D?r Reichyhnushalt kennt kein Defizit.
Defizit im Reichshaushalt nicht vorhanden ist, und daßich gegen diesen unbestimmten, unberechtigten, ungesetz-lichen Ausdruck protestiere. Der Reichshanshalt kennt keinDefizit, es treten die Umlagen ein, und da ist eilt Defizitnicht möglich. Ein Defizit ist, was durch Anleihen gedecktwerden muß; ein solches Defizit ist in den einzelnenStaaten möglich, aber der Reichshaushalt kennt kein De-fizit, er kennt nur höhere Matrikularbeiträge. Im übrigenhoffe ich, daß das, was Herr Bamberger Defizit nennt,eine vorübergehende Situation ist, die ich ganz ausschließlichder Obstruktionspolitik der Oppositionspartei in den Fi-nanzen znschreibe. Die Mittel, die die Regierungen Vor-schlägen konnten und vorschlngen, sind schon von Hanseans vom Parteistandpunkt, vom Fraktionsstandpnnkt ausdurch die Wahlreden verurteilt und absolut abgeschnitten,— die Negierung mag komnien mit was sie will, es wirdabgelehnt. Wenn das Defizit ein Produkt der Armutder deutschen Nation wäre, wäre es etwas andres, aberkeiner von Ihnen wird in nachweislicher Weise bestreitenkönnen, daß, seitdem die neue Wirtschaftspolitik, dieSchutzzollpolitik, die Nation von ihrer Blutarmut befreithat (sehr richtig! rechts), was 187!» seinen Anfang nahm,die Wohlhabenheit der Nation, Handel und Wirtschaft,das Wachsen von Privatvermögen in erfreulicher undsteigender Zunahme begriffen sind: überall sehen wir ver-mehrten Import, vermehrten Export, vermehrte Schiffahrtin allen Häsen, wir sehen trotz der gedrückten Verhält-nisse, in denen sich die bei der Landwirtschaft beteiligteBevölkerung befindet, steigenden Luxus und Verbrauch,steigenden Verkehr und Export. Also die Gründe, ausdenen ein Defizit ein Hindernis abgeben könnte, um fürdas Wohl des Landes nützliche Maßregeln zu verwerfen.