Fürst Bismarck kein Feind der katholischen Kirche. 239
ja doch fest und sicher glauben wird — denn seine Selig-keit hängt davoil ab — vollständig zur Ausführung kom-men, wenn der Papst je zu der Macht gelangt, daß erthun kann, was er will, und sein Wille das Gesetz derErde ist, so sind wir alle doch bekannt genug mit demSpllabus und seinen Thesen und Folgerungen, um zuwissen, daß dann auch dieses Herrenhaus nicht mehrmöglich ist, weil eine konstitutionelle Verfassung nicht zu-lässig ist — obgleich Herr Graf von Brühl sich so un-vorsichtig an ihr beteiligt (Heiterkeit) —, daß Preßfrei-heit etwas Verwerfliches ist, daß der Ketzer ausgerottetwerden muß; und wenn er ebenso hartnäckig ist, ivie HerrGraf von Brühl die Bischöfe schildert, so hat die katho-lische Herrschaft ganz andre Mittel für ihn, als diesesGesetz: sie konfisziert sein Vermögen; sie sieht es nichtals strafbar an, wenn er gelegentlich meuchlings erstochenwird; — die jesuitischen Glaubenssätze sind öffentlichbekannt, in bekannten Schriften verteidigt; ich will michhier auf dogmatische Schriften nicht einlassen; der HerrGraf bestreitet das alles, was ihm in seinen Kram nichtpaßt, er muß aber aus seiner Schule die Lehren kennen,die dahin gipfeln: t^raanam oaoiclsi-s liest. Wenn ersie nicht kenlit, um so schlimmer für ihn. Der päpstlicheKodex geht noch weiter; Ketzer, wenn man sie nicht an-ders vertilgen kann, ergreift man, martert sie, verbrenntsie, ihre ganze Existenz ist ein vstas. Wenn ich einensolchen Vertreter der christlichen Kirche, der sich für einenVertreter der Religion der Liebe und der Demut ausgibtund für uns unglückliche evangelische Christen nur denZorn der Vertilgung hat, als Feind des Evangeliumsund in weiterer Konsequenz des preußischen Staates hin-stelle, so bleibt das trotz aller Dialektik, die Herr Graf