gt-I Die Roichstagssossion von 1884/85.
hat, — und werde dankbar sein, wenn Sie es ihr be-willigen oder ini Vertrauen ans die haushälterischen Ge-wohnheiten dieser Regierung ihr die Vollmacht gebenwollen, gewisse Etats zu diesem Behuf zu überschreiten.Die Annahme der Vorlage, wie sie ist, kann ich nichtempfehlen; denn ich kann nicht in Aussicht stellen, daß sieohne weiteres die Zustimmung der verbündeten Negie-rungen finden wird, und ich muß die letzteren nochmals,ohne damit irgend die Absicht eines Antragstellers ver-dächtigen zu wollen, gegen das Licht verwahren, welchesdadurch, daß die Herren zu glauben scheinen, ihr Antragkönne ohne weiteres Gesetz werden, auf die Intentionender Regierungen den Arbeitern gegenüber geworfen wird.Ich kann erklären, daß die verbündeten Negierungen fürdie Arbeiter genau so viel Wohlwollen haben, wie irgendeiner der Herren Unterzeichner dieser Vorlage haben kann,daß sie aber genötigt sind, ehe sie ihre Unterschrift vonsich geben, dem Inhalt dieser Piece etwas genauer insGesicht zu sehen und ihn näher zu erforschen, als dieHerren, die den Antrag unterschrieben haben und unter-stützen. (Bravo!)
Der sozialdemokratische Abgeordnete Stolle überhäufte daraufin einer Rede für den Entwarf die Arbeiterpolitik des Reichskanzlersin ihrer Scheinfreundlichkeit mit bald derben, bald spöttischen Bor-würfen. Ihm antwortete Fürst Bismarck:
Der Herr Vorredner hat wiederum der ganz un-bestrittenen Wahrheit Ausdruck gegeben, wie Herr von Kleist,daß es im höchsten Grade wünschenswert wäre, allenArbeitern die Sonntagsruhe zu schaffen. Es handelt sichaber, wie ich wiederhole, doch hier nur um den geringenTeil der Arbeiter, die sie bisher nicht haben. Ich erinneredaran, als wir im Unfallgesetz den durchschnittlichen Lohn-