Auf die Gefahr, Herrn dichter zu langweilen. i!'i
brauchen, um uns zu halten, und alle Gesetze brauchen,um die Bewegungen, die dem Reiche feindlich und schäd-lich sein können und dem preußischen Staat — ich sprechejetzt immer nur von Preußen — niederzuhalten. Dieswäre allenfalls ein Grund zu sagen: wir können nichtwissen, ob wir dieses Gesetz nicht noch einmal brauchen,und jedenfalls umsonst wollen wir es nicht weggeben unddarauf verzichten.
Aber, wie gesagt, ich will mich nicht einmal ganzbestimmt zu dieser Ueberzeugung bekennen, doch will ichdie Gründe zu derselben, die ich eben andeutete, nochweiter entwickeln, und zwar ganz sine ira-st 8tmlio —ich spreche darüber mit der Ruhe eines Schachspielers —;aber ich muß dabei doch wieder von der Konstellationunsrer Parteien reden, auf die Gefahr hin, Herrn Richterdamit wieder zu langweilen; es sollte mir das leid thnn;ich bitte jedoch auch einmal zu erwägen, daß ich eigentlichdazu nicht hier bin, ihn zu amüsieren, und daß, wennihn die Langeweile übermannt, es ihm ja frei steht, fürdie Zeit, wo ich rede, andern Beschäftigungen sich hinzu-geben. Ich bitte ihn auch, mir nicht den Borwurf zumachen, als brauchte ich dieselben Argumente, ans derKritik der Parteisituation entnommen, zu häufig, sonderndoch einen Rückblick auf seine eigenen Reden einmal zuhalten, dann wird er zu der Ueberzeugung kommen, daß,wenn ihm die Wiederholung sehr oft gebrauchter Argu-mente untersagt gewesen wäre, er überhaupt seit mehrerenJahren absolut hätte schweigen müssen. (Heiterkeit.)
Ich muß also diese Parteifrage berühren. Eine Re-gierung, wie die preußische, die verfassungsmäßig regierenwill, hat doch notwendig das Streben, sich eine Majoritätzu schaffen, und zwar eine Majorität, auf die sie möglichst