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Die Reichstagssession von 1884/85.
wenn er mir bloß diese Lehre gibt; ich gebe sie ihm voll-ständig zurück, und in der Art, wie er diese Forderungseinerseits vorbriugt, sehe ich immer wieder den Ausdruckeines Irrtums über die Gleichberechtigung der beiden Fak-toren. Der Bundesrat repräsentiert die gesamten deut-schen Regierungen. Meine Herren, schätzen Sie diesenFaktor nicht gering! er ist sehr mächtig, und ich rate Ihnendringend: suchen Sie ebenso, wie ich die Uebereinstimmungmit dem Parlament und seiner Mehrheit suche, die Ueber-einstimmung mit der Mehrheit des Bundesrates und derdeutschen Regierungen; wir werden uns dann beiderseitsfinden und auf dem Wege der Gesetzgebung fortschreitenkönnen. Wenn aber einer dem andern — was der Bun-desrat noch niemals gethan hat — seinen Willen alsGesetz auferlegt, weil die Majorität da ist, dann werdenwir nicht vorwärts kommen, sondern werden die Gesetz-gebung des Deutschen Reiches lahmlegen, und das möchteich verhütet sehen. Es wird aber folgen, wenn die Theorien,die der Abgeordnete Rickert eben über unsre inländischeVerfassung entwickelte, jemals praktisch zur Wahrheit wer-den sollten. Zur Herrschaft werden sie nicht gelangen,davor ist mir nicht bange; aber lassen Sie nicht eineUeberzeugung in die Wähler eindringen, als ob den Wählernan ihrem Rechte eine gewisse Verkürzung geschähe, wennder Reichstag nicht die allein herrschende Körperschaft indiesem Lande ist; — das ist er nicht und wird er nichtwerden. (Bravo!)
Nach einer Schlußrede des Abgeordneten Richter, der dieBemängelung des Namens „Deutschfreisinnig auf die Dauer lang-weilig" fand und in dieser Methode des Angriffs den Beweis einergewissen Gedankenarmut erblickte, ward der Antrag Ausfeld aufDiäten gegen die Stimmen der Konservativen und der Mehrzahl der