II.
Die LandLagssesswn von 1873—74.
1. Fürst Msnmrck im- Herr v. Grrtach.
17. Oczcmbcr 1873.
Die erste Session der siebzehnten Legislaturperiode des preu-ßischen Landtages wurde durch König Wilhelm persönlich am12. November 1873 eröffnet. Das Ministerpräsidium führte seitdem 9. November, nachdem der bisherige Ministerpräsident Feld-marschall Graf Noon in den Ruhestand getreten war, wieder derFürst Bismarck; der Finanzminister Camphausen wurde, um demMinisterpräsidenten „eine wesentliche Abbürdung der Geschäftslastzu gewähren," zum Vizepräsidenten des Staatsministeriums ernannt.
Die Session ist im wesentlichen als sin Abschnitt im Verlaufedes Kulturkampfes zu bezeichnen. Zu wiederholten Malen griffunser Redner in die erregten Debatten des Abgeordnetenhauses sin,zuerst in der 21. Sitzung am 17. Dezember 1873 bei der General-beratung des Gesetzentwurfs betreffend die Beurkundung des Per-sonenstandes und die Form der Eheschließung (Zivilehegesetz). Dergreise Abgeordnete von Gerl ach, Hospitant der Centrumspartei,trat als Gegner der Vorlage auf; er führte aus, daß Fürst Bis-marck früher selbst von der Zivilehe nichts habe wissen wollen undcitierte zum Beweise dafür eine Reihe Aussprüche aus der Rede desehemaligen Abgeordneten v. Bismarck-Schönhausen in der Sitzungder zweiten Kammer vom 15. November 1849. Alsbald erhob sichder Ministerpräsident zu folgender Entgegnung:
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