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14 (1891) Die Reichstagssession von 1884/85
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Lieber Sonntagsruhe oder müßiger Arbeitstag?

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1 der sechs Wochentage sein Sechstel Sonntag mit einge-l schoben bekommt. Ich glaube, daß diese Zerstückelung des

1 Sonntags auf die übrigen Wochentage — wobei ich von

^ der konfessionellen, christlichen Seite der Sache ganz ab-j sehe — für das Behagen des Arbeiters durch die Kürzung! des Arbeitstages im Vergleich mit dessen stellenweis über-^ mäßiger Lange sehr viel wertvoller noch sein würde als! die zwangsweise Freiheit am Sonntag in denjenigen

j Branchen und Geschäften, die nicht überhaupt am Sonn-

tag feiern. Es sind doch, glaube ich, nur die Minderheitder Geschäfte, die ihrer Natur nach Sonntag und Werktagarbeiten; die meisten feiern schon jetzt; es ist also nur einTeil der Arbeiter, um den es sich handelt.

Der Herr Vorredner sagt, in England und Amerikafände diese Sonntagsruhe statt, und dennoch, vermöge desgöttlichen Segens, der sich an diese Ruhe knüpfe, wärendiese Länder industriell überlegen. Ich glaube, er irrt sich1 in den thatsächlichen Gründen dieser Ueberlegenheit; ich

^ glaube, daß dieselben in andrem, in der Beschaffenheit der

Länder liegen. England würde uns nicht in dem Maße- überlegen .sein, wenn bei ihm nicht Kohle und Eisen dichtnebeneinander lügen, und wenn es nicht einen Knltur-j vorsprung von mehreren Jahrhunderten vor uns gehabt

r hätte. Wir können ans vielen Zeugnissen ermessen, daß

s,j schon zur Zeit Shakespeares, also vor ziemlich 300 Jahren,

> in England eine Wohlhabenheit, ein Kulturznstand und

, ein Maß van belletristischer Bildung herrschte, von dem

k! wir zu gleicher Zeit in Deutschland weit entfernt waren.

8 Wir sind in Deutschland außerdem durch deu Dreißig-

A jährigen Krieg mehr als irgend eine andre Nation znrück-

8 geworfen worden, und ich kann dem Herrn Vorredner nicht

D zugeben, daß die Engländer im ganzen bessere Christen