 1855 auf zweiJahre nach München und Paris. Aufsein Debüt (1858) folgte eine Reihe vonGenrebildern, die, wenn auch aufaugs iuder Technik noch mangelhaft, doch eintiefes Gefühl und besonders eine feineBeobachtung der Kiuderwelt zeigen. DieserArt sind: die tote Gattin, Zwielicbtsge-danken, Frag mich nicht mehr! die kleineStrickerin u. a. 1868 hielt er sich in NewPork auf, wurde dort Mitglied der Na-tioualakademic, besuchte noch einmal Eu-ropa und ließ sich in Gcrmantown beiPhiladelphia nieder, wo er sich auf seinemLandsitz mit Blumenmalerei beschäftigt.

Lambert <lpr. langbar), Louis Eugene,sranz. Tiermaler, geboren im September1825 zu Paris, Schüler von Eug. Dela-croir, malt geistreich aufgcfaßtc, charakte-ristisch treue Ticrbilder, oft mit einem komi-schen Anflug; besonders berühmt sind seineHunde- und Katzenbilder, z. B.: der benei-dete Ruheplatz, vorauögehende Uhr, derherannaheude Sturm zwischen Hund undKatze, Zicgenhirtin, Lüsternheit und dienoch 1878 ausgestellten: provisorische Ein-setzung, beim Spiel, Familie, gefalleneGröße, die Katzen des Kardinals und aufdem Anstand. In den Ausstellungen von1865,1866 und 1870 erhielt er Medaillenund 1874 das Ritterkreuz der Ehrenlegion.

Lambron tipr. langbwng), Albert,sranz. Maler, geboren zu St. Calais(Sarthc), Schüler vonFlandrinu.Glcyrc,bringt in seinen Bildern, die ein großesTalent, viel Humor und eine gewandteTechnik verraten, die sonderbarsten Ein-fälle zu Tage, am liebsten Harlekiuaden,durch die er ein großes Publikum anzu-zichen sucht; z. B.: Hauswurst und Picrrot,die am Aschermittwoch einem Totengräberbegegnen, oder auch ein Polichincll, derverzweiflungsvoll mit einem zerknittertenLiebesbrief an einem Baum lehnt. Der-gleichen bizarre Einfälle erscheinen ge-wöhnlich in lebensgroßen Figuren.

Lami, Eugene Louis, franz. Aqua-rellmaler im Genre, geb. 12. Jan. 1800zu Paris, war Schüler von Gros, undvon Horace Vcrnet und besuchte die leisteüe8 heunx-nrts. Er widmete sich zuerst

der Lithographie, dann dem Aquarell undwar in letzterer Kunst der Lehrer derPrinzen von Orleans. L>päter malte erauch in Öl. Er arbeitete für verschiedeneillustrierte Journale, gab mehrere Samm-lungen von Lithographien heraus, z. B.eine sehr beifällig anfgenommeue Reisein England und Schottland. Seine eig-nen Reisen erstreckten sich über fast ganzEuropa; am erfolgreichsten war die nachder Krim während des dortigen Kriegs.Er zeigt daher in seinen Bildern eine un-gewöhnliche Vielseitigkeit der Stoffe, baldhistorische Darstellungen, bald Geure-scencn aus dem Leben der vornehmenWelt, namentlich Rußlands, am häufig-sten Schlachtensceuen, in den Aquarellenstets von eleganter, leuchtender Farbe.Unter seinen historischen Bildern neunenwir nur: Karl I. empfängt auf seinemWeg zum Kerker eine Rose, Scene beider Krönung Nikolaus' I.. Cromwell, dieSchlacht an der Alma (1855). Unter denAquarellen, denen er sich infolge eineslängcrn Aufenthalts in England mitVorliebe widmete, sind besonders hervor-zuhcben: ein Ball in den Tuilcrien, Ein-nahme von Konstantine, ein Ball in derOper, mehrere Architekturbilder aus Ge-nua , Sccnen aus den Werken Alfred deMussets, Abdankung der Maria Stuart,das letzte Autodafce in Madrid 1670, Tria-non im Jahr 1750 (1873), der Reforma-tor Knor vor Maria Stuart und andre.Auch für die Galleric iu Versailles malteer mehrere Schlachteubildcr. 1837 ward erRitter und 1863 Offizier der Ehrenlegion.

Lamme, Ary Johannes, holläud.Gcnrcmalcr, geb. 1812 zu Dordrccht, er-hielt den ersten Unterricht von seinem Va-ter und hatte später inParis scineVettern,die Brüder Ary und Henri Scheffer, zuLehrern. Eins seiner ersten Bilder, fürwelches er 1836 die goldnc Medaille er-hielt, war ein Familienstück aus dem 16.Jahrh.; später malte er Gcnresccncn so-wohl aus frühem Jahrhunderten wieaus dein jetzigen Volksleben, unter denenwir nur die Vaterlandsliebe des Bürger-meisters Adrian van der Wcrfs, eineWachtstubc aus dem 17. Jahrhundert undder gefährliche Posten nennen.