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Die Reichstngssessivn von 1884/85.
Der Herr Vorredner fand es wichtig genug, der Ver-sammlung hier mitzuteilen, daß eine Aeußerung, die ichheute gethan habe, in der ich die Partei eine demokratischenannte, früher in der Norddeutschen Zeitung gestandenhabe. Der Herr sagte, er läse sie nur gelegentlich. Ich,meine Herren, lese sie alle Tage, lese sie mit Vergnügen,und ich habe das vor einigen Wochen darin gelesen. Ichhabe lange nach einer kürzeren Bezeichnung für die neuePartei gesucht. „Deutsch-freisinnig" — das kann ich wirk-lich nicht über meine Lippen bringen, ich schäme mich derUnwahrheit, die ich jedesmal ausspreche, wenn ich dasniederschreibe oder sage. Ich halte die Partei weder fürdeutsch, noch für freisinnig; ich halte sie für eine Gefahrfür das Deutsche Reich und für unduldsam, für deuGegensatz von freisinnig. Also Sie werden mir die im-plizite Unwahrheit, die darin liegt, nicht aufzwingen.Auf der andern Seite möchte ich Ihnen gern den Willenthun. Jeder hat das Recht, sich einen Namen zu geben,und ich glaube, die Bezeichnung „demokratisch" hat nichtsVerfängliches; ich glaube. Sie sind stolz darauf, Demo-kraten zu sein — ich habe das in mehreren Blättern ge-lesen —, nur nicht „sozial"; Sie sind Antisozialdemokra-ten, aber Demokraten. Und was nun ein Republikanerist, das ist eigentlich eine rein wissenschaftliche Definition.Ich habe mir darüber im Laufe meines Lebens und meinerlangjährigen Thätigkeit auch eine Nomenklatur und eineAnsicht gebildet. Was ist denn das unterscheidende Kenn-zeichen zwischen Republik und Monarchie? Doch durchausnicht die Erblichkeit des Präsidenten. Die polnische Re-publik hatte eiuen König, er hieß König und war unterUmständen erblich. Die englische aristokratische Republikhat einen erblichen Präsidenten, der König oder Königin