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14 (1891) Die Reichstagssession von 1884/85
Entstehung
Seite
55
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Ein Geßlerschor Hut von Windthorst aufgorichtot.

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nahm der Reichstag mit noch bei weitem größerer Majorität denerneuerten Antrag Windthorst an; fast nur die Nationalliberalennebst einem Teil der deutschen Reichspnrtei stimmten dagegen. Auchder Bundesrnt blieb bei seiner Verneinung, über die er sich erst am17. November schlüssig machte. Unmittelbar danach trat der Ab-geordnete Windthorst zu Anfang der neuen Session zum drittenmalmit seinem Begehre» ans. Nachdem schon im Lauf der Dintendebattevom 26. November Frhr. v. Schorlemer-Alst die Entscheidungdes Bnndesrats als einen „Schlag ins Gesicht aller KatholikenDeutschlands" bezeichnet hatte, begründete Windthorst in dersiebenten Sitzung am 8. Dezember seinen Antrag außer den gewöhn-lichen Klagen auch damit, daß in dem Verhalten des Bundesratseine Mißachtung des deutschen Parlamentes liege. Nach ihm gabder sozialdemokratische Abgeordnete BloS die Erklärung ab, daßseine Partei dem Anträge, da er gegen ein Ausnahmegesetz gerichtetsei, zustimmen werde, obwohl es ihnen sauer ankäme, da sie ihrer-seits vom Zentrum keinen Gegendienst empfängen. Sodann erhobsich Mrst Bismarck, welcher erst kurz vorher im Hause erschienenwar, zu folgender Darlegung:

Es sind NM' wenige Wochen vergangen, seit derBundesrat den gleichen Antrag, der uns heute vorliegt,und der im Juni d. I. gestellt worden war, mit einergroßen Mehrheit abgelehnt hat. Wenn nun heute, wenigeWochen nach dieser Ablehnung, derselbe Antrag demBnndesrat zur nochmaligen Erwägung, wie meinem Ver-nehmen nach der Herr Abgeordnete Windthorst vorhingesagt hat, zugestellt, und ihm zu diesem Behufs der An-knüpfungspunkt eines neuen Antrags gewährt werden soll,so liegt darin doch eine Stellungnahme des Reichstagsdem Bundesrat gegenüber, die ich nicht anders als mitdem Ausdruck „Mißachtung der verbündeten Negierungen"bezeichnen kann. (Widerspruch im Centrum.) Ich binhierzu um so mehr berechtigt, als, wie ich eben höre, derHerr Abgeordnete Windthorst denselben Allsdruck in Bezugauf das Verhalten der Bundesregierungen gegenüber dem