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14 (1891) Die Reichstagssession von 1884/85
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Gegenseitige Kritik.

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Verfassung, ebenso frei wie der Reichstag. (Bravo!rechts.)

Gegen die Chnrnkteristik, welche der Reichskanzler von den ein-zelnen Parteien und dem Endziel ihres Strebens entworfen, erhobensich zu mehr oder weniger leidenschaftlicher Abwehr der ultrnmontaneFrhr. v. Schorlemer-Alst, der Welfe Frhr. Langwerth v.Simmern und der deutschfreisinnige Rickort. Der letztgenannteAbgeordnete leugnete, daß seine Partei um etwas anderes als Ideenkämpfe, und kennzeichnete es dabei als ein nichtiges Gerücht, „daßeinige von uns in einer Verschwörung gewesen sind, dnrch die an-geblich beabsichtigt wnrde, den Reichskanzler von seinem Amte zuentfernen und den Minister v. Stosch an seine Stelle zu setzen".Der Vorwurf, daß die Deutschfreisinnigen Demokraten seien, habeübrigens schon vor 14 Tagen in der „Norddeutschen AllgemeinenZeitung" gestanden. Fürst Bismarck fühlte sich alsbald zu folgen-der Replik bewogen:

Der Herr Vorredner schloß damit, dagegen zu pro-testieren, daß ich eine Kritik über den Reichstag, seineZusammensetzung und Parteien übe. Meine Herren, inverfassungsmäßigen Staaten beruhen alle Beziehungen aufGegenseitigkeit. Wollen Sie denn darauf verzichten, eineKritik an meinen Ansichten und an meinen Ueberzeugun-gen zu üben, die ich hier offen zu Tage bringe? Ichglaube es kaum, und ich würde es auch nicht wünschen;denn meine eigenen Ansichten können ja dnrch Kritik ge-läutert werden. Der Herr Vorredner nimmt das von denAnsichten seiner Partei nicht an; er glaubt nicht, daßdiese dnrch Kritik geläutert werden können, er nimmt fürsie Unfehlbarkeit in Anspruch, vor der ich mich neigen soll,ohne meine Meinung darüber zu äußern. Meine Herren,das kann ich nicht aeeeptieren; ich werde fortfahren, mirdie Freiheit des Worts in keiner Weise verschränken zulassen, und ich hoffe, stets in Ausdrücken, die nicht per-