Druckschrift 
14 (1891) Die Reichstagssession von 1884/85
Entstehung
Seite
52
Einzelbild herunterladen
 

Die limchstngssessioii von 1884/85.

sich erst bei diesem neuen Leben beteiligen solle. (Heiter-keit rechts.) Ich hoffe, meine Herren, diese Zeit desneuen Lebens wird noch so weit liegen, daß wir garkeinen Grund hätten, erst abznwarten, bis die verschiedenenKrisen und Zusammenbrüche überstanden wären, welcheniedrige Zuckerpreise und andre Kolonialkalamitäten etwahaben könnten; und wenn wir dann erst wieder mit derVorlage kommen würden, dann würde der Herr Abge-ordnete wahrscheinlich wieder andre Gründe haben, diewir heute noch nicht kennen, (sehr wahr! rechts) um unsrerSache zu widersprechen.

Ich kann überhaupt hier nicht die Absicht haben,jemand zu meiner Meinung und der der Negierung zuüberreden, ich würde es nicht wagen, in dieser Beziehungden Fraktionsbeschlüssen vorgreisen zu wollen, die unsnachher mit Macht, ich möchte sagen felsenartig, entgegeu-treten, in Fvrm der kurzen Mitteilung „die Fraktion hatbeschlossen", — damit ist die Sache abgethan. Wir sinddann ja hier vollständig überflüssig; was können wirgegen den Fels der Fraktionsbeschlüsse anders, als wiekraftlose Wellen abprallen? Das ist kaum würdig.Wozu die Diskussion? Zählen wir ab und ohne Dis-kussion; wozu sollen wir dem Lande noch unsre Zeitvergeuden? Es wird sich auch gewiß etwas andres imSinne der Fraktionstaktik finden, um der Regierungeinen Korb zu geben, wenn sie mit einer andern Vor-lage kommt; und ich muß sagen, ich würde den Mutnicht haben, diese Vorlage zu erneuern, ich würde dasandern überlassen.

Wenn der Herr Abgeordnete ferner das Defizit, indem wir uns augenblicklich befinden, als Motiv für seineStellungnahme angeführt hat, so muß ich sagen, daß ein