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Die Ncichstnffssession von 1884/85.
Weise. Wenn jemand einerseits Redakteur ist, andrer-seits Abgeordneter, so hat er die große Annehmlichkeit,schon am selben Tage seine eigene Rede zn loben, inseinem Blatte sie vollständig zu geben, die der Gegnermit der üblichen Verkürzung und der leichten Nuance,seine eigene unter Betonung der beigebrachten Gründe.Das ist ein außerordentlicher Vorsprung. Außerdem istja gar kein Zweifel, daß die Einträglichkeit des Preßge-werbes durch die Stellung als Abgeordneter außerordent-lich gehoben wird; denn inan befindet sich in dem Zentrumvon Nachrichten, von Mitteilungen, man weiß die Ge-rüchte, die Möglichkeiten, die die Zeitungen mehr füllenals die wirklichen Thatsachen. Man weiß alles voraus.Die Couloirs des Hauses geben allem möglichen, was dieWelt bewegt, das beste Ursprungsattest.
Also das ist die eigentliche Grundlage, und wir haltensie für keine nützliche, einmal weil diese Herren schließlichauch mit dem besten Willen ganz außer stände sind, dieLandesinteressen zu vertreten; sie leben nicht in ihnen, siehaben sie nicht, sie teilen sie nicht, sie kennen sie nicht,sie vertreten schließlich ihre eigenen Interessen zum Zweckihrer eigenen Herrschaft, ihres eigenen Einflusses.
Dann aber ist die unendliche Dauer der Session mitdem Berufsparlamentarier in der engsten Verbindung.Leute, die nicht Parlamentarier von Beruf sind oder neben-bei Professoren oder Geistliche, oder nicht gewohnt sind,Vorträge von längerer als einstündiger Dauer zu halten,können gar nicht in dem Maße die Sitzungen in die Längeziehen, wie ein Berufsparlamentarier dazu im stände ist,welcher lange Zeit, leicht fünf Stunden zu sprechen ver-mag, wenn es sein muß, um andre nicht herankommenzu lassen. Das alles muß gelernt sein wie andre Künste.