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Biographisches Künstler-Lexikon der Gegenwart : die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke
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Acqua -

dem Pflug nachgehen, übte sich aber da-bei im Holzschnitzen und brachte es darinzu einer solchen Geschicklichkeit, das, derOberpräsident v. Vincke ihn an Rauchempfahl, der ihn ans Rietschels Bitte insAtelier aufnahm. Später arbeitete er alsSchüler der Akademie unter Tieck undSchadow. Gleich anfangs bildete er nurreligiöse Gegenstände, die ihm vermögeihrer streng iiazarenischen Auffassung eineeigentümliche Stellung anweiscn. Einsseiner altern Werke, in welchem sich dieseHinneigung zur vorrafsaelischen Formen-gebung ausspricht, ist das Relief an derFassade der katholischen Kirche zu Berlin.Unter diesen Umständen war es ganz be-greiflich, daß er sich nach Rom sehnte, woer, mit dürftigen Mitteln versehen, imAnfang der 40er Jahre ankam, seinenbleibenden Wohnsitz aufschlug und in derSkulptur ganz der iiazarenischen Rich-tung treu blieb. Von dort aus versah erauch die Kirchen seines Heimatlands West-falen mit zahlreichen Werken, deren For-men oft innerhalb eines gewissen konven-tionellen Typus blieben und den eigent-lichen Schwung der religiösen Empfin-dung vermissen lassen. Die besten daruntersind: ein Christus am Kreuz (1842) fürden Herzog von Arenberg, eine im Domzu Münster ausgestellte große Pictä undeine 1858 ebenfalls dorthin gekommenegroße Kreuzabnahme, aus einem einzigenMarmorblock gehauen. Unter den Arbei-ten seiner spätem Jahre ist das bekanntesteder Marmoraltar im Dom zu Prag (1873)mit drei großen Reliefs aus dem LebenChristi, von unendlicher Sorgfalt in derAusführung, aber streng und trocken inZeichnung und Modellierung.

Acqua, Cesarc dell', ital. Historien-maler, geb. 22. Juli 1821 zu Pirano beiTriest, widmete sich der Malerei auf denAkademien in Venedig und in Paris undließ sich später in Brüssel nieder. Unterden von ihm bekannt gewordenen Bildernnennen wir nur: Marino Falieri unddessen Gattin, die ziemlich mißlungenengriechischen Auswanderer (1861), Ausfallder Mailänder gegen Friedrich Barbarossa,Scene aus deni Befreiungskampf der Grie-chen gegen die Türken (letztere beide zwar

- Adam.

in der Zeichnung nicht befriedigend, abersehr geschickt in der Anordnung), Empfangder mejikanischcn Deputation in Mira-mar, trotz des steifen, ccremoniellen Ge-genstands, abgesehen von der Hauptfigur,wohlgelungen, und sein neuestes, viel-leicht bestes Werk: Simson und Delila.

Adam, Malerfamilie, jetzt, nachdemTod Eugens (gcst. 1880), bestehend auszwei Söhnen und Schülern des Schlach-tenmalers Albrccht A. (gest. 1862), näm-lich Benno und Franz, und dem SohnBennos, Emil.

1) Benno, geb. 15. Juli 1812 zu Mün-chen, ist Meister in der Darstellung derHaustiere in Verbindung mit den Men-schen sowie der Jagdtiere. Er begann seinekünstlerische Thätigkeit mit dem Lithogra-phieren der Werke seines Vaters, baldaber wandte er sich der Tiermalern zuund entwickelte namentlich in der Aus-prägung des Charakters der Tiere sowohlvon der ernsten wie von der komischen Seiteein großes Talent, so daß man ihn -dendeutschen Landseer- genannt hat. Zu sei-nen besten Bildern gehören, außer den dreiin der Neuen Pinakothek befindlichen: eineFuchsjagd, ein angeschossener Hirsch voneinemHund gestellt (beide in Lebensgröße)und die zwei noch 1879 in München aus-gestellten Jagdbilder: Sauhatze u. Halali.

Bekannter als Maler des Soldaten-und Schlachtenlebens und insbesonderedes Pferdes ist

2) Franz, geb. 4. Mai 1815 zu Mai-land. Schon 1849 machte er mit seinemBruder Eugen (gest. 1880) während desKriegs in Italien seine Studien und gingzu demselben Zweck im folgenden Jahr auchnach Ungarn, aber er unterscheidet sich vonder Weise seines Vaters durch eine reali-stischere Auffassung, verbunden mit einemgründlichenNaturstudinm. Ebenso geschicktist er in der Darstellung volkstümlicherSitten, namentlich des ungarischen Lebens,was ihm besonders in Österreich großesAnsehen verschaffte, und in Rciterporträ-ten. Dahin gehören z.B.: eine Schiffssährean der Theiß und eine Herde Schafe andemselben Fluß, ebenso das Kroatenquar-tier in der Villa Mestre (im Besitz des Kai-sers von Österreich) und die Reiterporträte