Das Streben nach parlamentarischer Regierung.
89
er hat das für eine Fabel erklärt, daß er je selbst genanntworden wäre in einer Kombination mit dem MinisteriumStosch. Ja, meine Herren, ist er genannt worden? mirsind noch mehrere genannt worden, nicht bloß Herr vonStosch, sondern auch Leute, die damals meine Kollegenwaren. Es ist ein ou äit, auf das ich weiter'kein Ge-wicht lege; aber daß die Partei des Herrn Vorrednersnicht nach der Herrschaft strebeil sollte, steht mit ihremeigenen Programm im vollständigeil Widerspruch. Siestreben doch nach der parlamentarischen Regierung; dasist Ihr offenes Programm, das ist in vieleil Zeitungeil vonIhnen kundgegeben bei den Wahlen. Sie streben danach,daß die königliche lind kaiserliche Regierung sich der Majo-rität unterordnen soll. Die Majorität fällt natürlich denbesten Rednern zu, und dazu rechne ich den Herrn Vor-redner unter anderen; er ist ein ausgezeichneter Redner,ich mache ihm mein Kompliment und beneide ihn darum.(Heiterkeit.)
Nun frage ich: ist das ein Streben nach Herrschaftoder nicht, wenn Sie die parlamentarische Regierung er-streben? Sie wollen natürlich eine parlamentarische Re-gierung für Ihre Partei oder ab und zu für Ihre Partei,Sie wollen gelegentlich herankommen; es ist unangenehm,wenn durch kaiserlicheil Willen ein und dieselbe Regierungüber 20 Jahre am Ruder bleibt; es ist billig, daß auchandere einmal hereingelassen werden. — Ja, meine Herren,niemand wünscht das mehr als ich, und ich habe SeinerMajestät seit Jahren vergebens darin Vorschläge gemacht,es doch einmal mit einer andern Partei zu probiereil,bloß damit wir seheil — iüo liiioclus, lüo salta —, wiedie Herreil regieren werden; Seine Majestät haben keinBedürfnis empfunden, diesen Versuch zu machen.