-110 Die Reichstngssessw» von 1884/85.
daß mm der am Sonntag ansgeruhte Arbeiter die übrigen0 Wochentage hindurch nm so mehr arbeitet, — das hätteich eine aufrichtige Stellungnahme von seiten des HerrnVorredners genannt. Anstatt sich aber für eine dieserAlternativen frank und frei auszusprechen, hat er sich be-gnügt, nach Art vieler andern Herren von andern Frak-tionen seine Rede in der Hauptsache nicht mit sachlichenArgumenten, sondern mit persönlichen Jnvektiven gegenmich und gegen das, was ich gesagt habe, auszurüsten.Es ist das ja außerordentlich leicht; wenn ich. ein Ab-geordneter in der Minorität wäre, gänzlich ohne Verant-wortung für das, was im Lande geschieht und was dieRegierung thut, — da wollte ich Ihnen noch ganz andersgrobe und eindringliche Reden als der Herr Vorrednerhalten. Es ist ein altes gutes Sprüchwort, — ich fürchteleider ein französisches —: „um geistreich zu sein, brauchtman nur vor nichts mehr Respekt zu haben, dann findetsich das sehr leicht." (Oh! links.) Ja, den Respekt vordem, was aus der Nation und ihren wirtschaftlichen Ein-richtungen wird, wenn gewisse Sachen, die im Feuer derRede und des Parteibedürfnisses gesprochen werden, insLeben treten; diesen Respekt hat der Herr Vorredner nicht.
Ich möchte also, daß der Herr Vorredner, wenn ihmZeit dazu bleibt und dem Hause, es anzuhören, doch viel-leicht noch einmal auf die Tribüne tritt, sich für einedieser Alternativen entscheidet und sagt: ich fordere imNamen des Arbeiters den freien Sonntag für das Opfervon einem Siebentel seines Jahreslohns, oder: ich forderevon dem Arbeitgeber, daß er diesen Ausfall überträgt.Die meisten Arbeiter, die nicht so situiert sind, wie derHerr Vorredner, daß sie an der Spitze einer Bewegungstehen, von der sie ihrerseits mit Leichtigkeit getragen